Paratriathleten mit ihrem Saisonhöhepunkt bei der WM in Chicago

17.09.2015 07:42 von Nadine Rucktäschel

Martin Schulz will den WM-Titel und die direkte Qualifikation für Rio 2016

Letzten Samstag reiste die deutsche Paratriathlon-Nationalmannschaft zu ihrem Saisonhöhepunkt 2015, den Weltmeisterschaften in Chicago. Vor Ort bereiteten sich Paratriathlon-Cheftrainer Tom Kosmehl und die vier deutschen WM-Teilnehmer auf die Wettkämpfe in der „windigen Stadt“ vor. Kosmehl blickt dabei zuversichtlich auf das bevorstehende Rennen, in dem Markus Häusling (Nendorf, PT1- Handbike/Rennrollstuhl), Stefan Lösler (Kirchheim, PT2-Schwere Behinderung) und Martin Schulz (Leipzig, PT4 – Leichte Behinderung) nicht nur um die Titelehren, sondern auch um wertvolle Punkte im so genannten „Rio Ranking“ kämpfen, das für die Startplätz bei den Paralympischen Spielen 2016 relevant ist. Zudem hat das Trio auch die Chance, als Sieger der jeweiligen Startklasse, direkt das Ticket für die Paralympischen Spiele 2016 in Rio zu lösen. Begleitet wird die Paratriathlon-Nationalmannschaft von Nora Hansel (Bochum), die in der PT 3 (Mittelschwere Behinderung), einer nicht-paralympischen Startklasse, auf einen Platz auf dem Treppchen hofft.

Nach seiner ersten Saison als Paratriathlon-Cheftrainer beim Deutschen Behindertensportverband (DBS) und der Deutschen Triathlon Union (DTU) hofft Kosmehl auf einen versöhnlichen Abschluss des Rennjahres. „Ein erfolgreiches Paratriathlon-Jahr findet nun das Finale mit der WM vor einer atemberaubenden Kulisse in Chicago. In meinem ersten Jahr als Bundestrainer konnte ich persönlich viele Erfahrungen machen, aber auch den Sportlern viele Erfahrungen weitergegeben, die sich positiv ausgewirkt haben“, schaut er ein wenig zurück. „Nun gilt es, die gesteckten Ziele bei der Weltmeisterschaft umzusetzen. Dazu müssen die Sportler die letzten Leistungsreserven ausschöpfen, denn es wird ihnen nicht leicht gemacht. Die Leistungsdichte wird auch im internationalen Geschäft immer enger. Doch wir sind gut vorbereitet und freuen uns auf den Kampf in der ‚Windy City‘.“

Dieser soll vor allem für den dreifachen Welt- und vierfachen Europameister Martin Schulz mit einem Sieg enden: „Das Ziel kann nur Weltmeister in der PT 4 und damit die direkte Qualifikation für die Paralympischen Spiele 2016 in Rio heißen“, so der Coach. Gesundheitlich stabil durch die Saison gekommen, konnte Schulz seine Leistung in den letzten Trainingswochen sogar nochmals steigern.

Stefan Lösler hatte einige Wochen mit einer Entzündung an seinem Oberschenkel-Stumpf zu kämpfen und musste deshalb auf alternative Trainingsmethoden ausweichen. „Neues setzt auch neue Reize“, weiß Kosmehl, dass Lösler fit, zuversichtlich und hochmotiviert auf das bevorstehende Rennen blickt. Markus Häusling konnte durch ein Höhentrainingslager noch einmal eine deutliche Leistungssteigerung im Training erzielen, die es im Wettkampf umzusetzen gilt. Lösler und Häusling peilen einen Platz unter den TOP Sechs an.

Die Rennen der Paratriathleten starten am Freitag den 18. September ab 14 Uhr MESZ.

Wir drücken Martin, Stefan, Markus und Nora ganz fest die Daumen!

 

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