Vorbereitung auf das WM-Finale in Peking ohne Tourismus

10.09.2011 09:59 von Oliver Kubanek

Die Konzentration der DTU-Starter gilt ganz den Rennen

Es gibt verschiedene Meinungen über den Umstand, dass Leistungssportler oft auf Reisen sind und so viel von der Welt zu sehen bekommen. Viele Außenstehende glauben, dass dies eine tolle Sache ist, da man den Beruf und das Kennenlernen entfernter Orte verbinden kann. Viele Sportler teilen diese Ansicht nicht unbedingt, da das Reisen natürlich auch Stress bedeutet, das Leben aus dem Koffer nicht jedem gefällt und ohnehin der Sport im Fokus ist und nicht das touristische Element. Die Deutsche Triathlon Union (DTU) ist zehn Tage vor dem großen WM-Finale in Peking nach China gereist. Ob und wie die deutschen Triathleten die Zeit vor Ort touristisch nutzen, haben wir in kurzen Gesprächen nachgefragt.

Die Tendenz ist dabei eindeutig. Tourismus steht auf keinem Kalender an oberer Stelle, die Konzentration gilt verständlicherweise ganz den jeweiligen Rennen. Anbei ein paar Stimmen der deutschen Starterinnen und Starter zu Ihrer Freizeit in Peking.

Svenja Bazlen:

Ich bin bislang eigentlich nur im Hotel und habe noch gar nichts Touristisches gemacht. Sehr schade, aber die Zeit fehlt und das Rennen ist zu wichtig. Der Sonntagabend wird auf jeden Fall in der Stadt verbracht, und ich hoffe, ich komme noch einmal hier her.

Anne Haug:

Die meiste Zeit sitzt man auf dem Hotelzimmer und wartet auf das Essen oder die nächste Trainingseinheit. Ich hätte schon Lust, auch mal etwas von Peking zu sehen, aber mich persönlich strengt das Sightseeing immer extrem an, und man bekommt schwere Beine. Daher verzichte ich auf touristische Aktionen und hoffe, es wird mir im Wettkampf gelohnt.

Kathrin Müller:

Dass China etwas Besonderes ist, steht außer Frage. Einen Eindruck bekommt man ohnehin, aber leider liegt das Stadtzentrum etwa 60 Minuten Taxifahrt von unserem Hotel entfernt. So bleiben ein paar wenige „Touri-Points“ wie die Ming Gräber, die in der Nähe liegen. Ansonsten haben wir viel Zeit, die aber leider anders genutzt werden will: zum Trainieren, Ausruhen und zur Vorbereitung auf das Rennen.

Die ITU und auch die DTU bieten auch Ausflüge in der Gruppe für die Age Grouper an. Das muss jeder selber wissen, wie er solche Ausflüge in seine Vorbereitung einbringt. Für mich steht das weniger auf dem Programm. Allerdings war in der Vergangenheit die Eröffnung und Abschlussfeier an der Mauer, vielleicht haben wir wieder Glück und können so etwas von Peking selbst erleben.

Maik Petzold:

Ich verbringe die meiste Zeit auf dem Zimmer und lese viel. Die meisten Sehenswürdigkeiten habe ich in den letzten Besuchen abgespeichert und mache, wenn noch Zeit bleibt, dann nach dem Rennen einen Abstecher „ins Reich Mitte“.

Christian Prochnow:

Die Zeit zwischen den Trainingseinheiten verbringe ich mit dem Schreiben an meiner Studienarbeit, die Ende September fällig wird. China zeigt sich doch offener als vor drei Jahren zu Olympia. Es ist und bleibt eine andere Welt, in der sich Dinge nur langsam verändern. Wir sehen schon jetzt mehr als damals vom wirklichen Leben auf der Straße. Groß Tourismus ist aber erst nach dem Rennen angesagt.

 

Medienkontakt:

Oliver Kubanek, Tel.: 0231-14 86 56, E-Mail: kubanek@dtu-info.de

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