Nach der Europameisterschaft ist vor der Europameisterschaft

12.06.2012 11:37 von Oliver Kubanek

Julia Gajer will nach dem Halbdistanz-Titel nun auch die Langdistanz-Krone

Mit einem furiosen Finale und neuem Streckenrekord hat sich Julia Gajer aus Ditzingen am Sonntag beim Challenge Kraichgau gemeinsam mit Andreas Raelert (Rostock) den Titel bei der Offiziellen Triathlon-Europameisterschaft der Europäischen Triathlon Union (ETU) in der Halbdistanz geholt. In einer rasanten Aufholjagd konnte Gajer die lange Zeit führende Dänin Line Jensen kurz vor dem Ziel überholen und siegte in einer fantastischen Zeit von 4:20:09 Stunden. Doch auf diesem Triumph ausruhen wird sich die 29-Jährige keineswegs.

Denn nach der EM ist für die frisch gebackene Titelträgerin vor der EM. Sie versteht ihren Sieg im Kraichgau als Initialzündung, nun auch die offizielle europäische Krone über die Langdistanz zu erringen. Diese wird am 8. Juli in Roth vergeben. „Da sich die ETU Anfang des Jahres entschlossen hat, in Kraichgau und in Roth eine EM auszutragen, erleben wir nun zwei tolle Events in kurzer Folge“, freut sich Matthias Zöll, Geschäftsführer der Deutschen Triathlon Union.

Mit dem am Sonntag erworbenen Selbstbewusstsein nimmt Gajer die Favoritenrolle beim 11. Challenge Roth gerne an und hat das Ziel „Doppel-Europameisterin 2012“ im Visier. Entsprechend macht die bislang zurückhaltende Triathletin zwei Tage nach ihrem großen Erfolg eine klare Ansage: „Ein Sieg beim Challenge Roth und der Europameistertitel in der legendären Langdistanz sind für mich in greifbare Nähe gerückt. Ich weiß, dass ich es kann.“

Spannende Kämpfe um die EM-Titel

Das können natürlich auch andere, darunter mit Sonja Tajsich auch eine deutsche Konkurrentin. Den EM-Titel wollen zudem die amtierende Weltmeisterin auf der Langdistanz Rachel Jocye (GBR) und deren Landsfrauen Joanna Carritt und Yvette Grice. Insofern ist die britische Abordnung trotz der Auszeit von Vorjahressiegerin Chrissie Wellington stark einzuschätzen, genauso wie Lucie Zelenková-Reed (CZE).

Ein Top-Feld gibt es auch bei den Männern, wo der Odenwälder Timo Bracht und der Schweizer Mike Aigroz oben auf der Favoritenliste stehen. Bracht holte sich bei der EM im Kraichgau zwar nur den sechsten Platz, hat aber den Europameistertitel über die doppelte Distanz fest im Blick, und muss dabei Stephen Bayliss (GBR), Christophe Bastie (FRA) oder den Esten Ain-Alar Juhanson im Auge behalten.

3.200 Einzelstarter aus 62 Nationen

Das Triathlon-Fieber ist vier Wochen vor dem Challenge Roth also entfacht. Insgesamt gehen in Roth rund 3.200 Einzelstarter und 600 Staffeln aus 62 Nationen gehen an den Start. Darunter sind mehr als 2.000 Athleten aus europäischen Ländern, die gleichzeitig in den Altersklassen um die Titel des offiziellen ETU-Europameisters kämpfen – das ist das teilnehmerstärkste Feld, das es je bei einer ETU-Europameisterschaft gab. „Wir werden uns zur Premiere der EM unter dem Challenge-Label als perfekte Ausrichter und als hervorragende Gastgeber präsentieren“, verspricht Challenge-CEO Felix Walchshöfer und fügt hinzu: „Diese Offiziellen Triathlon-Europameisterschaften der ETU sollen in den Herzen und Köpfen der Athleten unvergesslich bleiben“.

 

Medienkontakt:

Oliver Kubanek, Tel.: 0231-14 86 56, E-Mail: kubanek@dtu-info.de

Zurück