Mein erster Triathlon (15): Merit David

Wie war das noch damals? Wie ging es los? In unserer Serie „Mein erster Triathlon“ erzählen Profisportler, Altersklassen-Athleten oder Menschen, die beruflich mit Triathlon zu tun haben, von ihren Anfängen im Ausdauerdreikampf. Heute: Merit David(29) fand als eher unsportliche Person über einen Vorbereitungskurs zum Triathlon.

Vor ein paar Jahren war ich beim Hermannslauf, der von Detmold nach Bielefeld führt. Als Zuschauerin. Mein Mann lief dort mit. Ich war tief beeindruckt von den Leistungen der Athleten, fand es als Zuschauerin so cool, die Sportler über die Ziellinie laufen zu sehen. Die Leistungen der Läufer waren für mich damals so weit weg. Unrealistisch, das selbst mal zu schaffen. Immerhin geht der Hermannslauf über 31,1 Kilometer bergauf und bergab. Ich ging damals einmal die Woche in einen Bauch-Beine-Po-Kurs. Und das nicht mal unbedingt regelmäßig.

In den folgenden Jahren bin ich dann ab und an mal mit meinem Mann Rennrad gefahren. Aber es waren jetzt nicht so klassische Trainingsausfahrten. Es waren eher Fahrten bis zu einem Café und zurück. Anfang 2019 hat mir mein Cousin dann von dem Triathlon-Vorbereitungskurs „Yes, We can! vom Tri-Team Gütersloh erzählt. Ich fand, das könnte ich mal ausprobieren. Ich bin als Kind geschwommen und hatte daran genauso Spaß wie nun am Rennradfahren. Nur das Laufen machte mir etwas Sorgen. In der Beschreibung für den Vorbereitungskurs stand, man solle 30 Minuten am Stück Laufen können. Das war mehr, als ich mir zutraute. Ich meldete mich trotzdem an.

Drei Kilometer laufen war wahnsinnig hart

Ich ging dann mal laufen – und schaffte drei Kilometer. Und das war wahnsinnig hart. Ich hatte echt Angst, bei dem Vorbereitungskurs zu versagen. Aber ich habe mir gesagt: Ich habe beim Sport bislang immer gekniffen. Diesmal ziehe ich es durch! Also habe ich mit einem Vorbereitungstraining für den Vorbereitungskurs begonnen. Als der Yes, We can!-Kurs vom Tri-Team Gütersloh im Februar startete, konnte ich immerhin fünf Kilometer am Stück Laufen.

Wenn ich zurückschaue auf Anfang 2019, muss ich ein bisschen über mich schmunzeln. Mittlerweile gehe ich manchmal vor dem Frühstück 15 Kilometer Laufen. Damals ist es mir schwer gefallen, überhaupt ein paar Kilometer zu bewältigen. Das Training macht jetzt so viel Spaß. Wenn ich früher immer mal wieder einen Anlauf genommen habe, mit dem Sport zu beginnen, habe ich es meistens gleich übertrieben und hatte dann tagelang Schmerzen. Zudem habe ich meine beidseitige Hüftfehlstellung immer als Ausrede benutzt, dass ich doch eh nichts machen kann. Ich habe mir eingeredet, dass es der Körper eh nicht zulässt. Dank meines Trainers Hendrik Selinger, den ich durch den Kurs kennenlernte, trainiere ich seit einiger Zeit dosierter und vernünftiger - und habe überhaupt keine Probleme mehr. Ich merke, wie ich mich stark weiterentwickle und meine eigenen körperlichen Grenzen immer wieder neu überwinden kann.

Ich weiß nicht, ob ich den Weg in den Triathlon ohne den Vorbereitungskurs geschafft hätte. Es hat mir unglaublich geholfen, mit anderen Menschen zusammen für ein gemeinsames Ziel zu trainieren. Ich habe tolle Freunde kennengelernt und es hat einfach Spaß gemacht, in der Gruppe zu trainieren. So viel Spaß, dass ich mich sogar vor meinem ersten Wettkampf, dem Dalkeman im Mai, schon für ein weiteres Rennen angemeldet habe. Insgesamt habe ich 2019 vier Triathlons absolviert. Vor meiner Premiere beim Dalkeman über die Sprintdistanz war ich unglaublich nervös. Aber es lief dann ganz gut. Mir ist nur zu Beginn des Schwimmens Wasser in die Brille gelaufen und ich musste auf der Laufstrecke immer mal wieder gehen, weil ich beim Radfahren ein bisschen zu schnell angegangen bin. Aber aus solchen Erfahrungen lernt man ja.

Wenn man mir vor einem Jahr erzählt hätte, wie sich mein Leben in den kommenden zwölf Monaten verändert, ich hätte das nicht geglaubt. Triathlon ist neben der Arbeit, meinen Freunden und meiner Familie zu einem festen und wichtigen Bestanteil meines Lebens geworden. Heute ärgere ich mich, wenn ich mal krank bin, weil ich dann nicht trainieren kann. Früher hätte ich eine Krankheit als Ausrede benutzt, um keinen Sport machen zu müssen. Ich habe mich körperlich und persönlich weiterentwickelt. Ich bin durch den Sport fitter und belastbarer geworden, habe elf Kilogramm abgenommen und habe tolle Menschen kennengelernt. Und ich finde es auch toll, mit meinem Mann gemeinsam zu trainieren. Wir teilen die Freude am Training und es ist ein tolles Gefühl zu wissen, dass man im Wettkampf nicht allein ist. Auch wenn man irgendwie für sich kämpft.

Du hast auch eine spannende Geschichte, wie du zum Triathlon gekommen bist? Dein erstes Rennen verbindest du mit tollen Erinnerungen, witzigen Momenten oder einer ganz besonderen Anekdote? Deine Geschichte sollten wir unbedingt kennen? Dann schreibe uns eine E-Mail an medien@dtu-info.de. Und vielleicht erscheint hier bald ein Bericht über deinen ersten Triathlon.