News: Was macht eigentlich...? Simone Mortier

05.12.2017 08:30 von Jan Sägert

Im portugiesischen Cascais gewann Simone Mortier im Juni 1989 als zweite Deutsche Triathlon-EM-Gold (Foto: privat)

Als der Triathlon in Deutschland Mitte der 1980er Jahre "laufen lernte", war Simone Mortier dabei. Als zweite Deutsche nach Alexandra Kremer wurde die gebürtige Würzburgerin 1989 Triathlon-Europameisterin. Bis heute liebt sie den Ausdauersport und führt neben ihrem Job als Ärztin mittlerweile vor allem Kinder und Jugendliche an den Triathlon heran. Folge 7 unserer Serie "Was macht eigentlich...?".

Simone, wie lange warst Du als Triathletin aktiv und wann hast Du Deine Karriere beendet (vielleicht auch kurz warum)?

Begonnen habe ich etwa 1985 während meines Studiums - da war ich 21 Jahre alt und der Triathlon fasste in Deutschland so langsam Fuß. Ich war bis 1995 international aktiv. 1992 hatte ich während eines Triathlons eine schwerwiegende Verletzung erlitten, es war nicht klar, ob ich überhaupt wieder laufen können würde. Doch es hat geklappt. 1995 war ich jedoch recht ausgelaugt, da Studium, Job und Sport mich auf Dauer erschöpften. Eine Pause musste sein. 1996 kam dann meine erste Tochter zur Welt. Zwei weitere Kinder und meine Arbeit haben mich schlussendlich ausgefüllt und ein Wiedereinstieg auf internationaler Ebene war unsinnig. 2009 und 2014 habe ich bei den Triathlon-Europameisterschaften der Age Grouper in Holten und Kitzbühel nochmal kurz in die Szene geschnuppert.

Was waren Deine größten Erfolge und an welches Rennen erinnerst Du Dich heute noch besonders gern?

Simone Mortier auf dem Titel des "TRI-ATHLET" 7/89 (Foto: Thierry Deketelaere)Es gibt viele tolle Rennen, an die ich mich gern erinnere. Natürlich die Europameisterschaften 1989 in Cascais (Anm.: Mortier gewann Gold vor Kirsten Ullrich). Triathlonrennen in Roth, Deutsche Mittel-Distanz-Meisterschaften in Kulmbach, Rennen in Monaco, Annecy, Mailand, Sofia. Duathlons in Uslar, Koblenz, Suhl, und viele viele andere Veranstaltungen sind in guter Erinnerung. Es war ein tolle Zeit!

Wo lebst Du heute und was machst Du mittlerweile beruflich?

Mit meinem Mann und den drei Kindern habe ich über 20 Jahre in Schaffhausen, in der Schweiz, gelebt. Zwei unserer drei Kinder sprechen heute noch Schwiizertüütsch untereinander (liebe Grüße an Ralf Eggert). Dort habe ich im Krankenhaus als Ärztin - insbesondere im sportmedizinischen Bereich und mit Herzpatienten - gearbeitet. Zudem habe ich viele Jahre in der Physiotherapie-Schule unterrichtet. Seit 2012 wohnen wir in Inzell, in den Bergen im südöstlichsten Zipfel Bayerns. Jetzt haben wir die Langlaufloipe praktisch vor dem Haus. Hier konnte ich einige Jahre in einer Praxis mitarbeiten. Derzeit ergibt sich wahrscheinlich wieder ein neues Projekt im Herzsportbereich. Daneben habe ich nach meiner aktiven Triathlonzeit eine Trainerausbildung absolviert und trainiere seit vielen Jahren vor allem Kinder und Jugendliche. Hier in Inzell gebe zusätzlich noch Schwimmunterricht.

Wie häufig bist Du heute noch sportlich aktiv – und in welchen Sportarten?

Den Ausdauersport liebe ich nach wie vor. Am häufigsten schnüre ich die Laufschuhe. Wenn ich auch nicht unbedingt „trainiere“, so bin ich fast täglich – häufig auch mit unseren zwei Hunden – unterwegs. Mit dem Rennrad fahre ich zur Zeit nur selten, eher kommt das Mountainbike zum Einsatz. Auf die Rolle setze ich mich abends bei einem Krimi regelmäßig und mache neuerdings etwas Krafttraining. Bergtouren und Skilanglauf bieten sich hier natürlich auch an. Zum Schwimmen komme ich am wenigsten. Das variiert zwischen gar nicht und mehrmals im Monat. Auch wenn ich in Inzell wohne, zur Eisschnellläuferin bin ich bisher nicht geworden.


Weitere Folgen der Serie

- Was macht eigentlich...? Andreas Clauß

- Was macht eigentlich...? Maik Petzold

Was macht eigentlich...? Sonja Oberem

Was macht eigentlich...? Nina Eggert

Was macht eigentlich...? Ralf Eggert

Was macht eigentlich...? Joelle Franzmann

Was macht eigentlich...? Christian Weimer

Zurück

DOSB BMdI DSH ITU ETU
nach oben