Anne Haug Elfte und Anja Dittmer Zwölfte beim Olympia-Triathlon

04.08.2012 16:39 von Oliver Kubanek

"Das Ergebnis ist im Rahmen unserer Möglichkeiten"

Aus dem erhofften Platz unter den ersten Zehn wurde beim olympischen Triathlon in London für die deutschen Damen leider nichts. Aber Anne Haug (München) als Elfte und Anja Dittmer (Saarbrücken) als Zwölfte ließen die Verantwortlichen der Deutschen Triathlon Union auch nicht unzufrieden auf den Wettkampf rund um den Hyde Park zurückblicken. Die dritte DTU-Starterin Svenja Bazlen (Freiburg) beendete das Rennen auf Platz 32. Neue Olympiasiegerin ist die Schweizerin Nicola Spirig, die sich in einem Fotofinish gegen die Schwedin Lisa Norden durchsetzte. Bronze errang Erin Densham aus Australien.

„Insgesamt bin ich zufrieden, hätte aber gerne den angestrebten Platz unter den Top Ten gehabt“, bilanzierte DTU-Sportdirektor Wolfgang Thiel. „Leider hatte Anja Dittmer zum Schluss des Rennens mit Krämpfen zu kämpfen, so dass sie nicht mehr viel mobilisieren konnte. Anne Haug hat ein Superrennen gemacht, aber im Schwimmen muss sie sich noch verbessern.“

Denn die bestplatzierte Deutsche hatte sich in der „Serpentine“, wie der See im Hyde Park genannt wird, einen Rückstand von 1:38 Minuten auf die Schnellsten eingefangen, den sie auch auf dem Rad nicht reduzieren konnte, weil sie den Anschluss nach vorne verpasst hatte und so in der Verfolgergruppe fahren musste. „Das Schwimmen war hart“, sagte Haug im Ziel. „Schade, dass auf dem Rad keiner mitgearbeitet hat in meiner Gruppe. Aber ich bin absolut zufrieden mit dem Resultat.“

An der Spitze fanden sich nach zwei Radrunden letztlich 22 Frauen zusammen, zu denen alle weiteren Favoriten inklusive Bazlen und Dittmer gehörten. Die Tempoarbeit von Spirig sowie mehrere Attacken von Bazlen und der Britin Lucy Hall ließen den Vorsprung kontinuierlich auf gut zwei Minuten anwachsen. Dittmer hatte sich in diesem Feld zurückhaltend gezeigt, fuhr dann aber als erste zum zweiten Mal in die Wechselzone, schnürte ihre Laufschuhe in optimaler Zeit und begann bei ihrem vierten olympischen Auftritt den abschließenden Lauf in Führung liegend. Die zweite Gruppe um Anne Haug hatte auf der letzten Runde zwar noch einige Sekunden aufholen können, doch mit einem Rückstand von 1:47 Minuten hatte die Münchnerin als 23. zu diesem Zeitpunkt keine Siegchancen mehr.

Um diesen kämpften in der ersten Laufrunde noch zehn Damen, die sich vom Rest des Feldes absetzen konnten. Dahinter lief Anja Dittmer, Bazlen suchte ihr eigenes Tempo und verlor die Führenden schnell aus dem Blick. Mit zunehmendem Rennverlauf verschärften die Topfavoritinnen die Geschwindigkeit, so dass sich einen Kilometer vor dem Ziel noch Spirig, Norden, Densham, die Britin Helen Jenkins und Sarah Groff aus den USA Medaillenhoffnungen machen durften. Auf der Zielgeraden lieferten sich dann Spirig und Norden einen famosen Sprint und wurden in derselben Zeit von 1:59:48 Stunden nach dem Zeitlupenstudium auf die Plätze eins und zwei gestuft.

Anja Dittmer hatte zunächst noch einige Läuferinnen, die aus der Spitzengruppe herausgefallen waren, einholen können, verlor dann aber an Tempo durch Muskelkrämpfe. Haug lief am Ende so schnell wie die Medaillengewinner und überspurtete ihre Teamkollegin wenige hundert Meter vor dem Ziel, so dass sie als Elfte beste DTU-Starterin werden konnte.

„Die Ergebnisse sind im Rahmen unserer Möglichkeiten“, resümierte Dr. Martin Engelhardt, Präsident der DTU. „Wir hatten uns gewünscht, näher an die Medaillenränge zu kommen, gerade bei der Laufstärke Anne Haugs. Aber insgesamt ist das in Ordnung und nun schauen wir auf unsere Herren, die am Dienstag dann hoffentlich mehr Erfolg haben.“

 

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Oliver Kubanek, Tel.: 0231-14 86 56 oder 0178-1479833, E-Mail: kubanek@dtu-info.de

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