Sportdirektor Wolfgang Thiel über die Entwicklungen im Damen-Team

19.06.2011 17:30 von Oliver Kubanek

"Wir können deutlich zuversichtlicher sein als im letzten Jahr"

Herr Thiel, der Samstag in Kitzbühel hat Ihnen schlechte Laune vermittelt, der Sonntag mit dem Damenrennen hat wieder für ein Lächeln sorgen können...

Das kann man so sagen. Bei den Herren haben wir Pleiten, Pech und Pannen erlebt, da können wir gar nicht zufrieden sein. Aber die Damen konnten die Erwartungen erfüllen und haben gute Ergebnisse erzielt. Allen voran natürlich Svenja Bazlen, eine zweite Top Ten-Platzierung ist wirklich aller Ehren wert. Aber auch die anderen Damen haben überzeugt beziehungsweise mich nicht enttäuscht.

Enttäuscht dürfte aber Rebecca Robisch sein, die quasi an das Pech der Männer nahtlos anknüpfte...

Das ist so und es war für sie natürlich extrem schade, weil es ihr Rennen hätte werden können, da sie aktuell sehr stabil auf dem Rad und beim Laufen ist. Aber es hat uns schon ein wenig erstaunt, dass sie auch bei einem WM-Rennen im Schwimmen so weit vorne war, denn das ist ein ganz anderes Kaliber als beispielsweise ein Europacup. Das sollte ihr bei allem Pech Mut machen und zeigt, dass sie auf dem richtigen Weg ist.

Das gilt offensichtlich auch für Kathrin Müller und Sarah Fladung...

Kathrin hat sich im Vergleich zu Madrid vor allem im Lauf deutlich verbessert, da ist sie auf einem guten Weg und auch Sarah hat einen guten Wettkampf gemacht. Man muss ja sehen, dass dies ihr erstes Rennen auf diesem Niveau war und da fehlt es in manchen Rennsituationen auch einfach an Erfahrung. Insgesamt bin ich mit beiden Debütantinnen daher zufrieden. Das bin ich auch mit Anne Haug, die sich sicherlich selbst auch mehr erwartet, aber wir wissen, woran es liegt, dass noch ein Tick fehlt.

Woran?

Dass Anne im Schwimmen ein Problem auf diesem Niveau hat, war uns von vornherein bewusst, aber durch die vielen Wettkämpfe, die sie schon absolviert hat, um überhaupt genügend Punkte für einen WM-Start zu ergattern, fehlt ihr bei zum Teil einsamen Aufholjagden momentan die Kraft. Aber ich hoffe, dass bei ihr mit einem guten Resultat unter den ersten 20 oder auch sogar 30 bald der Knoten platzt.

Etwas hinter den Erwartungen zurück bleibt Anja Dittmer…

Das muss man so sagen und das sieht sie selbst ja auch so. Da kann ich nicht zufrieden sein. Sie kann mehr und hat auch beim Schwimmen noch zu viele Probleme. Daran gilt es zu arbeiten.

Insgesamt blicken Sie also eher zuversichtlich in die Zukunft des deutschen Damen-Triathlons?

Die Entwicklung ist definitv positiv. Wir haben mittlerweile sechs, sieben Athletinnen, die auf einem guten Leistungsniveau sind, und einige von ihnen, wie Fladung und Robisch, sind noch sehr jung. Das ist ein größeres Potenzial als in den letzten Jahren, so dass ich schon zuversichtlich bin.

 

Medienkontakt:

Oliver Kubanek, Tel.: 0231-86436-724, E-Mail: kubanek@dtu-info.de

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