DTU-Paratriathlon-Team im Trainingscamp auf Mallorca

19.02.2016 10:13 von Jan Sägert

Mit einer großen Portion Selbstbewusstsein und hochmotiviert sind die Paratriathleten der Deutschen Triathlon Union (DTU) ins paralympische Jahr gestartet. Unter der sportlichen Leitung ihres Trainers Tom Kosmehl feilt das Team – bestehend aus Vize-Weltmeister und Europameister Martin Schulz (PT4-leichte Behinderung, Leipzig), Stefan Lösler (PT2-schwere Behinderung, Kirchheim) und Benjamin Lenatz (PT1-Rollstuhl, Radevormwald), betreut von Physiotherapeutin Anja Swoboda, auf Mallorca an der Form für den Sommer. Stützpunkt ist das BEST Centre in Colonia St. Jordi, ab diesem Jahr offizieller Partner der DTU.

„Die Ausrichtung dieses Trainingslagers liegt zunächst ganz klar darin, die Grundlagenausdauer in allen drei Disziplinen zu entwickeln“, so Kosmehl, der in Schulz einen Athleten in seinen Reihen weiß, der die Koffer für den Flug zu den Paralympischen Spielen nach Brasilien fast schon packen kann. Der 25-jährige Sachse liegt in der „Rio 2016 Paralympics Qualification List“ des Triathlon-Weltverbands ITU in der Startklasse PT4 derzeit auf dem sicheren zweiten Platz, der das Ticket für Rio bedeutet. Auch aktuell ist Schulz wieder auf einem guten Weg. „Martin wird bei den World Paratriathlon Events ab Mai seine gute Form zeigen“, ist sein Trainer überzeugt. Die sportlichen Ziele des Weltmeisters von 2013 und 2014 sind klar: Zunächst möchte er Ende Mai in Lissabon (POR) seinen EM-Titel verteidigen, um sich im Juli in Rotterdam (NED) den WM-Titel zurückzuholen. Sportler und Trainer sind sich einig: Ein Selbstläufer wird das vor allem wegen der immer weiter steigenden Leistungsdichte nicht.

Auch Lösler träumt von Rio

Den Zuckerhut vor Augen hat auch Stefan Lösler, der es in der Startklasse PT2 zum ersten Mal zu den Paralympischen Sommerspielen schaffen will. Dafür muss sich der 31-jährige Europameister von 2013 bis zum Ende des Qualifikationszeitraums am 30. Juni 2016 bei den internationalen Events in seiner Startklasse möglichst weit vorn platzieren. Dann könnte er Schulz nach Rio begleiten und damit zum zweiten Mal in seiner Karriere an Paralympics teilnehmen. 2014 war der Software-Entwickler, der sich erst vor zwei Jahren dem Paratriathlon verschrieben hat, schon als Snowboarder in Sotschi (RUS) am Start. „Seine aktuellen Trainingsergebnisse lassen auf eine spannende Saison hoffen“, sagt Coach Kosmehl. 

Neuling Lenatz muss wohl warten

Ohne Druck, aber ebenfalls mit den Paralympics in Rio im Kopf, trainiert Rollstuhlfahrer Benjamin Lenatz mit Schulz und Lösler auf Mallorca. Der 31-Jährige aus dem Bergischen Land braucht dafür aber Podestplatzierungen bei den World Paratriathlon Events (WPE). Aufgrund der mittlerweile sehr hohen Teilnehmerzahlen sind die Start- und Warteliste allerdings sehr voll. Dennoch arbeitet Lenatz mit seinen Nationalkaderkollegen in Colonia Sant Jordi zielstrebig an seiner Wettkampfform. „Die Bedingungen mit beheiztem 50-Meter-Pool, abwechslungsreichen Radstrecken und kilometrierten Laufrunden im Wald sind dafür optimal“, findet Chefcoach Kosmehl.

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