DM Mitteldistanz Paratriathlon in Wilhelmshaven

09.09.2010 09:20 von Nina Stern

Jörg Walden (Tri-Post Trier), Foto: Markus Kleinostendarp

(AL) Am 29. August wurden die Deutschen Paratriathlon-Meisterschaften bereits zum dritten Mal über die Mitteldistanz ausgetragen (1,9 / 90 / 21,095).  Bei unwirtlichen äußeren Bedingungen gingen die beiden Paratriathleten Jörg Walden (TRI1) und Florian Szawlowski (TRI4) ins Wasser. Das geringe Teilnehmerfeld war aber nicht nur dem Wetter geschuldet, sondern dem "Antwerpen 70.3". Dieser Mitteldistanz-Triathlon wenige Wochen vor dem Nordseeman in Wilhelmshaven gilt als Qualifikation für ja zwei Handicap-Startplätze in Hawaii und Clearwater. Auch die ausgezeichnete Organisation durch die TSR Olympia konnte nicht mehr Teilnehmer nach Wilhelmshaven locken.

 


Florian Szawlowski (Triabolos Hamburg) finishte in 6:33:22 h (48:49 / 3:15:19 / 2:29:13)

Jörg Walden (Tri-Post Trier) kam in 6:03:14 h ins Ziel (42:04 / 3:36:16 / 1:44:53)


Anbei die persönlichen Eindrücke von Jörg Walden:

Im Norden sind die Leute etwas gelassener, ich arbeite noch daran. "Hier oben weht eine steife Brise" kriegt man da zu hören und denkt: Freundliche Menschen, wenn sie dabei lächeln. Wind kennt man, und hier wird er etwas stärker sein und so war es dann auch auf der Radstrecke. Ständig kam der Wind von der Seite, so dass er nicht drückte und auch nicht richtig bremst, er ärgert einen halt nur. Mir kamen mal wieder Gedanken auf, wie: "Was machst du hier? Bist du bekloppt? usw. Während der Laufstrecke, direkt auf dem Deich, wusste ich dann, was hier ein steife Brise ist. Der Rollstuhl fuhr bald rückwärts mit mir. Regen fällt im Norden auch nicht aus dem Himmel, sondern fliegt quer übers Land. Da musste ich schon selber ein wenig über das Wetter lächeln und wusste, dass dies mit dem Beklopptwerden und so, nicht mehr so weit weg ist. Nicht vergessen werde ich sicher auch die Zuschauer, die uns bei dem Wetter noch anfeuerten. Eine Frau sehe ich noch, die die gesamte Radzeit an der Strecke steht und sich danach zur Laufstrecke aufmacht und auch da noch, bis zum letzten Teilnehmer, sich in den Regen stellt und beklatscht. Oder auch meinen Mitstreiter Florian Szawlowski, der die 1,9 km durch die Nordsee mit einem Arm durchschwimmt. Bedanken will ich mich auch noch mal, bei den Helfern, die einen in Wilhelmshaven noch lachend im Ziel auf die Schulter klopfen. Dass ich am Ende mit 6:03 h, mehr als 45 Minuten länger brauchte, als noch ein paar Wochen zuvor in Antwerpen, stellt mich nicht so zufrieden, aber das ist halt so, da oben in Deutschland. Ich versuche es auch mal mit "gelassen bleiben".

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