Prävention sexualisierter Gewalt im Sport

Das Thema der sexualisierten Gewalt ist spätestens seit der Berichterstattung über Vorkommnisse in der Odenwaldschule und der katholischen Kirche ein viel beachtetes und stark diskutiertes Thema. Doch auch der organisierte Sport steht vor den gleichen Problemen und Herausforderungen wie Kirchen, Kindertagesstätten, Schulen und weiteren Institutionen, in denen sich Kinder und Jugendliche vermehrt aufhalten. Letztendlich muss die Prävention sexualisierter Gewalt zu einem gesamtgesellschaftlichen Anliegen werden, um das Wohlergehen junger Menschen zu sichern.

Aktuellen Erkenntnissen zur Folge darf jedoch nicht unberücksichtigt bleiben, dass eine Vielzahl an Übergriffen im sozialen Nahfeld von Kindern erfolgt, sprich TäterInnen vertraute Personen der Kinder sind. Somit muss auch ein wachsamer Blick in Richtung Freundes-/Bekanntenkreis der Familie bzw. Verwandtschaft und Nachbarschaft gerichtet werden. Auch hier bedarf es eines genaueren Hinsehens und Zuhörens.

Kein Raum für Missbrauch

Seit Anfang Januar 2013 sorgt die Kampagne "Kein Raum für Missbrauch" für weitere Aufklärung. Unter der Leitung des unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes Wilhelm Rörig, werden die Empfehlungen seiner Amtsvorgängerin Dr. Christine Bergmann und des Runden Tisches „Sexueller Kindesmissbrauch“ umgesetzt. Symbol der Kampagne ist das weiße “X“. Wer die Plakate aufhängt oder die weißen Pins trägt, unterstützt sichtbar das Anliegen „Kein Raum für Missbrauch“. Das weiße „X“ soll langfristig zu einem selbstverständlichen Symbol mit hoher gesellschaftlicher Relevanz werden.

Arbeitsmaterialien für Sportvereine

Kostenfreie Arbeitsmaterialien, wie Videos, Flyer und Plakate, stellt die Initiative "Kein Raum für Missbrauch" auf ihrer Internetseite allen Interessenten zur Verfügung. Den aktuellen Flyer für Sportvereine können sie sich auch hier herunterladen:

Kein Raum für Missbrauch - Flyer Sportvereine

 

Video-Spot der Initiative "Kein Raum für Missbrauch" und der DSJ

Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl an Informationsplattformen zum Themenfeld. Nachfolgend eine kleine Auswahl weiterführender Links:

Kein Raum für Missbrauch

Deutsche Sportjugend / Kinderschutz

Hessischer Jugendring / Prävention und Kindeswohl

Warum nimmt sich die Deutsche Triathlonjugend diesem Thema an?

Als Jugendorganisation eines Spitzensportverbandes ist der Deutschen Triathlonjugend das regelmäßige Sporttreiben von Kindern und Jugendlichen unter fachlicher Anleitung in Vereinen ein starkes Anliegen. Mit der Aufklärung und Thematisierung der sexuellen Gewalt im Sport wollen wir jedoch nicht nur Kinder schützen helfen; vielmehr wollen wir Eltern Vertrauen in die Vereinsarbeit vor Ort schenken sowie den handelnden Akteuren im Kinder- in Jugendtraining sowie deren Vereinsvorständen eine gewisse Sicherheit im Umgang mit der Problematik an die Hand geben. Um einer Verunsicherung seitens Eltern oder Vereine Rechnung zu tragen, möchte die Deutsche Triathlonjugend mit dem nachfolgenden Angebot für Aufklärung sorgen.

Generell steht im Sport die Körperlichkeit im Mittelpunkt des Interesses. Erst recht im Triathlon. Kinder und Jugendliche bedürfen – im Vergleich zu Erwachsenen – einer anderen Art der Ansprache und der Trainings-Atmosphäre. Die Trainingsstätte sollte dabei als ein Ort der Sicherheit/des Vertrauens und des Ausprobierens verstanden werden, um entsprechende Trainingsziele und Leistungen bei den Sportlern hervorrufen zu können. Vielmehr als in anderen Lebensabschnitten rücken dabei ÜbungsleiterInnen und TrainerInnen – gewollt oder ungewollt – in die Rolle einer Vertrauensperson. Dies bietet auf der einen Seite Chancen, um evtl. über Missstände und Probleme von Kindern zu erfahren, auf der anderen Seite birgt dies Gefahren, da potentielle Täter diese Vertrauensbindung bewusst suchen und diese für ihre Absichten nutzen!

Mehr denn je müssen sich Vereinsstrukturen im Sport dessen bewusst sein und darauf einstellen. Dies bedeutet, dass neben der Vereinsführung auch ÜbungsleiterInnen und TrainerInnen ihre Aufgabenfunktion überdenken bzw. ihre Handlungsweisen und die damit verbundenen Wirkungen beleuchten. Zudem ist damit zu rechnen, dass entsprechend kritische Fragen besorgter Eltern an sie herangetragen werden. Dies bietet wiederum Vereinen Chancen, sich anzupassen und innerhalb der eigenen Struktur weiterzuentwickeln. Das kann zukünftig als Qaulitätsmerkmal gegenüber anderen Vereinen durchaus von Bedeutung sein. Denn nur ein verantwortungs- und respektvoller Umgang mit jungen Menschen kann langfristig zum Erfolg Aller führen!

DOSB BMdI DSH ITU ETU
nach oben