Drei Europameistertitel für die Paratriathleten

19.06.2013 11:16 von Nadine Rucktäschel

„Europameister! Wahnsinn, ich freue mich riesig“

Für die deutschen Paratriathleten endete am Sonntag die bisher erfolgreichste Europameisterschaft aller Zeiten. Mit drei Goldmedaillen übertrafen die Athleten alle Erwartungen. Den Anfang machte Martin Schulz, der in der TRI4 (Armbehinderung) seinen Europameistertitel erfolgreich verteidigte und einen Start-Ziel-Sieg hinlegte. Anschließend folgte Überraschungssieger Stefan Lösler (TRI2, Beinbehinderung), der sich bei seiner ersten Europameisterschaft direkt den Sieg in seiner Startklasse sichern konnte. Zu guter Letzt konnte das Para-Team dann mit Ralf Arnold und Martin Schmidtke in der TRI 6a (Blind) auch noch den dritten Titel feiern.

Auch die anderen Paraathleten zeigten sich nach dem Rennen begeistert von dem Trip nach Alanya und absolut zufrieden mit ihrem Wettkampf. Markus Häusling beendete sein erstes internationales Rennen mit einem tollen vierten Platz in der TRI 1 (Rollstuhlfahrer). Jörg Walden belegte in der gleichen Startklasse Platz fünf. Die einzige weibliche Starterin im Deutschen Para-Team, Andrea Thamm, war am Ende mit Rang fünf ebenfalls absolut zufrieden. Einzig Lars Hansen erwischte leider keinen guten Tag. Er war nicht nur erkältungsbedingt geschwächt, sondern hatte auch beim Schwimmen mit der Orientierung massive Probleme und deshalb schon nach der ersten Disziplin einen klaren Rückstand auf die Konkurrenz. Er beendete das Rennen schließlich auf Platz zehn.

Insgesamt hatte das Para-Team eine tolle Reise mit einem schönen Wettkampftag und am Ende auch ausreichend Gründe zu feiern.

Stimmen der neuen Europameister

Martin Schulz:

„Das Schwimmen lief gut. Auf dem Rad stellte sich dann plötzlich der Lenker quer. Insgesamt musste ich drei Mal anhalten, um den Lenker wieder gerade zu biegen. Der sehr kleine, kurvenreichen Kurs (6 Runden à 3,1km) auf Kopfsteinpflaster war so schon sehr schwer zu fahren, aber mit loser Lenkung dachte ich zwischenzeitig sogar, dass ich aussteigen muss. Im Nachhinein bin ich froh, ohne Sturz über die Radstrecke gekommen zu sein. Beim Laufen habe ich dann gemerkt, dass ich die letzten fünf Wochen aufgrund meiner Achillessehnenprobleme nicht trainieren konnte. Die Achillessehne hielt, aber die Hitze machte mir extrem zu schaffen. Insgesamt bin ich zufrieden mit dem Rennen und froh, dass ich trotz der Radprobleme1:21 Minuten vor Yannick (Bourseaux, FRA, Weltmeister 2012) bleiben konnte.Jetzt heißt es erst einmal gut erholen und dann steht als nächster Höhepunkt die DM in Hamburg auf dem Programm.“

Stefan Lösler:

„Europameister! Wahnsinn, ich freue mich riesig. Das Schwimmen war sehr gut. Ich habe mich an Christian (Troger, Österreich, Hauptkonkurrent und Vizeeuropameister 2012) orientiert. Auf dem letzten Drittel der Strecke konnte ich ihn dann sogar überholen und bin vor ihm aufs Rad gestiegen. Die Radstrecke war wegen des Kopfsteinpflasters extrem unangenehm, aber ich habe gesehen, dass Christian nicht näher kam und da wurde mir zum ersten Mal bewusst, dass ich das Rennen tatsächlich gewinnen kann. Der Wechsel lief dann dank meines Helfers Michael Wagner perfekt. Er ist selbst bei den Altersklassenathleten gestartet und hat sich spontan entschieden, mir im Rennen zur Seite zu stehen. Wir haben super harmoniert und das hat sicherlich zu meinem Sieg beigetragen.  Die Hitze machte mir dann beim Laufen ganz schön zu schaffen, aber als erster die Ziellinie zu überqueren war einfach überwältigend. Ich trainiere erst seit Anfang des Jahres nach den Plänen meines Coaches und nun zeigen sich die ersten Erfolge. Ich möchte mich außerdem noch einmal für die perfekte Organisation und Betreuung bedanken und freue mich schon jetzt auf die nächsten internationalen Wettkämpfe.“

Ralf Arnold & Martin Schmidtke:

„Wir wussten, dass wir beim Schwimmen im Mittelfeld herauskommen würden. Es gab nur kleine Probleme, als sich an der ersten Boje andere Athleten in unserer Schwimmleine verhakt haben, aber sonst lief alles nach Plan. Die gelbe Karte in der Wechselzone war ärgerlich, aber beim Laufen haben wir dann die Zeitstrafe abgesessen. Die Radstrecke hat uns sehr gut gefallen. Wir konnten unsere Stärke auf dem Rad ausspielen und einige Plätze gut machen. Die Plätze, die wir beim Laufen in der Penaltybox verloren haben, haben wir schnell wieder gut gemacht und waren motiviert, mit um den Sieg zu kämpfen. Mit der Hitze sind wir eigentlich sehr gut zurechtgekommen, aber der Anstieg auf der Laufstrecke war extrem hart. Im Ziel hatten wir dann erst gar keinen Überblick über unsere Platzierung. Das dann in der Ergebnisliste Platz eins stand, hat uns umgehauen. Einfach toll. Wir sind total zufrieden und freuen uns jetzt auf die DM in Hamburg.“

Ergebnisse im Überblick:

TRI 1 Markus Häusling 4. Platz

TRI 1 Jörg Walden 5. Platz

TRI 2 Stefan Lösler 1. Platz

TRI 4 Andrea Thamm 5. Platz

TRI 4 Martin Schulz 1. Platz

TRI 4 Lars Hansen 10. Platz

TRI 6a Ralf Arnold & Martin Schmidtke (Guide) 1. Platz

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