Koen Maris und Erika Csomor siegen beim 19. Powerman

30.08.2007 16:00 von Haupt-Administrator

Kalt und nass - so kennen die Athleten den Powerman in Zofingen. Doch dieses Jahr war alles anders. Die gestrige Hitze war für viele der grösste Gegner. Als Sieger durften sich schliesslich Erika Csomor aus Ungarn und Koen Maris aus Belgien feiern lassen.

Vorjahressieger und Favorit Benny Vansteelant hatte sie, ebenso Lokalmatador Jonas Baumann und gar der spätere Sieger Koen Maris: Magenprobleme. Ausschlaggebend war die Hitze. Die Folgen: Vansteelant gab auf, Baumann fiel vom 5. auf den 21. Platz zurück. Anders Koen. Der 30-jährige Belgier musste zwar einen WC-Halt einlegen und verlor so einige Minuten, zum Sieg reichte es trotzdem. Mehr noch: Mit seiner Zeit von 6:21 Stunden unterbot er den bisherigen Streckenrekord von Olivier Bernhard klar (6:22.04/1998).

Lange sah es nach einem Sieg des Belgiers Benny Vansteelant aus. Es wäre der dritte in Serie gewesen. Wäre. Denn sein Magen kam mit der Hitze nicht zurecht, Vansteelant stieg auf der zweiten Laufstrecke nach knapp 20 km aus. Sein Landsmann Koen hingegen spricht vom Höhepunkt seiner Karriere. 2005 holte er bereits Silber, Bronze war es vor einem Jahr. «Aber ob ich im nächsten Jahr meinen Titel verteidige, weiss ich noch nicht», so Koen. Schliesslich habe er eine Familie, um die er sich kümmern müsse, und nun seinen Traum verwirklicht ...

Nach einer Überraschung sah es bei den Frauen beim Wechsel von der Rad- auf die zweite Laufstrecke aus. Nicht etwa die Ungarin Erika Csomor - Siegerin der letzten drei Jahre - tauchte als Erste auf, sondern Eva Nyström aus Schweden. Das veranlasste zu Spekulationen: Hatte sich die 30-jährige Schwedin auf der 150 km langen Radstrecke überschätzt? Oder endete das Frauenrennen mit einer Sensation? Eingetroffen ist weder das eine noch das andere. Csomor zog schon bald an Nyström vorbei und lief danach einem sicheren Sieg entgegen. Und Nyström? «Nein», antwortete sie bestimmt auf die Frage des Stadionsprechers Konrad von Allmen, ob sie ihr Pulver nicht schon auf dem Rad verschossen habe. «Ich fühlte mich gut», führt die Schwedin aus. Noch besser fühlte sich Erika Csomor auf der Laufstrecke. Sie dosierte ihre Kräfte bewusst. «Easy, easy», habe sie Nyström noch zugerufen, als die Schwedin auf dem Rad an ihr vorbeigefahren sei, so Csomor im Ziel, wo sie als erste Athletin überhaupt den vierten Sieg in Zofingen feierte. Feiern darf auch die Zofingerin Stephanie Vollenweider. Sie hatte sich spontan zur Teilnahme entschieden und lief als gute Vierte ins Ziel. Eine leidende Konkurrentin hatte sie noch auf dem Heiteren passiert. «Ich versuchte, ihr Mut zu machen, aber ihr liefs wohl nicht mehr so gut wie mir.»

Von einem «perfekten Rennen» sprach Urs Dellsperger, der den Powerman Zofingen 1995 und 1997 als damaliger Profi-Athlet gewann und heuer sein Comeback gab. «Das war das pefekteste Rennen meiner Karriere», meinte der 44-Jährige, der als Vierter einlief. Er habe milliliter- und kalorienexakt getrunken und gegessen, erklärte Dellsperger, weshalb er nicht mit Magenprobleme zu kämpfen hatte.

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