DTU Age Grouper berichten

Die DTU-Altersklassen-Nationalmannschaft "on tour"

Ihr vertretet die Farben der DTU Altersklassen-Nationalmannschaft bei offiziellen Welt- und Europameisterschaften der ITU bzw. ETU? Ihr habt Lust von Euren Reisen und Wettkämpfen zu berichten und andere Multisportler und jene, die es werden wollen, daran teilhaben zu lassen? In dieser Rubrik wollen wir in Zukunft Euren Geschichten eine Plattform bieten. Wenn Ihr uns einen Bericht zur Veröffentlichung schicken wollt oder Fragen habt, wendet Euch gerne an medien@dtu-info.de. SWIM, BIKE, RUN and share it!

 

ITU-WM Aquathlon, Triathlon-Sprint- und Kurz-Distanz | September 2016 | Cozumel (MEX)

 

Eines der Jahres-Highlights im Rennkalender 2016 waren die ITU Triathlon-Weltmeisterschaften im Aquathlon sowie über die Triathlon Sprint- und Kurz-Distanz. Auch wir haben mitgefiebert und vor und nach den Rennen mit einigen Athletinnen und Athleten gesprochen.

Michael Bock: Zwei Mal Bronze im Gepäck

Inge Stettner: Hitzeschlacht in Mexiko - "Mein Körper war wie gelähmt"

Dr. Sebastian Longrée: "Ein etwas undankbarer fünfter Platz"

Markus Hecker: "Bei der WM herrscht ein ganz besonderes Flair!"

Günter Beilstein: Harter Kampf um WM-Titel Nummer 8


Petra Schütten-Jansen - WM Duathlon-Lang-Distanz, Zofingen (SUI) am 2. September 2016

 Nachdem wir von unserem Homestay wieder sehr herzlich empfanden wurden, begann die WM am Freitag mit der Eröffnungsfeier.  

Samstag standen die Fotos der Nationalmannschaft, das Wettkampf-Briefing und die Streckenbesichtigung an. Die Nervösität stieg, zumal die Vorbereitungsphase von vielen bis zum heutigen Tag andauernden Verletzungen, alles andere als optimal verlaufen war.

Am Sonntag um 08:00 Uhr starteten die Frauen-Nationalmannschaften gemeinsam mit den Profis den härtesten Duathlon der Welt, der sich aufgrund seines Höhenprofils auf der Lauf- und Radstrecke vor keinem Iroman verstecken muss. In Gegensatz zum Triathlon geht es beim Duathlon nach einem in der Regel schon harten ersten Lauf auf die Radstrecke und so fühlen sich die Radbeine dann auch an. Ich habe mich auf den ersten 10 km (mit 260 Höhenmeter zum Warmwerden) sehr zurückgehalten, da ich wusste, dass der Tag lang wird. Die 150 km auf dem Rad waren bei 24 Grad zu bewältigen. Insgesamt mussten 9 Berge mit zusammen fast 2000 Höhenmeter bewältigt werden. Am Bodenberg bedeutet das zum Beispiel, dass bis zu 18 Steigungsprozente zu überwinden waren.

Nach 07:16 h ging es auf die Laufstrecke. Die letzten 30 km mit weiteren ca. 750 Höhenmeter. Die Laufstrecke führte über Umwege auf den Heiternplatz, wo sich der Wendepunkt befand und beinhaltete wiederum happige Steigungen. Diese Strecke war zweimal zu absolvieren. Verständlicherweise fühlten sich die Beine nun nicht mehr allzu frisch an, aber ich versuchte trotzdem, meinen Laufschritt zu finden und psychisch war ich noch in einer sehr guten Verfassung. 

Obwohl im Training oft geübt, meldete sich leider ab der achten Stunde die spezielle Wettkampfnahrung und ich musste 5x die Laufstrecke mit Bauchschmerzen und Durchfällen verlassen. Nicht so einfach, wenn "Frau" einen Wettkampfeinteiler trägt. Hier musste ich leider zur später Zweitplazierten viele Minuten liegen lassen.

Ab 16:00 Uhr schlug das Wetter um, Regen und Wind machten die Höhenmeter noch unangenehmer. Aber Adrenalin lässt weiter machen!!! Zu finishen war das Ziel.

Dass ich mit dem Treppchen und somit mit der Bronzemedaille bei einer Weltmeisterschaft auch noch belohnt wurde, ist der Wahnsinn. Ein toller Event, was wohl immer in Erinnerung bleibt.


Jörg Preiß - ETU EM Triathlon-Lang-Distanz, Poznan (POL) am 24. Juli 2016

Am 24. Juli 2016 bin ich das erste Mal für die DTU in der Altersklassen-Nationalmannschaft an den Start gegangen.

