Paratriathlon-DM in Hamburg

21.07.2010 08:01 von Nina Stern

Nach Nancy, Madrid und Athlone war der Paratriathlon-Tross in Deutschland, beim größten Triathlon der Welt, in Hamburg zu Gast. Das Rennwochenende begann Freitag Abend ... mit einer sehr interessanten Anti-Doping-Education. Diese ist Bestandteil der strategischen Ausrichtung der ITU im Zusammenhang mit dem Projekt "Triathlon als paralympischer Sport". Durch den Abend führte die Referentin der NADA, Abteilung Prävention, Frau Sonja Gröning. Die Thematik der verbotenen, d.h.  leistungssteigernden Substanzen, ging bisweilen in eine lebhafte Diskussion aller fast 30 Teilnehmer über. Die Konsequenzen der zum Teil dramatischen Auswirkungen nach der unwissentlichen Einnahme verbotener Substanzen - beispielsweise als Bestandteil von Nahrungsergänzungsmitteln oder nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten - wurden von Frau Gröning eindrucksvoll dargestellt. Als hochrangiger Vertreter der DTU gab Dierk Brandewinder, Vizepräsident und Dopingkontroll-Experte, überraschende Beispiele aus der Wettkampf-Praxis preis.

Fazit: sportlich ambitionierte Sportler sollten sich ernsthaft mit der Problematik beschäftigen. In Zukunft wird es bei den Rennen der ITU Paratriathlon World Championship Series als auch bei nationalen Titelkämpfen stichprobenartig durchaus zu Anti-Doping-Kontrollen kommen.

Am Samstag gingen gegen zehn Uhr alle fünfzehn Paratriathleten bei traumhaften Wetterbedingungen in die Binnenalster. Bei 25°C Wassertemperatur - bei der WM 2007 zeigten des Thermometer erfrischende 16°C - verzichteten einige Athleten wegen der kurzen Distanz sogar auf das Tragen eines Neoprenanzugs. Bereits nach gut acht Minuten stieg der für Österreich in der WCS Klasse TRI5 (moderate leg impairment) startende Erich Scheiber am Rathausmarkt aus der Binnenalster, dicht gefolgt von den beiden Lokalmatadoren Oliver Seemann, TRI3 (les autré) und Florian Szawlowski. Mit etwas Respektabstand folgten die ebenfalls in der World Championship Series gewerteten Österreicher Oliver Dreier, TRI4 und der mehrfache Paralympics-Sieger Martin Falch, TRI5 aus Tirol. Mit dem Respekt der ITU Paratriathleten aus Österreich war es aber dann doch nicht so weit her. Beim Zieleinlauf auf dem Rathausmarkt konnte nur der in TRI4 (upper extremity) startende Stefan Hüppe die Phalanx der Österreicher durchbrechen, der damit neuer Deutscher Meister TRI4 ist. Den ersten vier dicht auf den Fersen war der aktuelle Europa-, amtierende Weltmeister und Deutsche Meister, TRI3, Sebastian Averesch gefolgt vom Newcomer Lars Hansen, TRI4. Nahezu zeitgleich passierte der einzig verbliebene Rollstuhl-Athlet Jörg Walden, TRI1, die Ziellinie. Der erstmals in Hamburg gestartete Walden war von den Dimensionen des weltgrößten Triathlons nachhaltig beeindruckt. Auf den Plätzen folgten Oliver Fischer, Olaf Kohn, Florian Szawlowski (alle TRI4) und Sven Niebergall (TRI3) knapp vor der einzigen Dame im Feld, Lokalmatadorin Katrin Manzella (TRI4) sowie den drei TRI3-Athleten Chris John, Hans-Peter Durst und Oliver Seemann. Nach gut 90 Minuten war der erste Paratriathlon-Sprint in Hamburg bei optimalen äußeren Bedingungen erfolgreich über die Bühne gegangen.

Bereits kommendes Wochenende werden einiger der in Hamburg gestarteten Paratriathleten im Hyde-Park zu London erneut ihre Weltklasse unter Beweis stellen. Die Entscheidung in der Weltmeisterschaft fällt allerdings erst Anfang September beim Grand Final in Budapest, Ungarn.

Zum Schluss ein großer Dank an die Teams von Upsolut und Eventerprise sowie an alle ehrenamtlichen Helfer, ohne die diese Giga-Veranstaltung in Hamburg so nie möglich wäre.

Ergebnisse

Alfred Lipp

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