Christian Prochnow im Interview über gemeinsame Trainingslager

von Oliver Kubanek

"Das finden die Sportler anderer Nationen nur in Trainingsgruppen"

Die deutschen Kurzdistanz-Triathleten kämpfen am 26. und 27. Mai beim Rennen der Weltmeisterschaftsserie in Madrid um weitere Startplätze für die Olympischen Wettkämpfe in London. Chancen rechnen sich dabei noch einige Mitglieder aus dem Nationalkader der DTU aus. Aktuell weilen die Konkurrenten um die verbliebenen Qualifikationsplätze zum gemeinsamen Trainingslager in Südafrika. Über diese nicht alltägliche Konstellation und seinen eigenen Spagat zwischen Studium und Leistungssport spricht Athletensprecher Christian Prochnow im Interview.

Hallo Christian Prochnow, das Trainingslager der DTU in Stellenbosch neigt sich für Sie dem Ende entgegen. Was stand da für Sie auf dem Plan?
Ich habe in Stellenbosch komplexe Umfänge in allen Disziplinen absolviert. Auch Krafttraining stand auf dem Plan. Für mich speziell war auch das Schnelligkeitstraining ganz wichtig, insofern habe ich keinen Schwerpunkt „Rad“ oder „Lauf“ absolviert.

Bei einem mehrwöchigen Trainingslager können durchaus mal ein paar Spannungen untereinander entstehen. Wie geht man dagegen an?
„Nerven“ ist ein gutes Stichwort, auf das ich gerne eingehen will. Normalerweise sind Triathleten ja als absolute Individualisten bekannt. Was hier im DTU-Camp passiert, finden die Sportler anderer Nationen nur in internationalen Trainingsgruppen wieder. Wir absolvieren eine Vielzahl gemeinsamer Trainingseinheiten, die durchaus harmonischer Natur sind und von einer sehr entspannten Trainingslageratmosphäre zeugen.
Klar wird es dem einen oder anderen dabei gelegentlich zu viel. Aber dann macht er einen Dauerlauf auch mal allein. Das stellt aufgrund der Trainingshäufigkeit und dem Wochenschnitt im Lauf von mindestens 100 Kilometer kein Problem dar.

Sportdirektor Wolfgang Thiel hat noch mindestens zwei Olympiatickets zu vergeben. Somit trainieren direkte Konkurrenten um die Olympiade gemeinsam, und Sie teilen dabei noch mit Maik Petzold das Zimmer…
Die Stimmung ist, wie ich sagte, ziemlich gelöst. Und die Zimmeratmosphäre ist bei uns beiden definitiv entspannt. Zusammen mit Maik lasse ich es in gewohnter Ruhe angehen. Die Olympiaqualifikation in Madrid ist noch in relativ weiter Ferne. Ich denke, dass unsere kleine DTU-Truppe weiß, dass man sich zusammenraufen muss, um im Sommer Großes zu erreichen. tl_files/dtu/Bilder/Oliver Kubanek/TL RSA 2012-Krafttraining.jpg

Erreichen wollen Sie bis dahin auch Ihren Trainerschein bei der Deutschen Sporthochschule in Köln…
Ja, persönlich muss ich zwischen den Einheiten lernen und wage somit auch in diesem Jahr wieder den Spagat zwischen Leistungssport und Weiterbildung. Das Training hatte natürlich Priorität in Südafrika, aber der Stoff will gelernt sein. Im Zuge der Abschlussprüfung an der Trainerakademie bin ich Mitte Februar daher auch in Köln und reise somit gen Heimat, während die anderen von Stellenbosch nach Potchefstroom umziehen.

Medienkontakt:
Oliver Kubanek, Tel.: 0231-14 86 56, E-Mail: kubanek@dtu-info.de

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