Mein erster Triathlon (10): Susanne Buchholz

Wie war das noch damals? Wie ging es los? In unserer Serie „Mein erster Triathlon“ erzählen Profisportler, Altersklassen-Athleten oder Menschen, die beruflich mit Triathlon zu tun haben, von ihren Anfängen im Ausdauerdreikampf. Heute: Susanne Buchholz. Buchholz (40) war jahrelang ein Sportmuffel, der ein paar Kilogramm zu viel wog. 2016, als sie merkte, dass sie sich (mehr) bewegen muss, begann sie mit Laufen, dann mit Radfahren, nahm 18 Kilogramm ab. Trotz vieler Ängste und Zweifel traute sie sich 2019, an einem Triathlon teilzunehmen. Das Erlebnis war so toll, dass im selben Jahr drei weitere folgten.

Viele Zweifel, Fragen und Ängste

Als ich mich zum Einchecken für meinen ersten Triathlon, in Moritzburg, angestellt habe, bin ich mit der Frau hinter mir ins Gespräch gekommen. Ich habe gleich gesehen, sie ist auch keine professionell aussehende Triathletin. Sondern eher ein Durschnittsportler wie ich, die auch vor ihrer Triathlon-Premiere stand. Das hat mich enorm beruhigt und wir haben uns super unterhalten.

Ich hatte vor meinem ersten Triathlon viele Zweifel, Fragen und Ängste. Ich habe mich gefragt, komme ich als Letzte im Ziel an? Ich habe mich gefragt, bin ich hier fehl am Platz? Und ich habe mich gefragt, wie das beim Schwimmen wird. Vor dem Schwimmen im Freiwasser hatte ich richtig, richtig Panik: Das Wasser ist dunkel, das Wasser ist kalt, in dem Wasser sind Fische und Algen.

Beim Einchecken habe ich gemerkt, hier sind nicht nur professionelle Triathleten und ich. Hier sind ganz viele „Susannes“. Große, Kleine, Dicke, Dünne. Mit Fragen und Ängsten wie ich. Das hat mich beruhigt und mir Mut gemacht. Es gab kein Konkurrenzdenken, sondern es war vielmehr ein Miteinander.

Bis vor ein paar Jahren noch ein Sportmuffel

Als der Start erfolgt ist, war die ganze Angst und Aufregung wie weggeblasen. Fische habe ich keine gesehen. Dabei hatte ich so Angst gehabt, dass mich einer beißt. Und das Wasser war auch gar nicht so tief wie befürchtet. Das Schwimmen lief richtig gut, ich kam nicht einmal als Letzte aus dem Wasser. Beim Radfahren lief es großartig, ich fuhr mit einem Dauergrinsen so schnell wie nie zuvor. Deshalb musste ich beim Laufen auch mal kurzzeitig gehen, weil ich so kaputt war. Doch dann hat mich ein netter Streckenposten angefeuert – und ich bin weitergelaufen.

Im Ziel habe ich vor Freude geweint. Es kamen sogar Leute auf mich zu und haben gefragt, ob alles okay ist. Dabei war ich einfach extrem von meinen Gefühlen übermannt. Ich war so stolz, so glücklich, einen Triathlon absolviert zu haben.

Ich und Triathlon, das konnte ich mir bis vor ein paar Jahren nicht vorstellen. Die passende Bezeichnung für mich war wohl Sportmuffel. Ich hatte auch ein paar Kilogramm zu viel, so um die 20 genau gesagt. Beim Treppensteigen habe ich mich wie eine alte Frau gefühlt. Ich dachte, das kann nicht sein, ich bin doch noch nicht einmal 40 Jahre alt. Mein Mann und ich haben im Spätsommer 2016 beschlossen, dass wir uns mehr bewegen müssen.

Wir haben uns an sportliche Bewegung herangetastet. Mit Joggen und Gehen im Wechsel. Am Anfang haben wir vielleicht drei Kilometer geschafft, waren aber trotzdem total fertig. Nach einem knappen halben Jahr bin ich das erste Mal zehn Kilometer gelaufen. Darauf war ich sehr stolz. Ich habe mich jedoch furchtbar schlecht gefühlt, weil ich so kaputt war. Über einen Firmenlauf haben wir zu Laufwettkämpfen gefunden.

Rennradfahren wollte ich nie. Im Gegensatz zu meinem Mann. Im Winter 2017/18 war mein Mann bei einer Session auf der Rolle zu Hause so fertig, dass er sie nicht zu Ende fahren konnte. Also habe ich das übernommen. Und es hat sogar richtig Spaß gemacht. So viel Spaß, dass ich ab Frühjahr 2018 das alte Rennrad meines Mannes genutzt habe. Wir haben dann auch bei einigen Duathlons mitgemacht.

Einen Start bei einem Triathlon konnte ich mir immer noch nicht vorstellen. Ich konnte ja schließlich nicht wirklich gut schwimmen. Freunde haben immer wieder gesagt, probiere das doch mal aus. Aber in einem See schwimmen, in dem das Wasser dunkel und kalt ist, in dem es Fische und Algen gibt? Nein! Aber irgendwie hat mich der Gedanke nicht mehr losgelassen. Ich habe mir dann viele Videos im Internet angeschaut, sehr viel gelesen. Irgendwann konnte ich mich dann dazu durchringen, es mal auszuprobieren. Ich bin an einen See gefahren und im Freiwasser geschwommen. Und es war gar nicht so schlimm. Da wusste ich dann: du willst und wirst einen Triathlon absolvieren.

Du hast auch eine spannende Geschichte, wie du zum Triathlon gekommen bist? Dein erstes Rennen verbindest du mit tollen Erinnerungen, witzigen Momenten oder einer ganz besonderen Anekdote? Deine Geschichte sollten wir unbedingt kennen? Dann schreibe uns eine E-Mail an medien@dtu-info.de. Und vielleicht erscheint hier bald ein Bericht über deinen ersten Triathlon.