Sigrid Mutscheller gewinnt GVS Coolman Wintertriathlon am Kniebis

22.01.2007 17:37 von Haupt-Administrator

Sigrid Mutscheller und Alessandro Degasperi aus Italien heißen die Sieger des GVS Coolman Wintertriathlon. Das entscheidende Element im Wintertriathlon, der Schnee, allerdings fehlte bei dem Wettkampf in Freudenstadt. Zum zweiten Mal in der siebenjährigen Renn-Geschichte musste die Veranstaltung als Duathlon ausgetragen werden. Doch das störte die Weltelite wenig – sie zeigte sich fast vollzählig am Start und bot einen spannenden Rennverlauf.

So sorgte auf den ersten 7,5 Lauf-Kilometern ein Trio mit dem Deutschen David Roderer, Pavel Brydl aus Tschechien und dem Italiener Alessandro Degasperi für das Tempo. Bei den Frauen übernahm nicht wie erwartet die starke Österreicherin Carina Wasle, sondern ihre Landsfrau Maria Penker die Führung. Die amtierende Welt- und Europameisterin Sigrid Mutscheller ließ aber in der ersten Disziplin nichts anbrennen und wechselte mit 22 Sekunden Rückstand auf das Mountainbike, mit dem 20 Kilometer zu absolvieren waren.

Dabei war die Rampe an der Kniebishalle fünfmal zu bewältigen, ein kräftiger böiger Wind und zeitweilige Graupelschauer sorgten zusätzlich für harte Bedingungen. Während bei den Männern Roderer zwei Runden lang die Akzente an der Spitze setzte und dann in einer größeren Gruppe unterging, übernahm Mutscheller in der zweite Schlaufe die Führung und fuhr einen Vorsprung von 70 Sekunden heraus.

Sigrid Mutscheller sechsfache Siegerin

Aus der sechsköpfigen Spitzengruppe heraus sicherte sich auf den abschließenden 2,5-Kilometer-Lauf Degasperi den Sieg vor Alf Roger Holme aus Norwegen und dem Italiener Daniel Antonioli. Zwar konnte bei den Frauen Penker noch 25 Sekunden Zeit gutmachen, der Tagessieg ging aber zum sechsten Mal an Sigrid Mutscheller. Zuletzt war die Aidlingerin vor fünf Jahren bei ihrem Heimrennen von ihrer damaligen großen Konkurrentin Marianne Vlasveld aus Holland geschlagen worden.

„Es war hart und es ging bereits im ersten Lauf voll zur Sache“ berichtete die 30-Jährige nach dem Zieleinlauf. „Ich wusste, dass ich nach dem Biken ein Polster brauchte, hatte aber nicht mit einem so großen Vorsprung gerechnet“. Nach der Heirat taucht der Mädchenname Lang der vierfachen Welt- und fünffachen Europameisterin nun nicht mehr in den Ergebnislisten auf. Die frisch gebackene Lehrerin, die sich im Laufen verbessert hat, kann in der laufenden Saison wieder angreifen und wird am kommenden Wochenende im Weltcup in Norwegen sowie in drei Wochen bei der EM in Liechtenstein auf Schnee starten. Und als frühere Spitzennachwuchslangläuferin braucht Mutscheller hier weniger Trainingskilometer um ihre Stärken auszuspielen.

Richtige Entscheidung für Duathlon

Für den Männersieger Degasperi erwies sich das im Duathlonformat ausgetragene Rennen als Vorteil. Der Triathlet ist sich das Laufen nach dem Radfahren eher gewöhnt als die Wintertriathlonspezialisten. „Nach dem Mountainbiken wusste ich, dass ich gewinnen kann“. Der als sechstplazierte beste Deutsche Roderer, der zeitweilig auf dem Bike in Führung lag, beurteilte im nachhinein seine Taktik als richtig. „Ich griff an in der Hoffnung, dass es vielleicht allein vorn gehen könnte.“

Organisationschef Uli Mutscheller zeigte sich trotz der Witterungseinflüsse zufrieden mit der siebten Austragung des GVS Coolman Wintertriathlon. „Es gab bei den Ergebnissen keine Überraschungen, es waren die Athleten vorn, die auch sonst an der Spitze sind“, sagte Mutscheller. „Dies bestärkt mich in der Entscheidung, den Wettkampf als Duathlon durchzuführen“. Die milde Witterung und der Sturm Kyrill hatten den Organisatoren einiges Kopfzerbrechen und Mehrarbeit eingebracht. Ohne den Natur- und Kunstschnee musste das Streckenkonzept umgestellt werden, die Orkanböen der Wochenmitte verzögerten den Aufbau. Heftige Winde traten auch am Samstag sowie am Wettkampftag auf, 150 Helfer und Einsatzkräfte sorgten dennoch für einen reibungslosen Wettkampfablauf für rund 300 Teilnehmer aus elf Nationen. So versammelten sich einige Hundert Zuschauer und Fans vor der Kniebishalle, um die Athleten auf der attraktiven Streckenführung mit mehreren Runden immer wieder anzufeuern.

Weltmeisterschaft 2008

Als weitere Steigerung in der Geschichte des GVS Coolman im Schwarzwalddorf Kniebis wird die achte Austragung vom 22. bis 24. Februar 2008 als Wintertriathlon-Weltmeisterschaft ausgetragen. Der später in der Wintertriathlon-Saison liegende WM-Termin gilt auch am Kniebis als schneesicherer als der bisherige Zeitpunkt Mitte Januar.
Reinhard Standke


GVS Coolman Wintertriathlon, ITU Weltcup
Freundstadt-Kniebis, 21. Januar 2007
7,5 km Laufen - 20 km MTB - 2,5 km Laufen
(als Duathlon ausgetragen wegen Schneemangels)

Frauen
1. Sigrid Mutscheller (GER) 1:31:51
2.
Maria Penker (AUT) 1:32:37
3. Carina Wasler (AUT) 1:33:35
4. Camilla Hott Johannsen (NOR) 1:34:50
5.
Jutta Schubert (GER) 1:35:32
6. Anke Kullmann (GER) 1:36:22
7.
Sarka Grabmüllerova (CZE) 1:38:10
8.
Gabi Pauli (GER) 1:39:16

Männer
1.
Allessandro Degasperi (ITA) 1:19:23.
2. Alf Roger Holme (NOR) 1:19:26.
3. Daniel Antonioli (ITA) 1:19:30
4.
Heinz Planitzer (AUT) 1.19:34
5. Oswald Weisenhorn (ITA) 1:19:41
6. David Roderer (GER) 1:20:11
7. Pavel Jindra (CZE) 1:20:26
8.
Peter Viana (ITA) 1:20:58
9. Pavel Brydl (CZE) 1:21:29
10.
Tomas Dolezal (CZE) 1:21:43

Ergebnisse Agegroup

www.coolman-wintertriathlon.de

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