Mein erster Triathlon (14): Mirco Beyer

Wie war das noch damals? Wie ging es los? In unserer Serie „Mein erster Triathlon“ erzählen Profisportler, Altersklassen-Athleten oder Menschen, die beruflich mit Triathlon zu tun haben, von ihren Anfängen im Ausdauerdreikampf. Heute: Mirco Beyer. Beyer, 41, arbeitet hauptberuflich in der DTU-Geschäftsstelle als Jugendsekretär der Deutschen Triathlonjugend und ist Triathlet.

Als ich 2003 meinen ersten Triathlon absolvierte, habe ich mich vor dem Startschuss des Rennens schon gefragt, ob ich hier richtig bin. Auf der einen Seite ich mit meinem Stahlrahmenrad, das ich im Internet für rund 150 Euro erworben hatte, mit langen Haaren und mit Trinkrucksack auf dem Rücken - was vielleicht bekloppt ausgesehen haben mag. Anstatt eines Neoprenanzuges trug ich einen Shorty, den ich vom Wellenreiten hatte. Ich sah also eher aus wie der Surfertyp. Auf der anderen Seite viele, viele professionell ausgestattete Athleten mit hochgezüchteten Zeitfahrmaschinen. Ich habe dann jedoch schnell gemerkt, dass das Material nicht das ausschlaggebende Kriterium für die Platzierung ist. Einige von denen habe ich nämlich hinter mir gelassen.

Aber mir ging und geht es beim Triathlon auch nicht um Platzierungen. Mich fasziniert die Abwechslung zwischen den drei Disziplinen, mich körperlich unterschiedlich zu bewegen. Das macht Spaß. Ich finde es toll, in der Natur zu sein. Was immer noch einen großen Reiz auf mich ausübt, ist, dass man – im Gegensatz zum Laufen - bei Radeinheiten in einem recht geringen Zeitaufwand die Umgebung seines Wohnortes aus einer ganz anderen, weitläufigeren Perspektive kennenlernt. Da kommt man manchmal mit einem Gefühl wie nach einem Kurzurlaub nach Hause, weil man immer etwas Neues entdeckt. Dieser andere Einblick in seine Region, den man beim Radtraining erhält, beeindruckt mich immer wieder.

Nicht mehr mit hochrotem Kopf wie in der Jugend

Dabei war es eigentlich das Laufen, über das ich zum Triathlon gefunden habe. Während meines Sportstudiums wollte ich Dinge, die ich in der Theorie gelernt habe - wie zum Beispiel Trainingssteuerung und Herzfrequenzmessung -, in der Praxis ausprobieren. Ich habe mir einen Herzfrequenzmesser gekauft und bin Laufen gegangen. Zur Freude meiner Mutter dank des Herzfrequenzmessers übrigens nicht mehr mit hochrotem Kopf wie noch in meiner Jugendzeit. Laufen war mir dann jedoch schnell zu monoton. Über eine Reportage auf Eurosport über Lothar Leder bin ich auf die Sportart Triathlon aufmerksam geworden und habe erfahren, dass es in meinem Heimatort einen Triathlon gibt. Auf meine Triathlonpremiere 2003 über die Kurzdistanz sind viele weitere Rennen gefolgt.

Ich habe während meines Sportstudiums gemerkt, dass ich unbedingt einen Job ausüben will, bei dem ich Leuten, die Interesse am Sport haben oder im Sport arbeiten, beratend zur Seite stehe. Und etwas mit Kindern und Jugendlichen machen. Denn für die habe ich schon immer gerne gearbeitet. Der Job als Jugendsekretär bei der Deutschen Triathlon Union passte für mich dann wie die Faust aufs Auge, das Hobby ist dadurch zum Beruf geworden. Heute kann ich sagen: Triathlon nimmt seit Jahren eine wichtige Bedeutung in meinem Leben ein, aber es bleibt auch viel Zeit für andere Dinge. Denn Triathlon ist sicherlich nicht der Lebensinhalt, um den sich alles dreht.

Du hast auch eine spannende Geschichte, wie du zum Triathlon gekommen bist? Dein erstes Rennen verbindest du mit tollen Erinnerungen, witzigen Momenten oder einer ganz besonderen Anekdote? Deine Geschichte sollten wir unbedingt kennen? Dann schreibe uns eine E-Mail an medien@dtu-info.de. Und vielleicht erscheint hier bald ein Bericht über deinen ersten Triathlon.