Erfolgreiche Athleten bei der EM Wintertriathlon in Valsesia/ITA

07.03.2012 15:56 von Sebastian Schampera

Von der erfolgreichen Reise nach Italien berichtet H. Peter Grünebach:

Das zehnköpfige deutsche Aufgebot wunderte sich schon bei der Anfahrt zu dem an der Süd-Ost-Flanke des sich 4636 Meter auftürmenden Monte Rosa Massivs gelegenen Carcoforo über Temperaturen von 21 Grad. Wo sollte da am Ende eines piemontesischen Hochtals in 1300 m Höhe nochgenügend Schnee liegen? In der Nacht zum Sonntag goss es dann noch in Strömen. So waren letztlich die wahren Helden der ITU-Europameisterschaften im Wintertriathlon 2012 die Einwohner des neunundsiebzig Köpfe zählenden Walserdorfes, die durch Tag- und Nachtarbeit und ständigen Heranschaffens von Schnee die Durchführung der zweitägigen Wettkämpfe ermöglichten.

Während die DTU im Eliterennen nicht vertreten war, waren am Samstag (3.3.2012) drei Nachwuchstriathleten der U 23 am Start. Julian Erhardt, trotz wiederholter Oberschenkelkrämpfe aussichtsreich an dritter Stelle liegend, verpasste auf der in allen drei Disziplinen extremen Strecke durch einen Sturz bei der Abfahrt auf den Langlaufskiern einen Podestplatz. Der Tscheche Martin Husek nutzte Erhardts Missgeschick zum Überholen. Der Deutsche konnte den vierten Rang gegen den Langlaufspezialisten Felix Waldgruber aus Österreich bis ins Ziel verteidigen. Es siegte in dieser Klasse der Russe Pavel Yakimov vor seinem Landsmann Pavel Khanzhin. Aus dem DTU-Team wurde Michael Ager Sechster und Michael Gschwendner Siebter.

Statt jeweils vier Runden wie beim Eliterennen und Start um 09:15 Uhr bei noch festerem Untergrund, mussten sich die Altersklassen am Sonntag in der Mittagszeit durch den völlig durchgeweichten Schnee kämpfen. Sie absolvierten drei Runden Berglauf, teils über Gassentreppen bis an den höchsten Punkt des mittelalterlichen Dorfs, dann zwei profilierte MTB-Cross-Matschrunden und drei Runden Ski in der freien Technik. Die schmale Loipe begann mit einer einen Kilometer langen Steigung; es folgte eine nicht minder anstrengende, über einen Kilometer lange, riskante Abfahrt. Auf der Abfahrt war aus dem matschigen Schnee durch die vielen Pflugbögen eine schmale Rinne mit Rändern aus "Beton" geworden, die bei zahlreichen Teilnehmern zu Stürzen führte. Brennende Oberschenkel waren ohne Erholung garantiert, bevor es erneut in den Anstieg ging.

Die sieben deutschen Teilnehmer, allesamt amtierende Deutsche Meister oderTräger alter nationaler und internationaler Titel, spielten ihre Erfahrung aus und landeten allesamt auf Top-Vier Plätzen.
Europameister wurden die Altmeister Wolfgang Leonhard in der AK 55 und Reinhold Wolter in der AK 75. Wolter war auch der älteste EM-Teilnehmer, der die "Tortur" überstand. Silbermedaillen gab es für Sabine Houdek (AK 45) und Reinhard Engert (AK60). Bronze erliefen sich Martin Braxmair (AK 40) und Karl-Heinz Rasch (AK 50).
Hätte er sich für die MTB-Cross-Strecke den Schuhwechsel gespart, wäre auch für Peter Grünebach in der AK 60 vielleicht eine Medaille herausgesprungen. Für die vielen Schiebepassagen waren Laufschuhe von Vorteil. Das Reglement lässt den Verzicht auf einen Schuhwechsel für AK-Athleten ausdrücklich zu. So blieb auch ihm nur der undankbare vierte Rang.

Am Montag früh gegen 7 Uhr stürzte dann die Außentemperatur schlagartig, das schon freigespülte Naturparadies am Monte Rosa verschwand wieder unter einer Schneedecke und die absolute Stille kehrte nach dem Sprachengewirr der Athleten aus ganz Europa ins Dorf zurück.

Die deutschen Ergebnisse im Detail:

Männer:

U23         4. Rang - Julian Erhardt - Zeit: 01:33:45
              6. Rang - Michael Ager - Zeit: 01:38:24
              7. Rang - Michael Gschwendner - Zeit: 01:49:06 

AK 40-44   3. Rang - Martin Braxmair - Zeit: 01:13:13
AK 50-54   3. Rang - Karl-Heinz Rasch - Zeit: 01:13:22
AK 55-59   1. Rang - Wolfgang Leonhard - Zeit: 01:15:17
AK 60-64   2. Rang - Reinhardt Engert - Zeit: 01:30:43
              4. Rang - H.-Peter Grünebach - Zeit: 01:38:53
AK 75-79   1. Rang - Reinhold Wolter - Zeit: 02:32:05

Frauen:

AK 45-49   2. Rankg - Sabine Houdek - Zeit: 01:43:57

(Text/Bild: H. Peter Grünebach)

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