Zwei Top Ten-Platzierungen für die Herren bei Sprint-WM

20.08.2011 14:48 von Oliver Kubanek

"Mit dem Gesamtergebnis kann man zufrieden sein"

Ohne Medaille, aber mit zwei tollen Platzierungen haben die deutschen Triathleten bei der Sprint-WM in Lausanne eine ordentliche Leistung zeigen können. Jonathan Zipf belegte nach einem extrem schnellen Rennen Platz sieben und Christian Prochnow Platz neun. Maik Petzold kam als 17. ins Ziel, Vize-Weltmeister Steffen Justus wurde 26., Gregor Buchholz 36. und Olympiasieger Jan Frodeno hatte kurzfristig auf einen Start verzichten müssen. Bei herrlichem Wetter konnte Jonathan Brownlee aus England seinen Titel vor dem Spanier Javier Gomez verteidigen. Platz drei belegte Bruder Alistair Brownlee.

„Das war ein richtig hartes Rennen, die ganze Zeit Vollgas“, kommentierte Zipf seine Leistung. „Im Schwimmen war ich einigermaßen dabei trotz mittelmäßiger Leistung, aber im Rad konnten wir glücklicherweise die Spitzengruppe auffahren, so dass ich im Vorderfeld auf die Laufstrecke gehen konnte.“ Allerdings haderte Zipf mit seinen Wechseln. „Nach dem Radsplit bin ich nicht sonderlich günstig in die Wechselzone gekommen und die verlorene Zeit beziehungsweise die nötigen Mehrmeter habe ich hinten heraus zu spüren bekommen.“

Von Beginn an im Vorderfeld dabei war von den deutschen Startern zunächst Maik Petzold. Der schnelle Schwimmer setzte sich dann auch mit einer 14-köpfigen Gruppe erfolgreich vom Rest des Feldes ab. In der zweiten Gruppe saßen Steffen Justus, Christian Prochnow und Jonathan Zipf, allein Gregor Buchholz hatte schon im Genfer See ein wenig den Anschluss verloren und musste daher auch auf dem Rad in der dritten Gruppe den Kontrahenten hinterherfahren.

Allerdings schaffte es die Führungsgruppe nicht, den Vorsprung zu halten, so dass bis auf Buchholz alle Deutschen in guter Position in die Laufschuhe wechselten. Ihren Anteil daran hatten auch Justus und Zipf, die mit beherzten Vorstößen das Tempo der Verfolger hoch hielten. Konsequenz war, dass 42 Athleten die letzten fünf Kilometer nahezu zeitgleich in Angriff nahmen. Konsequenz war für Justus aber auch, dass er offenbar zu viel Kraft gelassen hatte.

Im Laufen entwickelte sich gleich ein gnadenloses Ausscheidungsrennen, das erwartungsgemäß sofort von den britischen Brownlee-Brüder sowie Javier Gomez diktiert wurde. Im Sprinttempo ging die Spitze die Lausanner Laufstrecke an, was einigen DTU-Startern leider gleich den Leistungs-Zahn zog.

Klug eingeteilt hatten sich das Rennen allerdings Jonathan Zipf und Christian Prochnow, beide in London sehr unglücklich an der Olympiaqualifikation gescheitert. Zipf ging sogar als Dritter und in Gesellschaft von Alistair Brownlee, David Hauss (FRA) und Alexander Brukhankov (RUS), also der absoluten Weltspitze, auf die zweite Laufrunde. Zwar musste er diese Kontrahenten ziehen lassen, aber Platz sieben ist aller Ehren wert. Prochnow überzeugte ebenfalls mit einer starken Laufleistung und bewies damit, auf den Punkt topfit zu sein, was seinen platten Reifen aus dem Olympiaqualifikationsrennen in London doppelt ärgerlich macht.

„Man muss sehen, dass die Athleten, die in London vorne mit dabei waren, hier in Lausanne ein wenig hinter den Erwartungen geblieben sind. Aber das ist grundsätzlich normal, weil die Athleten mental nicht zu einhundert Prozent bereit sein können nach einem solchen Event“, weiß DTU-Sportdirektor Wolfgang Thiel die Ergebnisse einzuschätzen, lobt aber seine beiden besten Starter ausdrücklich. „Was Johnny und Paule gezeigt haben, war definitiv stark und mit dem Gesamtergebnis kann ich deswegen auch zufrieden sein.“

Olympiasieger Jan Frodeno war schon leicht angeschlagen nach Lausanne gereist, war aber guter Dinge, am Genfer See starten zu können. Nach einem letzten Belastungstest am Samstagmorgen entschied er sich aber dafür, auf die Sprint-WM zu verzichten.

Medienkontakt:

Oliver Kubanek, Tel.: 0231-14 86 56, E-Mail: kubanek@dtu-info.de

Zurück