Anja Dittmer sichert sich ihre vierte Olympia-Teilnahme

06.08.2011 13:05 von Oliver Kubanek

"Ein weiterer Traum wird wahr"

(Fotos: Svenja Bazlen, li., und Anja Dittmer)

Mit Platz drei beim WM-Rennen in London hat Anja Dittmer für ein Novum in der Triathlonwelt gesorgt. Mit einer famosen Leistung beim Saisonhöhepunkt sicherte sich die 35-Jährige die Teilnahme an ihren vierten Olympischen Spielen. Svenja Bazlen verpasste nach zuletzt drei Top Ten-Platzierungen in der WM-Serie mit Rang 13 die Olympia-Qualifikation hauchdünn. Kathrin Müller wurde 21., Ricarda Lisk 49., Anne Haug 54. und Rebecca Robisch finishte auf Platz 56.

„Ich bin wirklich happy und etwas sprachlos“, freute sich Dittmer nach dem Zieleinlauf. „Ein weiterer Traum wird wahr. Ich hatte mich speziell auf dieses Rennen vorbereitet und auch fest daran geglaubt, dass ich es schaffen kann.“ Enttäuscht war dagegen natürlich Svenja Bazlen, wenngleich sie sich über eine gute Leistung freuen konnte. „Ich schwanke zwischen Wut und einer gewissen Freude über ein gelungenes Rennen. Ich habe alles gegeben und kann mir somit eigentlich nichts vorwerfen.“

Alles richtig gemacht in ihrem Formaufbau und im Rennen hatte definitiv Anja Dittmer. Deutlich verbessert gegenüber der ersten Saisonhälfte konnte sie den Anschluss im Schwimmen halten und so am Ende ihre Laufstärke einbringen konnte. „Anja hat gezeigt, was sie kann“, zog auch DTU-Sportdirektor Wolfgang Thiel seinen Hut. „Sie ist in diesem Jahr ihren eigenen Weg gegangen und hat sich optimal vorbereitet.“

In der ersten Radrunde hatte sich eine 34-köpfige Führungsgruppe gebildet, in der Bazlen, Dittmer und Müller mit gut einer Minute Vorsprung auf die Verfolgerinnen mit Ricarda Lisk fuhren, die sich nach Runde zwei ebenfalls zu einer großen Gruppe von 25 Frauen zusammenschlossen. Bis zum zweiten Wechsel hatten sich beide Gruppen allerdings wieder vereint, so dass fast das gesamte Feld geschlossen die Laufentscheidung in Angriff nahm. „Die zweite Gruppe ranfahren zu lassen, war ein Fehler“, wusste Bazlen im Ziel, denn aus dieser lagen im Gesamtergebnis fünf Athletinnen vor ihr. „Aber wenn keiner mitarbeitet, kann man auf dem Rad allein auch nicht viel ausrichten.“

Während sich Dittmer und Bazlen dann beim Laufen zunächst in der Spitze halten konnten, musste Kathrin Müller in Runde eins schon ein wenig abreißen lassen. Lisk verlor gleich eine Minute und beendete den Wettkampf schließlich als 49. In den folgenden drei Runden zeigte Dittmer eine tolle Performance und sicherte mit einer exzellenten Laufzeit ihr erstes WM-Podium überhaupt. Ihr eigenes Tempo lief Bazlen und kämpfte mit der Chilenin Barbara Riveros-Diaz und Jodie Stimpson aus Großbritannien um Platz zwölf, der als Nominierungskriterium für Olympia ausgegeben war, den sie aber im Sprint gegen Riveros-Diaz verlor.

Schon nach dem Schwimmen geplatzt waren die Hoffnungen von Anne Haug und Rebecca Robisch. Beide kamen mit einer Verspätung von rund 2:30 Minuten aus dem Serpentine-See im Hyde Park und absolvierten daher die Radrunden am Ende des Feldes, so dass sich der Rückstand in jeder Runde noch vergrößerte. Im Ziel reichte es nur für die  Ränge 54 für Haug und 56 für Robisch. tl_files/dtu/Bilder/Oliver Kubanek/Dittmer-London2011-klein.jpg

Ein zweigeteiltes Fazit zog dementsprechend Sportdirektor Thiel. „Ich habe hier drei gute und drei schlechte Leistungen gesehen. Über Anja muss man fast nicht sagen, Svenja und Kathrin sind im Rahmen ihrer Leistungsstände ins Ziel gekommen. Die drei weiteren Frauen haben leider keinen guten Wettkampf zeigen können.“

 

Medienkontakt:

Oliver Kubanek, Tel.: 0231-14 86 56, E-Mail: kubanek@dtu-info.de

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