News: Triathlon-EM Kitzbühel: Paratriathlet Martin Schulz Goldfavorit, Nieschlag selbstbewusst

15.06.2017 14:30 von Eva Werthmann

Martin Schulz bei der EM 2016 in Lissabon (Portugal)

Paratriathlet Martin Schulz (Leipzig) reist als Topfavorit auf Gold zu den Triathlon-Europameisterschaften nach Kitzbühel (Österreich). Der Paralympics-Sieger von Rio und amtierende Weltmeister trifft am Freitag (16. Juni) in der Startklasse PTS4 (leichte Behinderung) auf seinen französischen Dauerrivalen Yannick Bourseaux, Zweiter der WM 2016 in Rotterdam, und Jairo Ruiz Lopez (Spanien), der in Rio und Rotterdam in Schulz‘ Startklasse jeweils Bronze gewonnen hatte.

„Auf europäischer Ebene ist Martin derzeit schwer zu schlagen“, sagt Tom Kosmehl, Cheftrainer Paratriathlon der Deutsche Triathlon Union (DTU). „Sein Sieg in Rio hat ihn noch stärker und selbstbewusster gemacht. Er hat jetzt optimale Trainings- und Umfeldbedingungen und konnte sich dementsprechend gut vorbereiten. Er geht als klarer Favorit ins Rennen“, so Kosmehl weiter.

Weitere Medaillenkandidaten

Neben Schulz schickt die DTU weitere Medaillenhoffnungen in Kitzbühel ins Rennen. Bei den Frauen zählen Nora Hansel (Bochum) und Maike Hausberger (Trier) in der Startklasse PTS3 (mittlere Behinderung) zu den Podiumsanwärterinnen. Beim ITU Paratriathlon Weltcup in Besancon (Frankreich) vor knapp zwei Wochen war Hansel 28 Sekunden vor Hausberger als Zweite ins Ziel gelaufen, hatte aber auf der Laufstrecke mehr als eine Minute auf ihre Teamkollegin verloren. „Nora ist beim Schwimmen und Radfahren stärker, Maike dafür auf der Laufstrecke. Ich bin gespannt, wie sich dieser Konkurrenzkampf im Team auf die Leistung und das Ergebnis auswirkt“, so Kosmehl.

Auch Lösler hofft auf eine EM-Medaille

Stefan Lösler (Ilsfeld) muss sich in der Startklasse PTS2 (schwere Behinderung) starker Konkurrenz stellen, hofft aber dennoch auf eine Medaille. Nach seinem Sieg beim ITU Paratriathlon Weltcup in Besancon geht der 32-Jährige optimistisch ins Rennen, trifft jedoch in Kitzbühel auf den Paralympics-Sieger von Rio und amtierenden Welt- und Europameister, Andrew Lewis (Großbritannien). „Lewis und Stephane Bahier werden die ersten beiden Plätze unter sich ausmachen, aber dritte Platz ist offen und Stefan will mit darum kämpfen“, kündigt Kosmehl an.

Nach seinem vierten Platz bei der World Paratriathlon Series in Gold Coast (AUS) zählt Benjamin Lenatz (Radevormwald) bei den Rollstuhlfahrern zum erweiterten Kreis der Medaillenkandidaten. „Die Leistungsdichte bei den Rollis ist wahnsinnig hoch. Für ganz vorn wird es wohl nicht reichen, aber um Platz drei kann Benjamin vielleicht mitkämpfen“ schätzt Kosmehl die Lenatz‘ Chancen ein.

Für Lena Dieter (Viernheim) und ihrer Begleitläuferin Lena Kämmerer wird es schwierig, um die Medaillen in der stark besetzten Startklasse PTVI (Sehbehinderung) mitzukämpfen. Nichtsdestotrotz geht die junge Hessin nach ihrem Sieg beim Paratriathlon-Weltcup in Besancon mit viel Selbstvertrauen in das Rennen in Tirol.

Nieschlag mit Selbstbewusstsein

Im Eliterennen der Männer schickt die DTU Justus Nieschlag (Saarbrücken) an den Start. Der B-Kaderathlet hat beim ITU Triathlon Weltcup in Cagliari (Italien) Anfang Juni mit Platz vier sein bisher bestes Ergebnis im Weltcup eingefahren und kann nun mit breiter Brust bei den Europameisterschaften über die Kurz-Distanz (1,5-40-10 Kilometer) starten.

Lena Meißner (Neubrandenburg), 2015 und 2016 jeweils EM-Dritte, ist bei den Juniorinnen erneut eine Medaillenkandidatin. Die 18-Jährige geht zusammen mit ihren DTU-Teamkolleginnen Marie Horn (Potsdam), Nina Eim (Itzehoe) und Bianca Bogen (Leipzig) an den Start.

Für die Junioren Moritz Horn (Potsdam), Tim Siepmann (Witten) und Gabriel Allgayer (Mercersburg/USA) geht es in Kitzbühel darum, eine gute Platzierung zu erzielen, um sich noch für die EM in Düsseldorf bzw. die WM im September in Rotterdam zu qualifizieren.

Tribut für Markus Häusling

Am Rande des Renngeschehens nehmen die Athletinnen und Athleten in Kitzbühel auch offiziell Abschied von Markus Häusling. Der Paratriathlet, viele Jahre Mitglied der Nationalmannschaft verstarb im Dezember 2016 an ALS (Amyotrophe Lakteralsklerose). Ihm zu Ehren wird die Startnummer 1 nicht vergeben. Zudem soll ihm mit einer Schweigeminute gedacht werden.

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