Stephan Vuckovic: "Auf Lanzarote kann man nichts planen"

17.05.2007 15:47 von Haupt-Administrator

Stephan Vuckovic gehört neben den spanischen Brüdern Eneko und Hektor Llanos zu den Topfavoriten beim Ironman Lanzarote, obwohl auch er zum ersten Mal auf der Lavainsel dabei ist. Wir trafen den 34-Jährigen im Club La Santa auf der anderen Seite der Insel.

Nur noch zwei Tage bis zum Rennen. Sind Sie nervös?

Nein, überhaupt nicht. Keine Ahnung, warum, aber seit einigen Jahren bin ich vor Wettkämpfen gar nicht mehr nervös. Ich freue mich auf Samstag.

Kennen Sie die Strecken hier?

Ja, sogar ziemlich gut. Wenn man alle Trainingslager zusammenrechnet, habe ich sicherlich schon eineinhalb Jahre meines Lebens auf dieser Insel verbracht.

Was ist Ihr Ziel für das Rennen am Samstag?

Ich will natürlich die Hawaii-Quali. Aber das Feld ist mit den Llanos-Brüdern, vor allem Hektor, und dem Argentinier Francisco Pontano ziemlich gut besetzt.

Was ist mit der restlichen Konkurrenz?

Auch Luc van Lierde ist trotz seines Alters nicht zu unterschätzen, denn der war in diesem Jahr im Training viel fleißiger als sonst. Ob aber Steffen Liebetrau sein Rennen in Buschhütten so gut weggesteckt hat, wird sich zeigen, daran hat er sicher zu knabbern. Wie auch immer, die Bedingungen sind hier so hart, dass niemand seinen Sieg planen kann.

Den Rennverlauf für sein eigenes Rennen zu planen, ist dann sicher auch schwierig …

Ich werde versuchen, beim Schwimmen dran zu bleiben, da wird vor allem der Argentinier für Tempo sorgen. Auf dem Rad entscheide ich je nach Wetter, da hat ja eh jeder mit denselben Bedingungen zu kämpfen. Sicher ist aber, dass ich es bis zur Hälfte ruhig angehen lassen werde, denn erst dann geht es richtig in die Berge. Das hat mit auch Thomas Hellriegel geraten: Ja nicht zu schnell angehen!

Und beim Laufen dann noch mal alles, was geht?

Genau. Ich hoffe, dass das Gedrängel an den Verpflegungsstationen durch die Überrundungen nicht allzu groß wird. Es gibt zwar viele Stationen, aber die sollte man hier auch möglichst alle mitnehmen. Wenn es richtig heiß wird, dann braucht man die auch.

Haben Sie sich eine bestimmte Zeit vorgenommen?

Nein, hier auf Lanzarote sicher nicht! Hier ist erstmal wichtig, heil ins Ziel zu kommen und die Quali für Hawaii zu schaffen.

Was ist, wenn es mit der Hawaii-Quali aus irgendwelchen Gründen nicht klappt?

Dann habe ich wirklich ein großes Problem. Ich habe nämlich keine Lust, drei Ironmans in einem Jahr zu machen. Aber wenn man mal genauer hinschaut, dann haben zwei der Jungs die Quali schon, sieben Slots werden vergeben. Man ist also auch als Neunter noch dabei, das müsste eigentlich klappen. Ich könnte dann auch endlich mal richtig gut vorbereitet auf Hawaii starten: Bis dahin ist ja noch genug Zeit.

Die einen sagen, der Wind würde am Samstag nachlassen, andere meinen, er würde noch stärker. Welche Bedingungen wünschen Sie sich für das Rennen?

Hauptsache, es ist warm. Kühlere Temperaturen mag ich nicht, da bekomme ich auf dem Rad immer so schnell Rückenprobleme. Allzu windig sollte es auch nicht sein – beim Training habe ich letztens versucht, mich richtig in den Lenker zu legen. Das ist bei Seitenwind kaum möglich, weil man durch das ständige Gegenhalten viel zu schnell verkrampft.
Sina Horsthemke aus Puerto del Carmen

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