DTU Age Grouper berichten

Ihr vertretet die Farben der DTU Altersklassen-Nationalmannschaft bei offiziellen Welt- und Europameisterschaften der ITU bzw. ETU? Ihr habt Lust von Euren Reisen und Wettkämpfen zu berichten und andere Multisportler und jene, die es werden wollen, daran teilhaben zu lassen? In dieser Rubrik wollen wir in Euren Geschichten eine Plattform bieten. Wenn Ihr uns einen Bericht zur Veröffentlichung schicken wollt oder Fragen habt, wendet Euch gerne an medien@dtu-info.de. SWIM, BIKE, RUN and share it!


Konrad Puk | ITU Weltmeisterschaft Duathlon Langdistanz 2018 in Zofingen

Mein härtester und spannendster Wettkampf endete mit dem Gewinn der Silbermedaille in der Altersklasse 70-74 Jahre.

In Zofingen (Schweiz) trafen sich am 2.September die Duathlon Langdistanz Spezialisten zu ihrer Weltmeisterschaft. 65 Frauen und 166 Männer aus 40 Nationen kosteten die neuen Strecken zum 30. Jubiläum der Schweizer Kultveranstaltung aus. Insbesondere die 150 Kilometer lange Radstrecke wurde deutlich schwieriger und führte fast ausschließlich durch den Kanton Aargau. Kopfsteinpflaster in der Altstadt von Zofingen, zwei lange und einige kleine giftige Anstiege unterbrachen immer wieder den Rhythmus beim Radfahren. Dazu gesellten sich eine sehr steile Abfahrt mit vielen gefährlichen Serpentinen und einige längere Abfahrten mit meist sehr schlechtem Straßenbelag.

Die abschließende Laufstrecke über drei mal 10 Kilometer mit zwei Wendepunkten hatte den Vorteil, dass wir uns gegenseitig anfeuern konnten. Die deutsche Altersklassen-Nationalmannschaft war mit fast 40 Sportlerinnen und Sportlern vertreten. Herausfordernd waren vor allem die wechselnden Straßenbeläge mit Kopfsteinpflaster, Asphalt und Schotter sowie ein paar kleinere Anstiege auf unterschiedlichem Untergrund. Insgesamt bewältigten wir während des Rennens 190 Kilometer mit fast 2500 Höhenmeter.

Nach 10:15:05 Stunden und mit neuer persönlicher Bestzeit konnte ich als Zweiter in meiner Altersklasse sehr glücklich und zufrieden die Ziellinie erreichen und die Silbermedaille in Empfang nehmen. Richard aus England war ein sehr guter Radfahrer und wurde Weltmeister. Mein Versuch, ihn auf der zweiten Laufstrecke noch einzuholen scheiterte. Juan Alberto aus Argentinien, der letztes Jahr an der gleichen Stelle Weltmeister wurde, zeigte sich im Laufen ebenfalls sehr stark. Er kam 5 Minuten nach mir als Dritter ins Ziel.

Meine Leistung basiert auf der vielfältigen Unterstützung durch „mein“ Netzwerk. Besonders hervorheben möchte ich „meinen“ medizinischen Stab und meine Ehefrau. Meine Schmerzen in der Leiste und an der Hüfte konnte ich mit Dehnübungen, durch den Einsatz einer Faszienrolle und einer Gebissschiene so weit beheben, dass meine Bewegungsabläufe im Training und Wettkampf wieder rund wurden.

Im Wettbewerb sind die Anfeuerungen von den Freunden/Innen, den Sportskameraden/Innen, unserer Nationalmannschaft und von den vielen Zuschauern an der Strecke wie in Roth und Zofingen sehr wichtig. Diese Energien nehme ich sehr gerne auf und setze sie in Bewegung für mich um.

Konrad Puk


Johannes Franzky | ETU Europameisterschaft Cross-Duathlon 2016 in Targu Mures

Wenn die Armlehnen in einem Flugzeug noch Aschenbecher integriert sind, weiß man, dass der Flieger schon einige Flugstunden hinter sich hat. Der Vorteil: die bequemen, schon gut eingesessen Ledersitze. Die Reise nach Rumänien begann also sehr vielversprechend.

Angekommen am Flughafen in Sibiu, wissen wir dann auch direkt wo unsere Räder sind - es gibt nur ein einziges Gepäckband. Mietwagen abgeholt, und das Navi programmiert. Nach den ersten Kilometern stellen wir fest - richtig schön ist es hier. Grüne, hügelige Wiesen, im Hintergrund die weißen Gipfel der Karpaten.

Nachmittags in Targu Mures angekommen, ging’s direkt in Richtung Wettkampf-Areal. Inzwischen war es ja auch schon 17:30 Uhr. Die Offiziellen vor Ort sagten, dass die Strecken gut beschildert seien. Nach der ersten sehr engen Kurven auf dem MTB waren wir uns sicher - das kann nur die Laufstrecke sein. Und diese war sehr anspruchsvoll.

Fast ausschließlich Singeltrails, kein Meter eben. Überziehen auf den ersten 8,25 Kilometern - nicht empfehlenswert. Der zweite Versuch hat dann geklappt. Und die MTB-Strecke steht der Laufrunde in nichts nach. Flowige Singeltrails, kurze giftige Anstiegen, extrem schnelle Abfahrten. Und nach ein paar Verwirrungen und Dank der sehr netten Hilfe von Locals haben wir dann auch die Runden komplett gemacht. Die Vorfreude stieg.

Und das Rennen hielt was es versprach. Von Start weg, ging vorne gut die Post ab. Aber auf den ersten Trails entspannte sich die Lage und ich konnte mich mit einem Rumänen ein wenig absetzen. Und er schien nicht das erste Mal auf den Trails rund um die lokalen Zoo unterwegs zu sein. In den Bergab-Passagen hatte ich keine Chance an ihm dranzubleiben. Ich rief mir meine Vorgabe - nicht überziehen - zurück in den Kopf und wechselte als zweiter auf’s Rad. Und schon auf den ersten Metern, merkte ich, dass das Radfahren nicht die Lieblingsdisziplin des schnellen Rumänen ist. An der ersten Abfahrt ging ich an ihm vorbei. So fühlt es sich also an, ein Feld anzuführen. Und jetzt noch vier Runden?? In der zweiten Runden ausgerechnet auf der schnellsten Abfahrt gab es dann plötzlich einen Schlag und ich fand mich und mein Rad am Boden wieder. Kurz gesammelt, alles war noch da wo es hingehört - aufsteigen, weitermachen.

Der zweite Laufsplit war dann noch mal richtig hart. Die vielen kleinen Anstiege auf dem Rad machten sich jetzt bemerkbar. Aber mit der Vermutung, dass wahrscheinlich keiner vor mir ist (ich hatte ja kurzzeitig den Überblick verloren), ließen sich auch die steigenden Laktatwerte in den Beinen ganz gut verkraften. Als auf der langen Zielgerade das Zielbanner noch gespannt war, wusste ich, das wird was - hier in Rumänien. Und Mehmet Kloss und Lars Holder, beide in Zweiter in ihrer Altersklasse und der Rest der kleinen deutschen Mannschaft, konnten ihren persönlichen Erwartungen voll entsprechen. Das perfekte Wetter, eine wirklich tolle Landschaft und Strecke, sehr freundliche Menschen, die wirklich günstigen Direktflüge aus Köln und nicht zuletzt die Ergebnisse des „Team Germany" machen Rumänien auf jeden Fall zu einem Top-Reise Ziel.

Johannes Franzky