Mein erster Triathlon (22): Jan Philipp Krawczyk

Wie war das noch damals? Wie ging es los? In unserer Serie „Mein erster Triathlon“ erzählen Profisportler, Altersklassen-Athleten oder Menschen, die beruflich mit Triathlon zu tun haben, von ihren Anfängen im Ausdauerdreikampf. Heute: Jan Philipp Krawczyk. Krawczyk ist Vizepräsident Kampfrichter und Veranstaltungswesen bei der DTU und Hobbytriathlet.

Zum Schwimmen habe ich eine etwas ambivalente Beziehung. Schwimmen ist meine beste der drei Triathlondisziplinen. Ich bin schon bei Wettkämpfen als erster Athlet aus dem Wasser gekommen. Aber Schwimmen und ich, das ist auch eine Beziehung mit Hindernissen. Als Kind hatte ich richtig Angst vor Wasser. Das ging sogar so weit, dass mein Papa sich irgendwann weigerte, mit mir ins Schwimmbad zu gehen, weil ich jedes Mal geheult habe, wenn mich jemand nassgespritzt hat.

Dann kam der Tag, der alles veränderte: Im Alter von sieben Jahren war ich auf einem Kindergeburtstag eigeladen. Alle Kinder durften zum Schwimmen in das große Becken. Nur ich nicht. Ich konnte zwar Schwimmen. Meine Eltern hatten mir das schon früh beigebracht. Aber ich hatte einfach Angst. Angst vor dem Wasser.

Irgendwas muss an diesem Tag mit mir passiert sein – was genau, kann ich nicht sagen, da ich noch sehr jung war und es schon sehr lange her ist. Vermutlich aber fand ich es einfach doof, alleine zu sein, während alle anderen Kinder in dem großen Becken rumtollten. Auf jeden Fall bin ich zum Bademeister gegangen und habe ihm gesagt: Ich will jetzt das Seepferdchen machen. Und dann habe ich es gemacht. Einfach gemacht.

Es war, als hätte jemand einen Knopf gedrückt. Die Angst war plötzlich weg. Das war ganz praktisch, denn wir hatten in der Schule damals eine sehr ambitionierte Sportlehrerin. Die hat mit uns einige tolle Sachen gemacht. Zum Beispiel hat sie mit uns an einem Triathlon teilgenommen: 1993 in Bornhöved (Schleswig-Holstein).

Ich war damals neun Jahre. Einige Eltern haben ihren Kindern verboten, mitzumachen. Oder die Kinder trugen Schwimmhilfen auf dem Rücken – was damals noch erlaubt war. Meine Eltern mussten mir nicht verbieten, teilzunehmen. Ich hatte ja mittlerweile keine Angst mehr vor Wasser. Im Gegenteil: Ich hatte richtig viel Spaß, auch wenn ich vorher sehr aufgeregt war. Ich weiß noch, dass der Wechsel vom Radfahren zum Laufen, sagen wir mal, nicht optimal funktioniert hat. Trotzdem habe ich damals schnell gemerkt, Triathlon ist genau dein Ding. Es hat sich schnell zu einer Leidenschaft entwickelt, ich habe bereits über 100 Triathlons absolviert.

Triathlon-Anfängern möchte ich mit auf den Weg geben, es einfach zu machen – so wie ich damals das Seepferdchen einfach gemacht habe. Wenn ihr Angst vorm Schwimmen habt, setzt euch über diese Ängste hinweg. Ihr packt das. Und es lohnt sich. Denn wenn ihr einmal Triathlon gemacht habt, wollt ihr nicht mehr damit aufhören.

Du hast auch eine spannende Geschichte, wie du zum Triathlon gekommen bist? Dein erstes Rennen verbindest du mit tollen Erinnerungen, witzigen Momenten oder einer ganz besonderen Anekdote? Deine Geschichte sollten wir unbedingt kennen? Dann schreibe uns eine E-Mail an medien@dtu-info.de. Und vielleicht erscheint hier bald ein Bericht über deinen ersten Triathlon.