Der neue Präsident der Deutschen Triathlon Union

08.11.2010 12:48 von Clarissa Sagerer-Schlockermann

Dr. Reinhold Hemker

 

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Die Führungsriege der DTU v.l.n.r.: Jugendwartin Sandra Weber, Vizepräsident Breiten- und Freizeitsport Bernd Rennies, Präsident Dr. Reinhold Hemker, Vizepräsident Leistungssport Reinhold Häußlein, Vizepräsident Finanzen Bernd Rollar, Vizepräsident Veranstaltungen Dierk Brandewinder

 

Dr. Reinhold Hemker stellte die vier Schwerpunkte seiner zukünftigen Arbeit vor. Lesen Sie hier Ausschnitte aus seiner Vorstellungsrede:

Weiterentwicklung der inneren und äußeren Kommunikation

„Ein Punkt mit höchster Priorität ist für mich die notwendige vertrauensvolle Arbeit in Übereinstimmung mit Vereinen, Landesverbänden und der DTU. Die ITU übersehe ich dabei nicht. Einbezogen werden dabei natürlich auch die kommerziellen Veranstalter, mit denen im Interesse aller Beteiligten ein solches Einvernehmen erzielt werden muss, dass wir als Verbandsvertreter transparente und gleichgewichtige Vereinbarungen erreichen. Dazu sind faire Verhandlungen unter Berücksichtigung der jeweiligen Interessen notwendig.

Innere Kommunikation bedeutet regelmäßiger Austausch von Ideen, Meinungen und Berichten über das, was in den Regionen und vor Ort geschieht. Dafür brauchen wir ein vertrauensvolles Miteinander und die Bereitschaft, bei aller Berücksichtigung eigener Interessen, das große Ganze im Blick zu haben…

Die Informationen können dann breit gestreut werden. Zunächst intern – auch zur Weiterentwicklung der inneren Kommunikation, aufbereitet und zugeschnitten für die Öffentlichkeit, geht es dann um die äußere Kommunikation.

Wir brauchen uns mit dem, was im und mit dem deutschen Triathlonsport geleistet wird, nicht zu verstecken. Ich möchte, dass wir es alle gemeinsam schaffen, dass von unserem Sport und den Erfolgen noch mehr Menschen erfahren. Lasst uns gemeinsam überlegen, über welche Fachorgane für die Jugendarbeit wir die Darstellung unserer Nachwuchsarbeit noch breiter streuen können. Lasst uns das, was wir schon getan haben und tun, wie beispielsweise mit der Schulsportbroschüre der DTU, unser Anliegen verstärkt in die Schulen tragen.

Der heutige UN-Beauftragte für Sport und Gesundheitserziehung Willi Lemke hat in seiner damaligen Funktion als Bremer Senator für Bildung und Wissenschaft in dieser Broschüre geschrieben: “Das persönliche Erfolgserlebnis steigert das Selbstwertgefühl und ist eine hervorragende Motivationshilfe für die Schule. Durch die Möglichkeit, Triathlon auch als Gruppenwettkampf durchzuführen, kann ein gruppendynamischer Effekt erzielt werden. Gegenseitige Rücksichtnahme und das gemeinsame Erreichen des Ziels bieten zudem Möglichkeiten des sozialen Lernens.“ Wer von uns könnte es besser ausdrücken? Wir können auf der Grundlage einer guten inneren Kommunikation unsere Kommunikation nach außen mit Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und gesellschaftlichen Gruppen ausbauen.


Weiterentwicklung über Arbeitsgruppen und Projekte

Wir brauchen Gruppen, mit denen unsere Projekte weiterentwickelt werden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in solchen Gruppen können und sollten vorwiegend zeitlich begrenzt, manchmal auch in kurzen Workshops in kleiner Besetzung, Vorschläge für die Arbeit der DTU für die nationale, regionale und auch internationale Ebene entwickeln. Das kann, wie schon angedeutet, für alle Bereiche gelten, für die die Präsidiumsmitglieder verantwortlich zeichnen.

Nicht Einzelne, nicht der Präsident alleine, nicht die Präsidiumsmitglieder stehen alleine. Sie sind Teil eines großen Ganzen, zu dem wir alle gehören.


Einwirken auf gesellschaftliche Prozesse und Kooperationen

Unser Dreiklangsport hat eine große gesellschaftliche Bedeutung. Das hat eine vom Magazin Focus vorgenommene Befragung schon einmal gezeigt. Triathlon steht in der Skala der beliebtesten Sportarten ganz oben.

Bei allen Erfahrungen bei dem Versuch eine neue gesetzliche Grundlage für diesen Bereich mit einem separaten Gesundheitspräventionsgesetz zu schaffen, haben die vom DOSB entwickelten Konzepte „Pro Gesundheit“ und „Pro Reha“ eine große Bedeutung gehabt und haben es noch. Unser Sport ist wichtig - auch für alle weiteren Bemühungen in diesem Bereich. Der Bundesminister für Gesundheit hat gerade wieder auf die Bedeutung der Prävention hingewiesen. Er will die Anstrengungen für diesen Bereich ausweiten. Leider sind bisher aber keine neuen Anzeichen für ein Präventionsgesetz da.

Ich nenne auch die Bereiche Kultur und Tourismus. Es gibt immer mehr Wettkämpfe auch und gerade im Breiten- und Volkssportbereich mit kulturellem Rahmenprogramm und so genannten Märkten der Möglichkeiten. Und die Athletinnen und Athleten werden bei Wettkämpfen immer mehr von Angehörigen, Freundinnen und Freunden begleitet. Die Hotel- und Restaurantbesitzer und die Campingplatzbetreiber freuen sich darüber.

Wir brauchen uns also auch angesichts der wirtschaftlichen Bedeutung unseres Sportes nicht verstellen, wenn wir über die finanzielle Unterstützung unserer Arbeit/unserer Projekte sprechen.

Ich habe das schon vor Jahren gespürt, als ich als Mitglied der Bundestagsausschüsse für Sport, Gesundheit und Tourismus Kontakte für Präsidiumsmitglieder der DTU und auch kommerzielle Veranstalter im politischen Bereich und bei potentiellen Sponsoren vermittelt habe.


Für eine gute Zukunft als Triathlonfamilie und Mannschaft

Ein letzter Punkt. Schon heute kann es weiter vorangehen in eine gute Zukunft für uns als Triathlonfamilie und starke Mannschaft. Dafür müssen wir alle an einem Strang ziehen. Ich bitte schon heute um Hinweise auf zu leistende Aufgaben.

Dafür wünsche ich uns als Mannschaft viel Kraft, Mut und Gesundheit. Der Titel des Buches, das ich im Jahr 2005 veröffentlicht habe, heißt: “Gemeinsam bist Du stark.“ Ich möchte das nun auch auf alle Triathlonfreundinnen und -freunde beziehen. In der nördlichsten Steinkohlebergbaustadt Ibbenbüren, in deren Nähe mein Heimatort Rheine-Elte ist, habe ich gelernt zu grüßen mit  „Glück auf“. Das wünsche ich uns.“

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