Die ETU European Champions Triathlon Long Distance war eingebettet in die Challenge Poznan (Polen). Ein Ort, der sich mit seinen Voraussetzungen ideal für einen Triathlon eignet. Da ich das erste Mal für die DTU bei einer EM an den Start ging, wusste ich nicht, was mich dort erwartet und wie stark die Konkurrenz in meiner AK so ist. Auch wenn das Starterfeld seitens der DTU recht übersichtlich war, habe ich sehr viele nette Athleten kennengelernt.

Am Renntag herrschten ideale Bedingungen. Einziger kleiner Patzer bei der perfekt organisierten Veranstaltung war zum Auftakt, dass das Führungsboot etwas zu früh abbog und somit die Schwimmstrecke etwas verkürzte. Da dadurch aber alle zu wenig schwammen, wurde letztendlich keiner benachteiligt. So etwas sollte bei einer EM aber nicht passieren. Die Radstrecke war flach und lud zum "Bolzen" ein: Aero-Position und Kette rechts. Die Laufstrecke musste kurzfristig geändert werden, anstatt vier Runden um den See mussten wir über Schotterpisten, über unzählige Brücken mit entsprechenden Anstiegen und Passagen mit Kopfsteinpflaster laufen, insofern hatte die Laufstrecke durchaus sehr anspruchsvollen Charakter.

Nach dem Radfahren lag ich mit einigen Athleten meiner AK gleichauf und ging daher die ersten 10 Km der Laufstrecke sehr schnell an, was zwar den den Abstand zur Konkurrenz ausbaute, ich aber auf den letzten Kilometern bereute. Unterm Strich finishte ich in 9:40:07 Stunden und gewann damit deutlich meine AK und wurde ETU Europameister 2016 Long Distance und holte damit den Titel nach Deutschland.

   


Johannes Franzky - ETU EM Cross-Duathlon, Targu Mures (ROU) am 23. April 2016

Wenn die Armlehnen in einem Flugzeug noch Aschenbecher integriert sind, weiß man, dass der Flieger schon einige Flugstunden hinter sich hat. Der Vorteil: die bequemen, schon gut eingesessen Ledersitze. Die Reise nach Rumänien begann also sehr vielversprechend. Angekommen am Flughafen in Sibiu, wissen wir dann auch direkt wo unsere Räder sind - es gibt nur ein einziges Gepäckband. Mietwagen abgeholt, und das Navi programmiert. Nach den ersten Kilometern stellen wir fest - richtig schön ist es hier. Grüne, hügelige Wiesen, im Hintergrund die weißen Gipfel der Karpaten.

      

Nachmittags in Targu Mures angekommen, ging’s direkt in Richtung Wettkampf-Areal. Inzwischen war es ja auch schon 17:30 Uhr. Die Offiziellen vor Ort sagten, dass die Strecken gut beschildert seien. Nach der ersten sehr engen Kurven auf dem MTB waren wir uns sicher - das kann nur die Laufstrecke sein. Und diese war sehr anspruchsvoll. Fast ausschließlich Singeltrails, kein Meter eben. Überziehen auf den ersten 8,25 Kilometern - nicht empfehlenswert. Der zweite Versuch hat dann geklappt. Und die MTB-Strecke steht der Laufrunde in nichts nach. Flowige Singeltrails, kurze giftige Anstiegen, extrem schnelle Abfahrten. Und nach ein paar Verwirrungen und Dank der sehr netten Hilfe von Locals haben wir dann auch die Runden komplett gemacht. Die Vorfreude stieg.  

Und das Rennen hielt was es versprach. Von Start weg, ging vorne gut die Post ab. Aber auf den ersten Trails entspannte sich die Lage und ich konnte mich mit einem Rumänen ein wenig absetzen. Und er schien nicht das erste Mal auf den Trails rund um die lokalen Zoo unterwegs zu sein. In den  Bergab-Passagen hatte ich keine Chance an ihm dranzubleiben. Ich rief mir meine Vorgabe - nicht überziehen - zurück in den Kopf und wechselte als zweiter auf’s Rad. Und schon auf den ersten Metern, merkte ich, dass das Radfahren nicht die Lieblingsdisziplin des schnellen Rumänen ist. An der ersten Abfahrt ging ich an ihm vorbei. So fühlt es sich also an, ein Feld anzuführen. Und jetzt noch vier Runden?? In der zweiten Runden ausgerechnet auf der schnellsten Abfahrt gab es dann plötzlich einen Schlag und ich fand mich und mein Rad am Boden wieder. Kurz gesammelt, alles war noch da wo es hingehört - aufsteigen, weitermachen.

