Andreas Böcherer: Wer auf Lanzarote durchkommt, erreicht überall das Ziel

17.05.2007 15:44 von Haupt-Administrator

Der Freiburger Andreas Böcherer startet am Samstag zum ersten Mal in seiner Karriere über eine Langdistanz: 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen warten beim Ironman auf Lanzarote, der als der härteste der Weltserie gilt, auf die vielseitigen Sportler. Wir trafen den 24-Jährigen, der seit dem vergangenen Sonntag mit Freundin und Tochter auf der Insel ist, zwei Tage vor dem Rennen in seinem Hotel.

Warum haben Sie sich für Ihren ersten Ironman ausgerechnet Lanzarote ausgesucht, das Rennen, das als eines der härtesten der Welt gilt?

Ich glaube, wenn man hier durchkommt, erreicht man überall das Ziel. Außerdem wollte ich ein Rennen mit selektiver Radstrecke, damit man beim Laufen am Ende nicht von irgendwelchen Lutschertruppen aufgesammelt wird.

Haben Sie sich eine Rennstrategie zurechtgelegt?

Da ich überhaupt nicht weiß, was mich erwartet, werde ich die Sache sehr vorsichtig angehen. Vor Kilometer 120 auf der Radstrecke werde ich garantiert nicht die Initiative ergreifen. Es sei denn, es wird beim Schwimmen schon zu langsam, dann könnte ich mir auch vorstellen, die Gruppe zu sprengen. Ansonsten will ich möglichst in der ersten Verfolgergruppe mitfahren.

Kennen Sie inzwischen die Strecke?

Ich bin sie mit dem Auto abgefahren, teilweise auch auf dem Rad. Die Wärme oder der Wind schrecken mich gar nicht so ab. Viel mehr Sorgen mache ich mir wegen der vielen kleinen Steigungen, die werden richtig in die Beine gehen.

Auf den vier Laufrunden mit Wendepunkt werden Sie die Konkurrenz immer wieder treffen. Finden Sie das gut?

Man könnte das als Nachteil sehen. Aber man muss auch bedenken, dass man so die Gelegenheit hat, auch seine Betreuer häufiger zu sehen und öfter an den Verpflegungsstellen zuzugreifen.

Was ist Ihr Ziel für das Rennen am Samstag?

Tja, wenn ich schon mal mitgemacht hätte, könnte ich jetzt große Sprüche klopfen. Am wichtigsten ist mir aber, dass ich ankomme und am Ende das Gefühl habe, dass ich so etwas irgendwann noch einmal machen will. Aber ich bin gesund, habe gut trainiert – eigentlich passt alles. Wenn ich gut durchkomme, wird es auch ein gutes Rennen werden. Dann ist ein Platz unter den Top Ten drin, vielleicht sogar etwas besser.

Wie schätzen Sie Steffen Liebetrau ein?

Ich habe sicher keine Ambitionen, bei ihm mitzufahren, es sei denn, er veranstaltet eine Radtouristik! Wirklich, wenn ich beim zweiten Wechsel nur fünf Minuten Rückstand habe und dann beim Laufen eingehe, kann ich mir dafür auch nichts kaufen. Steffen wünsche ich, dass es endlich mit dem erhofften Sieg klappt. Ich drücke ihm die Daumen – das muss doch jetzt endlich klappen!

Wie nervös sind Sie?

Nicht so nervös, dass ich nicht mehr schlafen kann, zumindest geht das jetzt noch ganz gut. Aber das Essen geht zurzeit merklich schlechter runter, von daher bin ich schon sehr nervös.

Mal angenommen, es läuft richtig schlecht. Steigen Sie dann aus Vernunft aus oder versuchen Sie, um jeden Preis ins Ziel zu kommen?

Wenn ich mir unterwegs ein Bein breche, kann ich natürlich nicht weitermachen. Aber wenn mir nur heiß ist und mir alles weh tut, dann ist das sicher kein Grund, einfach aufzuhören. So schnell gebe ich nicht auf!
Sina Horsthemke aus Puerto del Carmen

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