News: Was macht eigentlich...? Christian Prochnow

30.01.2018 11:34 von Jan Sägert

ITU World Triathlon Hamburg 2008: Eins der wichtigsten Rennen in der Karriere von Christian Prochnow (Foto: Silke Insel)

Das historische Olympiarennen 2008 in Peking war nicht nur für Jan Frodeno und Daniel Unger denkwürdig. Christian Prochnow komplettierte damals in Fernost das überragende Ergebnis des DTU-Trios. Mit zwei fünften Plätzen in Hamburg und Madrid hatte sich der Potsdamer das heiß umkämpfte dritte Olympiaticket geholt. 2013 war nach 17 Jahren Triathlon Schluss. Was "Paule" heute im wilden Osten macht, erzählt uns der 35-Jährige in  Folge 11 unserer Serie „Was macht eigentlich…?“.

Christian, wie lange warst Du als Triathlet aktiv und wann hast Du Deine Karriere beendet (vielleicht auch kurz warum)?

Puhhh, knapp 17 Jahre waren es am Ende. Im September 2013 habe ich nach zwölf Jahren in der Nationalmannschaft den Schlussstrich gezogen. Mit dem schönen Abschied auf dem Hamburger Rathausmarkt beim WTS-Rennen war ein Rücktritt vom Rücktritt ausgeschlossen. Nach all den Jahren war einfach Zeit für etwas Neues. Nach der verpassten Qualifikation für die Olympischen Spiele in London kam ein weiterer Olympiazyklus für mich nicht in Frage. Das Thema Langdistanz hatte sich somit auch erledigt. 

Was waren Deine größten Erfolge und an welches Rennen erinnerst Du Dich heute noch besonders gern?

Mit Sicherheit war es die Teilnahme und der 15. Platz bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking dazu die Qualifkationsrennen in Pontevedra, der Heimat von Javier Gómez, und die Weltcups in Madrid und Hamburg mit Platz fünf im gleichen Jahr. Der Vizemannschafts-Weltmeistertitel in Ungarn 2007 und die zahlreichen Top-Ten-Platzierungen bei Europa- und Weltcups waren sicher auch tolle Erlebnisse. Ganz weit oben auf der Genussliste steht die Triathlon-Bundesliga mit dem tollen Team voller Persönlichkeiten aus Witten mit dem Titel im Jahr 2007.

Wo und wie lebst Du aktuell und was machst Du mittlerweile beruflich?

Die schönste Stadt im wilden Osten heißt für mich immer noch Potsdam. Hier fühle ich mich mit meiner Frau zwischen Park Sanssouci und dem Havelufer am wohlsten. Nach meinem Ausscheiden aus dem Triathlonsport habe ich mich im Paralympischen Schwimmen drei Jahre als Trainer versucht. Gemeinsam mit einem duften Team habe ich in Rio eine Athletin zu einer Silbermedaille geführt. Natürlich konnte ich in dieser Zeit auch wichtige Erfahrungen als Trainer sammeln. Nun bin ich als Seiteneinsteiger an einer Förderschule im ländlichen Raum von Brandenburg für die Fächer Wirtschaft-Arbeit-Technik und Sport tätig. Die Jugendlichen können dort freudvolle und natürlich auch anstrengende Momente in sportlicher Manier sehr gut für ihren Alltag gebrauchen. 

Wie oft bist Du noch sportlich aktiv - und in welchen Sportarten? 

Rund drei mal die Woche versuche ich etwas gesundheitsorientierte Bewegung beizubehalten. Das hohe Maß an der gewohnten Abwechslung im Triathlonsport hat 2017 den Quadrathlon aufs Programm gerufen. 2017 habe ich versucht an die alten Zeiten anzuknüpfen und bin bei der Langdistanz-Weltmeisterschaft in Lazinov (CZE) Fünfter geworden. Ehrlicherweise als Staffelstarter mit zwei Jungs, die zuvor ohne meine Hilfe als Vizeweltmeister ins Rennen gegangen sind. Die sportliche Betätigung mit alten Weggefährten hin und wieder aufleben zu lassen, das ist ein kostbares Ziel. Da wäre selbst die Sportart zweitrangig.


Foto: ITU/ Janos Schmidt  Foto: Petko Beier/ pebe-sport.de  Foto: ITU/ Delly Carr 

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