Svenja Bazlens drittes WM-Top Ten-Resultat in Folge

17.07.2011 19:12 von Oliver Kubanek

"Insgesamt hätte das heute besser laufen können"

(Fotos: Svenja Bazlen (o.) und Anne Haug, Quelle: Petko Beier)

Immerhin hatte der hanseatische Wettergott ein Einsehen mit den Triathletinnen beim WM-Rennen in Hamburg. Erst beim Zieleinlauf entlud sich ein kleiner Regenschauer, der aber leider ein wenig zur Stimmung im Team der Deutschen Triathlon Union (DTU) passte. Einzig Svenja Bazlen strahlte nach ihrem zehnten Rang.

„Ich habe vorher gesagt, dass ich mit einem Platz unter den ersten zehn zufrieden bin, das habe ich erreicht, also passt das“, erklärte die gut gelaunte bestplatzierte Deutsche. Den Sieg sicherte sich ein australisches Trio. Emma Moffat jubelte vor Emma Jackson und Emma Snowsill.

Die weiteren deutschen Athletinnen erreichten nicht ihr Leistungsniveau. Kathrin Müller wurde 26., Sarah Fladung 30. und Anne Haug 33. Vor allem Müller schüttelte im Zielraum den Kopf. „Das war absolut energielos heute. Schon im Schwimmen konnte ich nicht ganz vorne mithalten, und auf dem Rad war ich froh, überhaupt den Anschluss gehalten zu haben. Das war Kampf pur.“

Hinsichtlich des Rennverlaufs sollte sie indes Recht behalten, hatte sie eine Laufentscheidung aus einer großen Gruppe vorausgesagt. Zwar kamen auch die anderen deutschen Damen mit ein wenig Rückstand aus der Binnenalster, aber innerhalb der ersten Radrunde entwickelte sich eine 35-Frau starke Führungsgruppe, in der Bazlen, Müller und Fladung vertreten waren, und in der auch keine Ausreißversuche unternommen wurden.

Dass Anne Haug nach dem Schwimmen nicht unbedingt in Kontakt zur Spitze sein würde, hatten die Verantwortlichen erwartet, aber leider vergab die 28-Jährige ihre große Chance auf den Anschluss in Hamburg auch dadurch, dass sie beim ersten Wechsel Probleme hatte, den Neoprenanzug auszuziehen. „Das Schwimmen war für meine Verhältnisse gar nicht schlecht, und dann kriege ich den Anzug nicht runter“, ärgerte sich Haug maßlos. Schließlich musste sie sogar einen Teil des Radkurses ganz alleine absolvieren und geriet so weit in Rückstand, dass am Ende auch ein guter Lauf nur noch zu Platz 33 reichte, wobei sie ihre beiden Teamkolleginnen fast noch eingeholt hätte.

Dagegen schaffte Bazlen nach einem eher misslungenen zweiten Wechsel den Anschluss an die zweite Laufgruppe. Bestimmt von den Australierinnen setzte sich auf der Laufstrecke bereits auf den ersten 2,5 Kilometern eine Gruppe von neun Triathletinnen ab. In der direkten Verfolgung mühte sich Svenja Bazlen. Gegen die Frauen aus down under war allerdings die gesamte Konkurrenz in Hamburg chancenlos, und als beste DTU-Starterin rang Bazlen lange Zeit gemeinsam mit Nicola Spirig (SUI) und Kiyomi Nawata (JPN) um ein Top-Resultat. „Ich habe mich nicht verleiten lassen, gleich das hohe Tempo der Australierinnen mitzugehen und bin selbst vor der Riesenkulisse vernünftig geblieben“, so die Waiblingerin. „so konnte ich in meinem eigenen Tempo ordentlich durchlaufen.“tl_files/dtu/Bilder/Oliver Kubanek/Anne Haug HH-klein.jpg

Trotz dieser guten Leistung hatte DTU-Sportdirektor Wolfgang Thiel allerdings wenig Grund zur Zufriedenheit. „Das hätte besser sein können“, lautete seine etwas euphemistische Umschreibung des Wettkampfs. „Svenjas Auftritt war in Ordnung, aber Kathrin hatte sich selbst auch deutlich mehr vorgenommen. Sarah und Anne hätte ich ebenso ein wenig weiter vorne erwartet.“

Insofern heißt es nun für die deutschen Triathlon-Damen: regenerieren, analysieren und nach vorne schauen.

 

Medienkontakt:

Oliver Kubanek, Tel.: 0231-14 86 56, E-Mail: kubanek@dtu-info.de

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