Jan Frodeno mit einem tollen sechsten Platz bei Olympia

07.08.2012 18:37 von Oliver Kubanek

"Dieses Rennen spricht für seine Klasse"

Seinen Titel konnte Jan Frodeno (Saarbrücken) beim olympischen Triathlon in London zwar nicht verteidigen, aber mit seinem sechsten Platz nach 1:47:26 Stunden hat er nach seiner langen Verletzung in der Vorbereitung seine Klasse eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Beim Sieg des Top-Favoriten Alistair Brownlee (1:46:25 Stunden) aus Großbritannien, wurde Steffen Justus (Saarbrücken) als 16. zweitbester Deutscher. Das Trio der Deutschen Triathlon Union wurde durch Maik Petzold (Bautzen) komplettiert, der auf Platz 31 ins Ziel lief. Das Podium komplettierten der Spanier Javier Gomez und Alistairs Bruder Jonathan Brownlee.

Entsprechend war das Fazit des DTU-Sportdirektors, Wolfgang Thiel, ein dreigeteiltes. „Jans Leistung war absolut super. Wenn man bedenkt, dass er erst seit zwei Monaten wieder im vollen Training ist und seine lange Laufpause in Betracht zieht, spricht dieses Rennen für seine Klasse.“ Dem Lob an den Peking-Olympiasieger schloss sich auch Präsident Dr. Martin Engelhardt an. „Wir freuen uns sehr über diese tolle Leistung von Jan Frodeno. Hätte er richtig trainieren können, wäre wohl eine Medaille möglich gewesen.“

Für die anderen beiden Deutschen lief der Wettkampf dagegen nicht wunschgemäß. „Bei Steffen war es leider klar, dass der Abstand nach dem Schwimmen zu groß war. Da auch seine Radgruppe nicht richtig funktionierte, muss man mit dem 16. Platz letztlich sogar zufrieden sein“, formulierte Thiel, betonte aber: „Wenngleich das natürlich nicht das ist, was wir und er erwartet haben.“ Und den Einbruch Petzolds beim Laufen „müssen wir noch einmal analysieren und aufarbeiten, um zu wissen, was da passiert ist.“

Die Eckpunkte des Herrenwettkampfs sind somit schon eingeführt durch den Präsidenten und den Sportdirektor. Die Prognose eines schnellen Rennens bestätigte sich gleich beim Schwimmen, wo sich ein lang gezogenes Feld mit letztlich drei Gruppen bildete, die aus der ersten Wechselzone starteten. In der Spitze Richard Varga aus Tschechien, der Italiener Alessandro Fabian und die Medaillengewinner. In der zweiten Gruppe viele Favoriten sowie Jan Frodeno und Maik Petzold, in der weiteren Verfolgung Steffen Justus, mit einem Rückstand von 1:11 Minuten.

Nachdem ein Ausreißversuch des Führungsquintetts in Runde drei gestoppt wurde, fuhren 22 Athleten um Frodeno und Petzold an der Spitze, gefolgt von der Gruppe um Steffen Justus und den Sieger des Hamburger WM-Rennens Richard Murray. Der Rückstand hielt sich zunächst konstant bei rund 1:15 Minuten, bevor die Führenden in der letzten Runde noch einmal 15 Sekunden draufpackten und geschlossen zum zweiten Wechsel kamen.

Die späteren Podiumsathleten setzten sich schnell ab, so dass selbst eine 15 Sekundenstrafe für Jonathan Brownlee, der zu früh nach dem ersten Wechsel auf sein Rad gestiegen war, seinen Bronzeplatz nicht gefährdete. Für die Entscheidung sorgte eine Tempoverschärfung seines Bruders Alistair in Laufrunde drei, die die spätere Medaillenverteilung einleitete. Dahinter hatte sich die Reihenfolge ebenfalls schnell eingestellt, und das französische Duo David Hauss und Laurent Vidal lief vor Jan Frodeno und Alexander Bruykhankov um die Serpentine. Schnell aus der Spitze entfernt hatte sich Maik Petzold, der beim Laufen gar nicht in Schwung kam. „Es gibt so Tage, da soll es einfach nicht sein“, sagte Petzold. „Ich wüsste nur zu gerne, was da los war. Das war ein verdammt langsames Rennen.“

Justus zeigte eine gute Laufleistung, doch zu mehr als Platz 16 reichte es nach dem Rückstand aus der ersten Disziplin nicht mehr.

 

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Oliver Kubanek, Tel.: 0231-14 86 56 oder 0178-1479833, E-Mail: kubanek@dtu-info.de

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