Frodenos fabulöser Gold-Sprint

19.08.2008 11:01 von Haupt-Administrator

 

Frodenos fabulöser Gold-Sprint


„Es war das Rennen meines Lebens“

Frankfurt/Peking (pps) Augen zu und durch – aus dem Windschatten seines Kontrahenten Simon Whitfield heraus zog Jan Frodeno gut 70 Meter vor dem Ziel des olympischen Triathlon-Wettbewerbs seinen eindrucksvollen Schluss-Spurt an, dem der Kanadier nichts mehr entgegenzusetzen hatte. Einen Tag nach seinem 27. Geburtstag triumphierte der WM-Sechste aus Saarbrücken in einem von der Taktik geprägten Rennen vor Simon Whitfield, dem Olympiasieger von 2000, und dem Olympia-Zweiten von 2004, Bevan Docherty (Neuseeland). Weltmeister Daniel Unger (Mengen) auf Rang sechs und Christian Prochnow (Witten) auf Rang 15 rundeten die „hervorragende Teamleistung“ ab, so DTU-Präsident Rainer Düro.

„Es war das Rennen meines Lebens“, kommentierte Frodeno, der in der Vorbereitung bis zu 45 Stunden in der Woche unter seinem Trainer Roland Knoll trainiert hatte, sein Meisterstück in einem ARD-Fernseh-Interview. „Ich hatte heute endlich einmal den Tunnelblick, den ich mir schon so oft gewünscht habe.“ Der in Südafrika aufgewachsene „Frodo“ stieg nach 1,5 km mit dem Gros der Favoriten als 16. aus dem Wasser, teilte sich auf der 40 km langen Radstrecke seine Kräfte gut ein und begab sich an der Seite der Favoriten um Spaniens Weltmeister Javier Gomez und Daniel Unger, Weltmeister 2007, auf die Laufstrecke.

„Ich habe alles auf die letzten 500 m ausgelegt, habe versucht, die Attacken nicht direkt mitzugehen, sondern mich immer wieder hinten einzufädeln, um wichtige Körner für den Schluss-Spurt zu sparen“, erklärte Frodeno, dessen Emotionen bei der anschließenden Siegerehrung deutlich sichtbar waren. „Wenn die Nationalhymne läuft, dann ist das so, als wenn das ganze Leben noch einmal an einem vorbeirauscht“, sagte der Saarbrücker im ARD-Hörfunk.

Der gebürtige Kölner Jan Frodeno begann seine sportliche Karriere als Schwimmer in Kapstadt/Südafrika, wo er zwischen 1992 und 2004 lebte. Über das vielseitige Rettungsschwimmen fand der 27-Jährige Geschmack am „Mehrkampf“ und begann im November 2000 seine Triathlon-Karriere. Nach der Silbermedaille bei der U23-WM 2004 entschied sich Frodeno für den Wechsel ins Profilager, der sich nun mit Olympia-Gold ausgezahlt hat.

cos-pps/geh

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