Anne Haug sichert sich als Vierte das Olympiaticket

26.05.2012 23:46 von Oliver Kubanek

"Meine Belohnung besteht erst einmal aus Schokolade"

Am Ende übermannten sie die Gefühle und Anne Haug vergoss im Ziel des Triathlon WM-Rennens in Madrid Freudentränen. Als Vierte hatte sie sich gleich drei Geschenke auf einmal gemacht. Im dritten WM-Rennen 2012 kam sie zum dritten Mal unter die ersten Sieben, im WM-Ranking belegt sie jetzt auch Platz drei, aber vor allem darf sie im August an den Olympischen Spielen teilnehmen. Dabei hätte sie am Anfang eher Tränen der Wut und Enttäuschung vergießen können, denn in ihrer Angstdisziplin, dem Schwimmen, hatte sie fast schon ihre Olympiachancen verspielt. Im kurzen Gespräch spricht die aktuell schnellste deutsche Triathletin über den Wettkampf in der spanischen Hauptstadt und ihre Belohnung für das tolle Resultat.

Hallo Anne Haug, Gratulation zum tollen Rennen…

Vielen Dank. Ich kann es überhaupt nicht fassen, dass ich in London dabei sein werde.

Sie werden. Aber danach sah es nach dem Schwimmen nicht aus, als sie mit Verspätung und ganz allein in die Wechselzone kamen…

Zu der Zeit hätte ich auch nicht mit dem Ausgang gerechnet, aber das Schwimmen lief überhaupt nicht gut. Zum einen haben wir kaum etwas gehört, also auch nicht den Startschuss, dann fehlte mir ein wenig die Orientierung, weil meine Nebenfrauen Andrea Hewitt und Vicky Holland in unterschiedliche Richtungen schwammen. Und ich bin auch selten so verprügelt worden im Wasser. Nach der ersten Runde ging meine Platzierung noch, aber danach hatte ich schnell Rückstand und eine sehr unangenehme Begleiterin, die ständig eine Hand an meinem Körper hatte.

Wie haben Sie dennoch gleich eine Radgruppe gefunden?

Auf dem Rad habe ich sofort Vollgas gegeben und war so schnell in einer Verfolgergruppe. Aber da musste ich dann alleine arbeiten und hatte kaum Unterstützung. Da habe ich mir schon überlegt, wie groß mein Rückstand auf die Spitze höchstens sein sollte, wenn ich weiter alleine das Tempo mache.

Es kam dann aber anders, und Sie gingen von vorne in die Laufentscheidung…

Als wir auf Daniela Ryf und Liz Blatchford aufgefahren waren, hatte ich Mitstreiterinnen, die zumindest auf den Abfahrten mitgearbeitet haben. Vor dem Laufen hatte ich noch etwas Angst, dass ich nach dem Radaufwand platze, wie wir sagen, aber das Laufen lief dann auch prima. Nur für den Zielsprint fehlte mir die Kraft, und da hatte ich auch in Hinterkopf, dass Platz vier für die Olympiaqualifikation reicht.

Gen London begleitet Sie auch Svenja Bazlen, die heute Elfte wurde…

Und das völlig zurecht. Sie hat es sich wirklich am meisten verdient und ich freue mich für Sie. Svenja war in den letzten Jahren die konstanteste Athletin von uns und somit insgesamt die beste.

Und wie belohnen Sie sich jetzt?

Schokolade. Das werde ich mir jetzt gönnen. Ansonsten habe ich keinerlei Planungen und lasse den Abend auf mich zukommen. tl_files/dtu/Bilder/Athleten_Trainer_Betreuer/DTU_Nationalmannschaft/Svenja Bazlen/Anne-Svenja-Madrid 2012.jpg

 

(Fotos: Petko Beier)

Medienkontakt:

Oliver Kubanek, Tel.: 0231-14 86 56, E-Mail: kubanek@dtu-info.de

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