Deutsche Triathlon Liga startet am Schliersee

12.06.2007 10:05 von Haupt-Administrator

„Nach dem Ironman Frankfurt und Hawaii zählt der Wettkampf am Schliersee für mich zu den Saisonhöhepunkten”, freut sich Faris Al-Sultan auf das Wochenende. Der Hawaii-Sieger von 2005, der aus München schon mal gern mit dem Rad anreist, hat sich dabei einiges vorgenommen.

Vor heimischer Kulisse möchte er am Samstag seinen Teil dazu beitragen, dass die Wittener Herren auch den zweiten Wettkampf der Deutschen Triathlon Liga siegreich gestalten. „Das ist nichts mehr für mich, dazu bin ich zu alt”, scherzte Al-Sultan nach dem Auftakt in Gladbeck. Stand der Wettkampf in Gladbeck ganz im Zeichen der Sprinter, ist am Samstag über die olympische Distanz (1,5 Kilometer Schwimmen - 40 Kilometer Radfahren - zehn Kilometer Laufen) wieder der Ausdauerathlet gefragt – und zwar mehr als auf anderen Strecken.

Nach dem Schwimmen im Schliersee müssen die Athleten die wohl schwierigste Radstrecke unter die Pedale nehmen. Nach der Wechselzone im Kurpark (778 Meter) geht es in hinauf bis auf den Spitzigsattel (1.127 Meter). Auf dem mehr als vier Kilometer langen Anstieg gilt es eine Steigung von bis zu zwölf Prozent zu bewältigen. Weder beim Radfahren, noch auf der idyllischen Laufstrecke werden die Teilnehmenden einen Blick für die herrliche Alpenlandschaft haben.

Im vergangenen Jahr traf sich am Schliersee bei den Deutschen Einzelmeisterschaften noch die nationale Elite, in diesem Jahr passt dieser Wettkampf nur wenigen (nationalen) Top-Athleten über die olympische Distanz in den Terminplan. Allerdings hat der zweifache Olympia-Starter Andreas Raelert (Ejot Team Buschhütten) seinen Einsatz für das Team zugesagt.

Nach dem dritten Platz zum Auftakt, steht Titelverteidiger Hansgrohe Schwarzwald unter Zugzwang. Auf dieser selektiven Strecke muss der Sportliche Leiter Heinz Lieblein auf seine Kader-Athleten Daniel Unger, der sich vor einem Jahr hier den Titel holte, und Jan Frodeno verzichten. Für Furore sorgen soll in erster Linie Jonathan Zipf, der seine hervorragende Form am vergangenen Wochenende mit dem zweiten Platz beim Europacup in der Türkei unter Beweis stellen.

Auch Wittens Sportlicher Leiter Richard Gutt kann nicht sein siegreiches Quintett von Gladbeck aufbieten. Ihm fehlen Maik Petzold, Steffen Justus und Christian Prochnow. Mit Hendrik de Villiers, der in seiner südafrikanischen Heimat in diesem Jahr seinen ersten Weltcup-Erfolg feierte, dem bärenstarken Esten Marko Albert und Neuzugang Claude Eksteen, starten Athleten, die diese Ausfälle kompensieren können. Vieles deutet auf einen Dreikampf zwischen dem Asics-Team Witten, Ejot Buschhütten und Hansgrohe Schwarzwald hin.

Auch bei den Frauen sind die Wittener in der Favoritenrolle. Der Serienmeister setzte sich zum Auftakt klar durch und möchte der Konkurrenz enteilen. Mit Lena Brunkhorst und Kathrin Müller setzt Gutt auf den Nachwuchs. Müller setzte sich vor Wochenfrist beim Europacup durch. Zudem bietet Wittens Sportlicher Leiter Gutt noch Ina Reinders und die Südafrikanerin Kate Roberts, die in dieser Saison auch schon einen Weltcup gewann, auf: Alles Athletinnen die für eine Top-Platzierung in Frage kommen.

Schärfster Konkurrent scheint für die Wittenerinnen einmal mehr das Erdinger Alkoholfrei Team SC Riederau mit Anja Ippach und Merja Kiwiranta zu sein. Nach dem vierten Rang zum Auftakt stehen die Riederauer Damen schon gewaltig unter Zugzwang. Ob das Synergy-Sports Team Erlangen nach dem zweiten Platz in Gladbeck erneut für Furore sorgen kann, bleibt abzuwarten. Gerade am Schliersee hat es schon zahlreiche Überraschungen gegeben. Sicher ist nur: Ein hervorragender Wettkampf ist garantiert. 
Martin Wachhold

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