Sebastian Rank und Jonathan Zipf unter den Top Ten in Hamburg

16.07.2011 19:16 von Oliver Kubanek

Jan Frodeno findet die „goldene Schraube“ auf den Straßen der Hansestadt

Mit zwei Top Ten-Ergebnissen haben die Herren der Deutschen Triathlon Union (DTU) die Erwartungen von Sportdirektor Wolfgang Thiel beim WM-Heimrennen in Hamburg erfüllt. Sebastian Rank als Vierter und Jonathan Zipf als Neunter stellten diesmal die Etablierten etwas in den Hintergrund, wobei Jan Frodeno durch eine Schraube gebremst wurde, die sich an seinem Vorderrad verfangen hatte.

Sichtlich zufrieden und mit hochgereckten Armen lief Sebastian Rank über die Ziellinie vor dem Hamburger Rathaus. „Ich bin sehr happy, dass das Rennen heute so gut geklappt hat, da dachte ich mir, das kann man doch auch als Vierter durchaus zeigen.“ Mit einem Lauf unter 30 Minuten sicherte sich der 25-Jährige seine beste Saisonplatzierung.

Kurz dahinter folgte ihm Jonathan Zipf, der zwischenzeitlich die Abschlussdisziplin mitbestimmte, aber in der zweiten Laufrunde etwas abreißen lassen musste, auch weil er auf dem Rad viel gearbeitet hatte, um eine Verfolgergruppe nach vorne zu fahren. „Ich wollte definitiv nicht zulassen, dass ich hier in Hamburg erst mit Verspätung zum Laufen komme“, erklärte „Johnny“ diese Taktik. „Aber da haben leider nur vier Leute so gedacht wie ich.“ Einer von ihnen war übrigens der amtierende Hawaii-Champion Chris McCormack.

Etwas weniger zufrieden verließen dagegen Maik Petzold als 24., Christian Prochnow als 31. und Gregor Buchholz als 50. die Hansestadt. Daniel Unger musste auf dem Rad sogar aussteigen. „Vier Worte: Ich bin nicht zufrieden“, lautete das Resümmee von Prochnow. „Aber das Laufen ging von Anfang an schlecht.“ Noch mehr Probleme hatte Teamkollege Buchholz, der auf dem Rad muskuläre Schwierigkeiten bekam. „Das ist mir wirklich noch nie passiert, dass ich aus einer Radgruppe rausgefallen bin.“ Immerhin sind diese Vorfälle mit Blick auf den aktuellen Trainingsstand zumindest in Teilen erklärbar, da alle DTU-Athleten die Olympiaqualifikation in drei Wochen im Blick haben und so „nah an den Wettkampf herantrainiert haben“, wie es in der Triathletensprache heißt.

Ebenfalls weit hinten in der Ergebnisliste ist der amtierende Olympiasieger zu finden. Vor dem Namen „Jan Frodeno“ steht die Zahl 43. Aber die Laune des 29-Jährigen war nach dem Rennen gar nicht schlecht. „In Hamburg habe ich zwar keine Goldmedaille, aber dafür wohl eine goldene Schraube gefunden“, scherzte Frodeno über ein kleines Stück Metall, das in der letzten Radrunde zu einem platten Vorderreifen führte, so dass er keine Chance auf eine durchaus mögliche Top-Platzierung mehr hatte. Angefeuert vom Publikum beendete er den Wettkampf dennoch, und hatte zudem die Gewissheit, dass die Form stimmt. tl_files/dtu/Bilder/Oliver Kubanek/Zipf-Rad HH 2011-klein.jpg

Letztlich zeigte sich daher auch der Sportdirektor zufrieden mit seinen Athleten. „Sebastian und Jonathan haben einen tollen Job gemacht, Jan wäre ebenfalls vorne dabei gewesen“, so Thiel. „Bei den anderen hätte man sich etwas mehr erwarten können, aber da hat das Training mit Blick auf London auch seine Wirkung gezeigt.“

Auch aus atmosphärischer Sicht hat Hamburg für die Athleten die Erwartungen wieder erfüllt. „Diesem Publikum muss man einfach dankbar sein“, fasst Frodeno stellvertretend zusammen.

Den Sieg vor mehreren hunderttausend Zuschauern sicherte sich der Australier Brad Kahlefeldt vor dem Briten William Clarke und David Hauss aus Frankreich.

 

Medienkontakt:

Oliver Kubanek, Tel.: 0231-14 86 56, E-Mail: kubanek@dtu-info.de

Zurück