Kein Tag der Deutschen beim WM-Rennen in Kitzbühel

18.06.2011 17:17 von Oliver Kubanek

Maik Petzold bester Deutscher auf Platz 21, drei Ausfälle unter den DTU-Startern

Das WM-Rennen in Kitzbühel hatten sich die Starter der Deutschen Triathlon Union (DTU) anders vorgestellt. Beim überlegenen Sieg des Briten Alistair Brownlee erreichten nur drei der sechs gestarteten deutschen Triathleten überhaupt die Ziellinie, als schnellster Maik Petzold, der auf Rang 21 kam. Daniel Unger wurde 27. und Sebastian Rank belegte Platz 36. Aussteigen mussten dagegen Vize-Weltmeister Steffen Justus, Gregor Buchholz und Jonathan Zipf.

„Pech, Pleiten und Pannen“, hatte es Sportdirektor Wolfgang Thiel verständlicherweise gehörig die Laune verdorben. „Mit dem Wettkampf können wir natürlich überhaupt nicht zufrieden sein. Die Generalprobe haben wir somit ziemlich verpatzt“, so Thiel mit Blick auf die kommenden Rennen in Hamburg und die Olympiaqualifikation in London. „Da heißt es nun seelische Aufbauarbeit zu leisten, vor allem bei den dreien, die gar nicht ins Ziel gekommen sind.“

Nach einem für ein Schwimmen in Neoprenanzügen erwartbaren Rennverlauf hatten sich zwar vor dem Wechsel auf das Rad zwei Gruppen gebildet, doch der geringe Abstand ließ nach wenigen Kilometern ein großes Hauptfeld von rund 50 Athleten entstehen. Etwas erstaunlich war, dass die Sieganwärter am Ende ein Trio wegfahren ließen, indem mit Alistair Brownlee der Top-Favorit des Rennens saß. Aber letztlich lief hinter dem Dominator aus Leeds früh alles auf eine Laufentscheidung um die weiteren Podiumsplätze in Kitzbühel hinaus.

In dieser sah Daniel Unger zunächst wie der stärkste Deutsche aus, doch Maik Petzold hatte sich seine Kräfte etwas besser eingeteilt, wenngleich er mit seinem Abschneiden alles andere als zufrieden war. „Das waren schon extrem harte Bedingungen heute“, resümmierte der Bautzener seinen Arbeitstag. „Ich habe auch schon zeitig gemerkt, dass ein wenig die Frische fehlt. Daher hatte ich versucht, auf dem Rad ein wenig zu pokern und darauf zu hoffen, dass ich beim Laufen in Fahrt komme, aber auch da hat sich gezeigt, dass ich nicht stark genug war, mein Ziel, einen Top Ten-Rang, zu erreichen.“ tl_files/dtu/Bilder/Oliver Kubanek/Maik Petzold-2011-klein.jpg

Auch die Leistung des „Ungerman“ offenbart, dass der Weltmeister von 2007 noch einiges zu tun hat, um an seine alte Leistungsstärke anzuknüpfen. Bei nasskaltem und windigem Wetter konnte Sebastian Rank ebenfalls nicht seine eigentliche Laufstärke einbringen und fiel daher in der Endabrechnung auf Rang 33 zurück. „Daniel hat gemerkt, dass bei einem WM-Rennen die Leistungsqualität doch um einiges höher ist als bei einem Europacup, und Sebastian kann bei solchen Bedingungen kaum gut laufen“, suchte Thiel nach Erklärungen für die Darbietungen.

So ärgerlich das Kitzbühler Rennen aus deutscher Sicht ohnehin schon war, erhöhte der Rennverlauf den Verdruss im Nachhinein noch ein wenig, da die laufstarken DTU-Starter Buchholz, Justus und Zipf beste Chancen auf ein gutes Ergebnis hätten haben können. Vize-Weltmeister Steffen Justus stand nach seinem Ausscheiden denn auch ziemlich ratlos am Streckenrand. „Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was heute los war. Aber der Akku war irgendwie komplett leer. Wir müssen nun mal analysieren, woran das gelegen hat.“ Beim Schwimmen konnte Justus noch mit größter Anstrengung den Anschluss an die zweite Gruppe halten, aber auf dem Rad fehlte ihm die Kraft. „Nach drei, vier Minuten könnte ich schon nicht mehr zügig fahren, das hatte überhaupt keinen Sinn.“

Verärgert waren dagegen die beiden anderen „Aussteiger“. Noch am Freitag hatte sich Buchholz einen Rennverlauf erhofft, in dem eine große Radgruppe zusammenfährt und die Entscheidung im Laufen fällt. Diesen Gefallen hatte ihm der Triathlongott zwar nahezu getan, doch dann bremste ihn ein Sturz. Jonathan Zipf erging es nur bedingt besser. Er erlitt zwar keine Hautabschürfungen wie sein Teamkollege, aber mit einem Rahmenbruch an seinem Rad und musste er aufgeben, und so nun schon zum zweiten Mal in Serie ein WM-Rennen vorzeitig beenden.

Bildmotive: Wolfgang Thiel (oben) und Maik Petzold (Fotograf: Petko Beier)

Medienkontakt:

Oliver Kubanek, Tel.: 0231-86436-724, E-Mail: kubanek@dtu-info.de

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