Extrem-Bedingungen bei der ETU Cross-Triathlon EM in der Schweiz

29.06.2016 08:00 von Oliver Kubanek

Saßerath gelang als einziger DTU-Elite-Starterin der Sprung aufs Podium

Sechs weitere AK-Medaillen in Vallèe de Joux

Sieben deutsche Elite-Starter um den Vize-Europameister 2015, Jens Roth, und 18 DTU-Altersklassen-Athleten wollten am vergangenen Samstag beim XTERRA Schweiz in Vallèe de Joux um die Vergabe der kontinentalen Titel im Cross-Triathlon ein Wörtchen mitreden. Es war nicht nur der Kampf gegen die international hochkarätige Konkurrenz, sondern insbesondere gegen die Naturgewalten, die eigentlich jeden Finisher zum Sieger machte.

Als Auftakt der Europameisterschaft wurde vormittags das Rennen der 30 Juniorinnen und Junioren über die Distanzen 500m Schwimmen, 13,5km Mountainbiken und abschließendem 5,5km Crosslauf im Rahmen des XTERRA Lite gestartet - gemeinsam mit 200 weiteren Athleten. Als einzige DTU-Vertreterin stand die 17jährige Krefelderin Anna Pauline Saßerath, die in den vergangenen zwei Jahren schon Silber und Bronze bei Weltmeisterschaften gewinnen konnte, an der Startlinie. Knapp in Führung liegend verließ sie den mit 16,9°C recht frischen Lac Brenet, um die durch Starkregen während der gesamten Nacht noch anspruchsvoller gewordene MTB-Strecke in Angriff zu nehmen. Hier spielte sie ihre Radstärke, vor allem in den technischen Abfahrten voll aus und legte mit der besten Splitzeit eine gute Grundlage für eine Medaille. Leider ließ sich eine leichte Knieverletzung nicht ganz ignorieren und beim Crosslauf musste Anna Pauline Saßerath der späteren Siegerin Marta Menditto aus Italien und der wie entfesselt nach vorne stürmenden Schweizerin Loanne Duvoisin den Vortritt lassen. „Darüber, dass es trotz der Knieprobleme noch für Bronze gereicht hat, bin ich sehr sehr glücklich und freue mich über die erste Medaille bei Europameisterschaften“, war das erste Statement der sehr zufriedenen Juniorin.

Ließ sich am Vormittag noch ab und zu die Sonne blicken, so öffnete Petrus pünktlich zum Start des großen XTERRA-Feldes am frühen Nachmittag wieder kräftig seine Schleusen, was eine Schlammschlacht auf der ohnehin schon völlig aufgeweichte MTB-Strecke unabwendbar machte. Jens Roth verließ nicht unerwartet als Erster den Bergsee – gefolgt vom stark schwimmenden Veith Hönle auf Platz sieben und Hannes Wolpert als 14. in Schlagdistanz. Dass das Schwimmen beim Crosstriathlon aber eigentlich nie rennentscheidend ist, demonstrierte eindrucksvoll und zum wiederholten Mal der neue Europameister, der Spanier und Ex-MTB-Weltmeister Ruben Ruzafa. Er konnte einen zwei Minuten Rückstand nach dem Schwimmen zu einem 4½ Minuten Vorsprung auf dem Rad ausbauen und ließ sich den Gesamtsieg auch beim abschließenden Lauf nicht mehr nehmen.

Auf einem sehr starken vierten Platz - leider knapp am Podium vorbei - finishte Veit Hönle und auch Hannes Wolpert konnte nach dem Pech beim XTERRA Belgium vor zwei Wochen (Sattelbruch) als Zehnter im Elite-Feld ebenfalls überzeugen. Peter Lehmann und Andreas Theobald blieben mit den Plätzen 24 und 27, gleichbedeutend mit Platz fünf und sechs in der U23-Wertung etwas hinter den Erwartungen zurück. Noch härter traf es Roth, den ein "Plattfuß" auf Platz 30 zurück warf und Thomas Kerner, der als Folge des ständig auffliegenden Schlamms mit einer Hornhautverletzung stark gehandicapt war und trotzdem noch als 36 ins Ziel kam, von dem es umgehend direkt ins Krankenhaus ging.

Sechs Medaillen für die DTU-Altersklassen-Starter

Bei den Altersklassenathleten gab es Gold für Scott Anderson (AK 20), Martin Schädle (AK 30) und Johannes Franzky (AK 35), Silber für Nadine Jackel (AK 30), Rita Härteis (AK 50) und Tim Dülfer (AK 20). Zudem gab es neben vielen weiteren Finishern auch einige deutsche Athleten, die auf Grund der harten Bedingungen das Rennen leider nicht beenden konnten. „Eigentlich hätte man sich das Abfahren der MTB-Strecke an den Vortagen komplett sparen können. Bei den Bedingungen heute habe ich mich gefühlt, als ob ich den Kurs vorher noch nie gesehen hätte“, war der alles beschreibende Kommentar von Europameister Johannes Franzky und Scott Anderson ergänzte „So ein hartes Rennen habe ich noch nie gemacht. Ich bin völlig platt und im Eimer, aber superhappy über die Platzierung.“

Auch für die mitgereisten Fans war es eine erhebliche Herausforderung – insbesondere konnte man die Athleten kaum unter ihrer dicken Matschkruste schnell genug identifizieren, um ihnen persönliche Anfeuerungsrufe zukommen zu lassen.

Text: Michael Saßerath

Tabelle: Lisa Henkel

Vorname Name Rang Zeit Kategorie
Scott Anderson 1 03:10:52 20-24 Male AG
Martin Schädle 1 03:05:38 30-34 Male AG
Johannes Franzky 1 03:13:49 35-39 Male AG
Tim Dülfer 2 03:16:39 20-24 Male AG
Nadine Jackel 2 04:03:26 30-34 Female AG
Rita Haerteis 2 04:07:26 50-54 Female AG
Anna Pauline Saßerath 3 01:26:52 Junior Women
Veit Hoenle 4 02:49:36 Elite Men
Jörg Teifel 5 04:15:43 55-59 Male AG
Peter Lehmann 5 03:01:03 U23 Men
David Lembrich 6 03:50:38 50-54 Male AG
Andreas Theobald 6 03:02:07 U23 Men
Hardy Dinklage 7 03:42:44 40-44 Male AG
Susanne Richter 8 05:04:46 35-39 Female AG
Michael Weber 10 03:31:26 35-39 Male AG
Hannes Wolpert 7 02:55:12 Elite Men
Jens Müller 11 04:25:08 45-49 Male AG
Albin Abt 13 04:39:46 50-54 Male AG
Marco Steigerwald 20 04:06:42 35-39 Male AG
Peter Lehmann 19 03:01:03 Elite Men
Andreas Theobald 21 03:02:07 Elite Men
Jens Roth 23 03:03:02 Elite Men
Thomas Kerner 27 03:06:15 Elite Men
Heike Steininger DNF DNF 50-54 Female AG
Steffen-Luis Neuendorff DNF DNF 70-74 Male AG
Arnold Schnalke DNF DNF 70-74 Male AG

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