Nationalkader reist hochmotiviert zur Sprint-WM nach Lausanne

19.08.2011 15:30 von Oliver Kubanek

Einzel- und Teamrennen rund um den Genfer See

(Bilder: Jonathan Zipf und Anja Dittmer)

Der Terminplan meint es momentan gut mit den Triathlonfreunden in Deutschland und aller Welt. Nach der spannenden Olympia-Generalprobe in London steht an diesem Wochenende mit der Sprint-Weltmeisterschaft in Lausanne gleich ein weiterer Höhepunkt an. Und die Athleten der Deutschen Triathlon Union fahren hochmotiviert in die Schweiz, steht neben den Einzelrennen doch auch ein Teamwettbewerb auf dem Programm.

„In Lausanne geht es um Medaillen und zudem um Punkte für die WM-Serie“, blickt DTU-Sportdirektor Wolfgang Thiel auf die anstehenden Rennen. „Daher werden wir alles daran setzen, gute Resultate zu erzielen.“ Allerdings gibt er auch zu bedenken, dass der Kampf um die Olympia-Tickets in London noch Nachwirkungen zeitigt. „Der Fokus auf das Rennen in London war schon eine Belastung und man merkt einigen unserer Athleten an, dass sie psychisch und physisch ein wenig müde sind.“ Olympiasieger Jan Frodeno hatte beispielsweise mit einer Erkältung zu kämpfen und Sebastian Rank muss wegen eines grippalen Infekts gar auf die Sprint-WM verzichten.

Ansonsten sind die deutschen Top-Triathleten aber in der Schweiz über die halbe Olympische Distanz am Start. Bei den Herren werden neben Frodeno auch Gregor Buchholz, Steffen Justus, Maik Petzold, Christian Prochnow und Jonathan Zipf in den Genfer See springen. Das Damenteam besteht aus Svenja Bazlen, Anja Dittmer, Sarah Fladung, Anne Haug, Kathrin Müller und Rebecca Robisch.

Die kurzen Strecken stoßen dabei nicht bei allen auf sportliche Gegenliebe. „Ich rechne mir auf den kurzen Distanzen keine großen Chancen aus, diese kommen meiner körperlichen Beschaffenheit nicht gerade entgegen“, sagt etwa Prochnow. Teamkollege „Johnny“ Zipf freut sich dagegen schon. „Ich bin guter Dinge, da mir normalerweise eine Sprintdistanz eher liegt. Außerdem wird es noch mal Zeit für einen ordentlichen Wettkampf“, so der 25-Jährige, der seine Muskelprobleme, die ihn in der englischen Hauptstadt noch zur Aufgabe zwangen, überwunden hat.

Diese Freude teilt auch Svenja Bazlen. „Das wird ein schönes Rennen und ein solches Starterfeld gab es bei einem Sprint noch nie“, merkt man der Wahl-Freiburgerin den Tatendrang für Samstag an. „Ob mir die Wettkampfart wirklich liegt, wird sich zeigen, aber im Training mag ich kurze und knackige Einheiten sehr gern.“ Dieses absolviert sie oft gemeinsam mit Kathrin Müller, doch diese ist mit Blick auf den Wettkampf etwas zurückhaltender. „Mein Fokus liegt auf dem WM-Finale in Peking, aber Lausanne ist insofern ein schönes und aufregendes Rennen, weil es wieder einen Triathlon zu sehen gibt und kein reines Laufrennen.“

Einig sind sich indes alle DTU-Athleten darin, dass die sonntägliche Teamstaffel ein ganz besonderes Rennen wird. „Darauf freue ich mich wahnsinnig“, sagt Bazlen, die gemeinsam mit Anja Dittmer, Steffen Justus und Jan Frodeno ein Team am Sonntag bilden wird. Alle anderen können sich in den Einzelrennen für die zweite deutsche Staffel qualifizieren, indem sie Sportdirektor Thiel und das DTU-Trainerteam von sich überzeugen. „Wir werden eine Art ‚Team Olympia’ aufstellen und für die zweite Staffel die Eindrücke der Einzelrennen auswerten. So abgedroschen es klingt, aber die Teamrennen haben wirklich eigene Gesetze und da gilt es, auch taktisch aufzustellen und die Stärken in einzelnen Disziplinen zu beurteilen“, wird die Nominierung für die Betreuer nicht einfach. tl_files/dtu/Bilder/Oliver Kubanek/Anja Dittmer 2011-klein.jpg

Ganz besonders über eine solche freuen würden sich Gregor Buchholz und Rebecca Robisch, haben sie doch 2011 schon einmal in einem deutschen Team gestanden. Bei der Europameisterschaft in Pontevedra (ESP) hatten sie am Ende eine Goldmedaille um den Hals hängen. „Darum würde ich auch gerne in einem WM-Team dabei sein“, formuliert Buchholz verständliche Wünsche.

Abzuwarten bleibt letztlich, wie sich die unterschiedlichen Ausgangspositionen der DTU-Athleten auf ihre Leistung auswirkt. Die Freude über die gelungene und den Frust über die verpasste Olympia-Qualifikation wollen indes alle in gute Leistungen umsetzen.

Medienkontakt:

Oliver Kubanek, Tel.: 0231-14 86 56, E-Mail: kubanek@dtu-info.de

Zurück