Deutsche Paratriathleten im Kampf um EM-Medaillen

19.06.2014 14:39 von Oliver Kubanek

70 Starter aus 17 Nationen haben für die Paratriathlon-Rennen bei den ETU Europameisterschaften in Kitzbühel am Samstag gemeldet. Der Stellenwert der noch sehr jungen Sportart steigt stetig, international, vor allem aber auch in Deutschland. Entsprechend hat auch der Deutsche Behinderten-Sportverband in Kooperation mit der DTU ein schlagkräftiges Team nach Österreich entsandt. Angeführt von Welt- und Europameister Martin Schulz (Leipzig) nehmen sieben Behindertensportler die Sprint-Distanz in Angriff.

Neben A-Kader-Triathlet Schulz (Armbehinderung) sind dies der blinde B-Kader-Starter Ralf Arnold mit Guide Jonathan Dittrich (beide Mannheim), die beiden Nationalmannschaftsmitglieder Markus Häusling (Rollstuhl, Nendorf)) und Simon Gänger (Arm- und Beinbehinderung, Murr) sowie die Age Group-Starterinnen Nora Hansel (Arm- und Beinbehinderung, Witten) und Andrea Thamm (Armbehinderung, Berlin). Start für die Paraathleten ist ab 08:00 Uhr. In verschiedenen Startwellen werden sie die 750 Meter Schwimmen, 20 Kilometer auf dem Rad und fünf Laufkilometer in Angriff nehmen. Zuerst gefordert: Rollstuhlfahrer Markus Häusling.

„Bei der EM 2013 in Alanya konnten wir mit Stefan Lösler (TRI 2), Martin Schulz (TRI 4) und Ralf Arnold (TRI 6a) drei Europameistertitel feiern. Durch das neue Klassifizierungssystem werden die Karten ganz neu gemischt“, schaut die stellvertretende Paratriathlon-Nationaltrainerin, Nadine Mielke, auf die Rennen. „Die Jungs der Nationalmannschaft sind aber alle fit und ohne größere Verletzungen oder Krankheiten durch die Vorbereitung gekommen. Wenn sie am Samstag alles abrufen können, sollten zwei Medaillen drin sein und vielleicht kommt ja noch eine Medaille von den Damen mit dazu.“

Doch die internationale Konkurrenz ist stark. Häusling hat es beispielsweise mit  Jetze Plat (Vize- Weltmeister 2013, NED) und Phil Hogg (Europameister 2013, GBR) zu tun. Simon Gänger wird es mit Michele Ferrarin (ITA) aufnehmen müssen, amtierender Weltmeister. „Bei  den Wechseln und beim Schwimmen gab es bei Simon noch deutlich Optimierungsbedarf, so dass wir uns hoffentlich auf eine weitere Überraschung in Kitzbühel freuen dürfen“, ist Mielke für das Rennen aber optimistisch.

Ebenfalls amtierender Weltmeister ist Deutschlands Top-Paratriathlet Martin Schulz, der seinen „Dauerrivalen“ Yannick Bourseaux (FRA) hinter sich lassen will. „Es sind in diesem Rennen auch noch zwei mir unbekannte Athleten, ohne Ergebnisse bei der ITU, dabei“, warnt Mielke vor möglicher starker Konkurrenz. „Aber letztlich kann nur der Titel Martins Ziel sein.“

Zwar als Titelverteidiger, aber mit sehr ungünstiger neuer Klassifizierung geht Ralf Arnold samt Guide an den Start. „Das wird eine extrem schwere Aufgabe in Kitzbühel. Man muss sehen für welche Platzierung es am Ende reicht“, befürchtet Mielke.

Für die beiden Damen im Team kann es bei guten Rennverläufen ebenfalls zu einer guten Platzierung reichen, vielleicht sogar zu mehr. Andrea Thamm begleitete die Nationalmannschaft schon bei der EM in Alanya 2013 (5.), der WM in London 2013 (7.) und wurde Sechste beim Paratriathlon in Besancon 2014. Neu dabei ist Nora Hansel, die ihren ersten internationalen Start überhaupt bestreitet. „Nora kommt aus dem Radsport und machte 2013 ihren ersten Paratriathlon“, erklärt Mielke. Der mehrfachen Medaillengewinnerin bei Weltcuprennen und Deutsche Meisterin im Paracycling machte ihr Debut so viel Spaß, dass sie sich nun auch international zeigen möchte. In ihrem Rennen mit dabei: die Weltmeisterin von 2013, Saskia Van Den Ouden (NED), und die Europameisterin von 2013, Sarah Pearson (GBR). „Auch wenn die Startfelder bei den Damen generell kleiner sind als bei den Herren, wird sie es gegen die beiden sicherlich nicht leicht haben.“

Viel Spaß und Erfolg am Samstag…

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