News: Hitzeschlacht am Iseo See für die Paratriathlon-Nationalmannschaft

21.07.2015 11:55 von Nadine Rucktäschel

Im Anschluss an die Europameisterschaften in Genf verbrachte die Paratriathlon-Nationalmannschaft eine Woche am Iseosee (Italien), um sich optimal auf das erste World Paratriathlon Event (WPE) in Iseo-Franciacorta vorzubereiten. In Iseo hatten die Athleten erstmals die Chance, wertvolle Punkte für die Qualifikation zu den Paralympischen Spielen 2016 zu sammeln. Mit Platz 1 (Martin Schulz, PT 4 – leichte Behinderung), Platz 4 (Stefan Lösler, PT 2 – schwere Behinderung) und Platz 5 (Markus Häusling, PT 1 - Rollstuhlfahrer) reiste das Team am Ende zufrieden und optimistisch nach Hause.

Bereits bei der Europameisterschaft in Genf hatten es die Paratriathleten bei über 30 Grad Außentemperatur nicht ganz leicht. Aber was Markus Häusling (PT 1), Stefan Lösler (PT 2) und Martin Schulz (PT 4) beim WPE Iseo erwartete, stellte nicht nur die Athleten, sondern das gesamte Betreuerteam vor ganz neue Herausforderungen. „Dieses Rennen werden wir alle nicht so schnell vergessen“, berichtet Cheftrainer Tom Kosmehl, der stolz ist auf seine Athleten. „Sie haben vor und in dem Rennen gezeigt, dass sie immer professioneller werden und konnten sogar ihre Leistungen von den Europameisterschaften teilweise verbessern“, ergänzt er. 

Bei knapp 40 Grad Außen- und 28,8 Grad Wassertemperatur hieß es erstmals in der Geschichte des Paratriathlons „Neoprenverbot“. Gerade für Rollstuhlfahrer Markus Häusling eine Situation, die ihm vor dem Rennen viel Kopfzerbrechen bereitete, weil der Auftrieb des Anzugs speziell den Rollifahrern eine bessere Schwimmlage verleiht. Stefan Lösler hatte mit dem Problem zu kämpfen, dass seine Beinprothese, mit der er den Weg vom Wasserausstieg zur ersten Wechselzone läuft, speziell für seinen Neoprenanzug angefertigt wurde. Mit viel Köpfchen und ein wenig handwerklichem Geschick gelang es dem Team am Ende, beide Athleten gut auf die Radstrecke zu bekommen. Aber auch hier konnte Cheftrainer Kosmehl noch nicht durchatmen. „Eine Athletin verlor ihre Prothese auf dem Rad, bei einer blinden Athletin brach ihr Guide kurz vor dem Ziel zusammen. Viele Athleten haben das Ziel nicht erreicht, das war wirklich der Wahnsinn“, berichtet er.

Im Paratriathlon bedeutet eine derart große Hitze doppelte Herausforderungen: Einmal geht es natürlich darum, den Körper ständig zu kühlen und ausreichend zu trinken. Aber der Schweiß bedeutet für die Handbike- und Renn-Rollstuhlfahrer sowie für die Prothesen-Träger ein zusätzliches Problem. Prothesen verlieren ihren Halt und der Handantrieb wird ebenfalls gestört. Dieser besonderen Situation gewann der Cheftrainer aber auch etwas Positives ab. „Eine perfektere Vorbereitung auf den Testwettkampf in Rio Anfang August hätten wir gar nicht haben können“, schmunzelt Kosmehl, der hofft, dass beim World Paratriathlon Event in Rio nicht neue Überraschungen auf ihn und das Team warten.

Ein großer Dank gilt auch Steven Schreiber und Simon Gänger, die das Team vor Ort optimal betreut und unterstützt haben!

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