Der zweite Laufsplit war dann noch mal richtig hart. Die vielen kleinen Anstiege auf dem Rad machten sich jetzt bemerkbar. Aber mit der Vermutung, dass wahrscheinlich keiner vor mir ist (ich hatte ja kurzzeitig den Überblick verloren), ließen sich auch die steigenden Laktatwerte in den Beinen ganz gut verkraften. Als auf der langen Zielgerade das Zielbanner noch gespannt war, wusste ich, das wird was - hier in Rumänien. Und Mehmet Kloss und Lars Holder, beide in Zweiter in ihrer Altersklasse und der Rest der kleinen deutschen Mannschaft, konnten ihren persönlichen Erwartungen voll entsprechen. Das perfekte Wetter, eine wirklich tolle Landschaft und Strecke, sehr freundliche Menschen, die wirklich günstigen Direktflüge aus Köln und nicht zuletzt die Ergebnisse des „Team Germany" machen Rumänien auf jeden Fall zu einem Top-Reise Ziel.


Birgit Schellöh bei der Duathlon-EM in Kalkar am 16./17. April 2016

Die Europameisterschaft Duathlon Kurzdistanz (10-40-5 km) in Kalkar begann am Freitag mit dem Rad Check-in und der Athletenbesprechung im Kernwasser Wunderland. Dort traf ich andere Mitglieder des Nationalteams und die Betreuer. Wir fuhren mit dem Bus zur Eröffnungsfeier nach Kalkar, wo wir mit einer Kapelle nach Ländern sortiert hinter der Landesfahne zum Markt des alten Städtchens marschierten - mit Schaulustigen am Rand, die das Ganze fotografierten und filmten. Nach ein paar Reden, der Europahymne und dem Fliegenlassen von Luftballons fuhren wir zum Wunderland zurück zur Pasta Party, die Raum zum Kennenlernen und für Gespräche bot (auch mit anderen Nationen, wobei die Briten das größte Team stellten).

Am Samstag war der Start der Damen um 14:15 Uhr. Aufgrund des kühlen, windigen und im Verlauf auch schaurigen Wetters hatte ich mir Armlinge und ein kurzärmliges Unterhemd mitgenommen. Wer hat schon eine durchsichtige Jacke? Ein wenig in der Halle einlaufen, dann raus in den Startbereich.

Zu laufen waren vier 4 Runden à 2,5 Kilometer – teilweise am Rheindeich auf einer Wendepunktstrecke mit nettem Wind. Das Feld raste nach dem Tuten los. Die Pfützen bildeten sich beim einsetzenden Regen schnell und auf der dritten und vierten Runde begann für mich das Einsammeln derer, die zu schnell los waren. Rein in die Wechselzone - im Trockenen, in der Halle.

Auf der Straße dann Wind von der Seite, Wind von vorne (und er muss auch von hinten gekommen sein, aber den merkte man nicht). Die Kurven und Wenden waren im Regen glitschig. Zu sehen gab es außer Rädern - NICHTS. Hier galt es vier Runden à 10 Kilometer zu absolvieren, vorbei an der Halle mit ein paar Zuschauern, die dem Wetter trotzten. Im Lauf der dritten Runde hörte der Regen auf. Ich empfand den Gegenwind auf dem Rückweg von der hintersten Wende der Strecke so stark, dass ich dachte ich stehe und die mir entgegenkommenden Radlerinnen würden mich gleich einkassieren.

In der Halle lief ich erst falsch rum der vor mir geparkten deutschen Athletin in die Arme. Die schickte mich dann in die richtige Richtung und der noch davor reingekommenen Athletin hinterher auf die Laufstrecke. Auf der ersten Runde überholte ich diese, sah ein paar Entgegenkommende und die führende Deutsche. Schneller ging nicht, aber die andere blieb mir auf den Fersen - also auch nicht langsamer. Wir liefen in die zweite und letzte Runde und ich versuchte noch eine Art Endspurt.

Nach 2:18:07 Stunden (42:53 Min./ 1:11:30 h/ 21:51 Min.) überquerte ich die Ziellinie als 17. von 71 Damen und 3. der AK 50, was mir dann eine Bronzemedaille bei der späten Siegerehrung einbrachte.


Weitere Berichte und Interviews von DTU Age Groupern:

Hans-Peter-Grünebach - WM Wintertriathlon Zeltweg 2016

Interview Maria Hivner

Bericht Anja Kobs - ETU EM Genf 

Altersklassen-Interviews zur ETU Triathlon-Europameisterschaften in Genf

Bericht Peter und Marianne Grünebach - EM Mitteldistanz Rimini

Interview Bettina und Michael Haas

Interview Thomas Kerner

Interview Ralf Laermann

Interview Bernd Übersezig

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