Für Steffen Justus ist die Titelverteidigung ein Zeichen gewachsener Robustheit

28.08.2011 21:19 von Oliver Kubanek

"Über die letzte Woche kann man nicht meckern"

Im Vorjahr holte sich Steffen Justus die Krone des Deutschen Triathlon-Meisters beim schweren Alpen-Triathlon am Schliersee. In diesem Jahr verteidigte er seinen Titel in Grimma über eine Sprintdistanz. Das zeigt die Klasse des 29-Jährigen, der seinen erneuten Coup auch mit der gesteigerten Robustheit, die mit dem Alter komme, erklärt. Zusammen mit Rebecca Robisch, ebenfalls Titelträgerin 2011, trat er in einem "Siegerauto" die Heimreise gen Saarbrücken an.

Herzlichen Glückwunsch zur Titelverteidigung, Steffen Justus. Das war die erwartet schwere Aufgabe, oder?

Vielen Dank. Ja, das war eine schwere Aufgabe, wenngleich für mich alles bestens gelaufen ist. Der unbedingte Wille zum Siegen ist in mir wieder aufgekommen. Diesen Titel wollte ich einfach haben.

Die letzte Woche kann sich dementsprechend sehen lassen. So lässt es sich leben, oder?

Das will ich meinen. Erst eine Medaille bei der Sprint-WM in Lausanne und nun die Titelverteidigung bei der DM. Da gibt es nichts zu meckern.

Sie hatten im Vorfeld Maik Petzold in seinem Heimrennen favorisiert. Der war auch auf dem Rad ein wenig enteilt. War das eine kritische Situation?

Kritisch ist nicht die richtige Umschreibung, weil wir im Feld schon kontrolliert haben, dass die zwei Ausreißer nicht zu weit wegfahren. Parallel fand aber ja auch die Bundesliga, also ein Teamrennen statt, und da das Führungsduo aus meiner Mannschaft kam, musste ich mich auch taktisch verhalten und sehen, dass das Feld nicht weiter nach vorne fährt. Aber weiter als 30 Sekunden wollten wir die beiden auch nicht vorlassen.

Am Ende waren Sie Sieger vor Jonathan Zipf, der Sie in der Vorwoche in Lausanne noch besiegt hatte...

Beim Laufen kristallisierte sich schnell heraus, dass der Titel zwischen Johnny und mir ausgefochten wird, weil wir Maik schnell einholen konnten. Es zeigte sich, dass ich heute einfach schneller laufen konnte als die anderen, so dass mir wieder der Titelgewinn gelungen ist. Grundsätzlich bin ich auf den kurzen Distanzen auch sehr schnell, aber mir kommt wohl auch zugute, dass ich mit den Jahren zunehmend an Robustheit gewonnen habe, was in solchen Rennen dann den Ausschlag über Sieg und Niederlage geben kann.

Es scheint auch, dass Sie nach der gelungenen Olympia-Qualifikation befreiter auftreten...

Das ist richtig. Durch den Fokus auf das Qualifikationsrennen in London mussten wir auf andere gute Platzierungen teilweise verzichten, wei wir Wettkämpfe aus dem Training heraus absolviert haben. Nachdem ich mich für die Olympiade qualifizieren konnte, ist zum einen der Druck weg und zum anderen sieht die Rennvorbereitung anders aus. Jetzt ist es schön, dass ich die guten Resultate zum Teil nachholen kann.

Medienkontakt:

Oliver Kubanek, Tel.: 0231-14 86 56, E-Mail: kubanek@dtu-info.de

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