Radfahren im Triathlon

In dieser Woche widmen wir uns der zweiten Disziplin im Triathlon, dem Radfahren.

Equipment

Wer Triathlon hört, denkt häufig automatisch an futuristisch anmutende Fahrräder und Helme.

Doch beides ist kein Muss, man kann zum Reinschnuppern in die Sportart Triathlon auch auf ein City- oder Trekking-Bike zurückgreifen. Viel wichtiger sind ein gut sitzender Helm (mit entsprechender CE-Zertifizierung und eine vollwertige Radhose mit Sitzpolster. Um eine bessere Kraftübertragung zu gewährleisten, sollten spezielle Radschuhe mit steifer Sohle und einer festen Verbindung zu einem entsprechenden Pedal genutzt werden. Jeder Anfänger kennt die Situation z.B. an einer Ampelkreuzung, an der man nicht mehr rechtzeitig aus dem Klickpedal kommt und dann zur Seite hin unsanft vom Rad steigt. Den Umgang mit diesem Systemkann man perfekt an Sonntagen auf Parkplätzen von Super- oder Baumärkten üben, wenn man dort Platz und keinen Stress durch Autos und Motorräder hat. Radhandschuhe dienen als Schutz im Falle eines Sturzes, durch die Polstereinlage werden zudem Fahrbahnunebenheiten abgefedert.

Fehlbelastungen sollte durch Einstellung der richtigen Sitzposition vorgebeugt werden. Hierzu braucht es für Einsteiger aber kein teures Bikefitting. Ein kurzer Besuch beim Radhändler um die Ecke oder die Hilfe eines erfahrenen Radfahrers oder Triathleten aus dem Bekanntenkreis reicht zu Beginn vollkommen aus.

Training

Einsteiger sollten zunächst „nur“ Radfahren, denn die Leistungssteigerung auf dem Rad ist sehr stark abhängig von den gefahrenen Kilometern. Spezielle Intervalltrainings mit hohen Intensitäten sind noch nicht notwendig, der Fokus sollte eher auf der Entwicklung der sogenannten Grundlagenausdauer liegen. Um diesen Trainingsbereich auch ohne aufwendige Leistungsdiagnostik zu bestimmen, kann man die Herzfrequenz oder auch nur die Atmung heranziehen. Von Grundlagenausdauer spricht man dann, wenn die Sauerstoffaufnahme durch Einatmen den Sauerstoffverbrauch deckeln kann. Wenn man in der Lage ist, während des Trainings ohne starke Kurzatmigkeit mit einem Trainingspartner zu sprechen, befindet man sich genau in diesem Bereich. Wer mit dem Rad zur Arbeit fahren kann (sog. Commuting), spart Geld, schon die Umwelt, kommt weniger gestresst zur Arbeitsstelle und tut zugleich noch etwas für das Radfahren im Triathlon. Kurze Zwischensprints an Ampeln kann man durchaus als Intervalltraining nutzen, allerdings immer im Einklang mit der Verkehrssicherheit. Motivierende Musik aus dem Kopfhörer  ist beim Radfahren grundsätzlich tabu, da man dabei unter Umständen die Geräusche anderer Verkehrsteilnehmer nicht rechtzeitig hören wird.

Auswahl der Trainingsstrecken

Anfangs sollten Einsteiger primär auf flachen Strecken trainieren, sofern das die jeweilige Topographie zulässt. Straßen mit hohem Verkehrsaufkommen sollten möglichst gemieden werden, damit man sich auf sein Training und weniger auf den Verkehr konzentrieren kann. Im Internet findet man einige Plattformen (z.B. Komoot, GPSies etc.) mit Routenvorschlägen, die von anderen Radfahrern zur Verfügung gestellt werden. Wer ein Crossrad oder Mountainbike im Keller hat, kann auch abseits der Straßen und ohne Verkehr ungestörter trainieren.

Weitere nützliche Tipps

Es empfiehlt sich, immer ein Ausweisdokument mitzuführen, damit im Fall eines Unfalls oder Sturzes Angehörige informiert werden können. Eine weitere Möglichkeit ist, besonders nahe stehende Personen (Partner, Eltern etc.) im Telefonbuch des Mobiltelefons zu markieren. Hierzu wird das Kürzel ICE (in case of emergency) hinzugefügt. Etwas Geld sollte ebenfalls immer in der Trikottasche verstaut werden, um unterwegs ggf. etwas zu Trinken und/oder zu Essen zu kaufen.

Train safe!

 

Von Mario Schmidt-Wendling, sisu-training.de

Mario ist hauptberuflicher Triathlon-Trainer seit 2004 und konnte bisher mehrere internationale und nationale Titel auf allen Strecken als Coach gewinnen. Weitere Infos zu seiner Person gibt es unter sisu-training.de.