Starke deutsche Leistungen bei Langdistanz auf Hawaii

14.10.2012 10:37 von Oliver Kubanek

Ralf Ebli: "Deutsche haben Status als Triathlon-Nation bestätigt"

Das war ein Statement der deutschen Langdistanz-Triathleten auf Hawaii. Zwar gingen die Titel nach Australien und Großbritannien, aber unter den ersten sechs Herren waren mit Andreas Raelert, Sebastian Kienle, Faris Al-Sultan und Timo Bracht vier Deutsche. Und auch Sonja Tajsich belegte nach dem schnellsten Marathon des Tages im Ziel Platz vier. Auch der beste Altersklassenathlet stammt aus Deutschland: Christian Müller aus Bühl.
 
"Das war mal wieder ein sehr starkes Ergebnis aller deutschen Teilnehmer" sagte Ralf Ebli, der ab 2013 bei der DTU als Cheftrainer anfangen wird. "Profis und Age-Grouper haben bei harten Bedingungen, sehr unruhigem Wasser und hohen Temperaturen, wieder den Status der Deutschen als Triathlon-Nation eindrucksvoll bestätigt." Daran änderte auch nichts, dass Pete Jacobs den sechsten australischen Herren-Sieg in Folge feiern durfte und auch Leanda Cave ihre britische Landsfrau Chrissie Wellington würdig vertrat.
 
Andreas Raelert, lange im Nationalkader der DTU, kämpfte sich nach einem schwachen Schwimmen vor allem im Laufen Platz für Platz nach vorne. Die schnellste Marathonzeit sicherte ihm wieder das Podium und mit einer großen Energieleistung hielt er sich auf den letzten Metern den Belgier Frederick van Lierde vom Leib. Sebastian Kienle lief lange ebenfalls auf Podiumskurs, doch am Ende belegte der Hawaii-Debütant Rang vier, wobei er viel Pech hatte, als er in Führung liegend mit einem Reifendefekt viel Zeit verlor. Wiedererstarkt zeigte sich Faris Al-Sultan: Platz fünf ist sein bestes Resultat auf Kona seit langem. Und Timo Bracht rundete eine tolle Gesamtleistung der deutschen Profimänner ab.
 
Da ließ sich auch Sonja Tajsich nicht bitten. Gut 14 Minuten Rückstand nach dem Schwimmen verringerte sie Kilometer um Kilometer, lief als einzige Frau den Marathon unter drei Stunden und jubelte über Platz vier.
 
Jubeln konnte auch Christian Müller aus Bühl. Er war der schnellste Altersklassenathlet und konnte als einziger Nicht-Profi unter der magischen Neun-Stunden-Marke bleiben (8:54:17 Stunden).
 
"Bei den Profis war es ein Rennen voller Überraschungen und ungewöhnlicher Rennverläufe" resümmierte Ebli. "Das unruhige Wasser führte zu unerwartet langsamen Schwimmsplits. Auf dem Rad war das kontrollierte Fahren von Faris Al-Sultan, Andi Raelert und Timo Bracht der Schlüssel zu einer guten Endleistung. Sebastian Kienle war wieder bärenstark, hatte allerdings mit einem Platten viel Pech. Marino Vanhoenacker musste seinen Extremritt auf dem Rad mit dem Ausstieg auf der Laufstrecke bezahlen. Überraschend auch, dass der hohe Favorit Craig Alexander auf dem Rad bei Kilometer 140 den Anschluss verlor und chancenlos finishte."
 
Den Lauf verfolgte er wie folgt: "Beim Lauf zeigte Andi Raelert seine Klasse und konnte auf den zweiten Platz vorlaufen. Sehr stark Sebi Kienle bei seinem Debüt auf dem vierten Rang vor einem erstarkten Faris Al Sultan auf Platz fünf und einem soliden Timo Bracht auf Platz sechs. Ein Sonderlob erhielt Sonja Tajsich: "Sensationell stark war das Rennen der besten Deutschen Sonja Tajsich, die nach einem 14 Minuten-Rückstand beim Schwimmen noch auf den tollen vierten Platz vorlaufen konnte."

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