DTU-Paratriathlon-Chefcoach Tom Kosmehl: "Der Zusammenhalt zwischen Nationen, Kulturen und Sportarten war faszinierend"

14.09.2016 12:03 von Jan Sägert

Seit Herbst 2014 ist Tom Kosmehl als DTU-Cheftrainer für die Paratriathleten zuständig (Foto: DTU/ Jo Kleindl)

Tom Kosmehl, was waren aus Sicht des Cheftrainers die Schlüssel zum historischen Erfolg Ihre Schützlings Martin Schulz?
In erster Linie sein konsequentes tägliches Training, insbesondere der wiederholte Aufbau nach den Verletzungen am Fuß. Zudem hatte Martin zu jedem Zeitpunkt sein großes Ziel vor Augen, für das er einiges offenbaren musste. Seine erbrachten Vorleistungen, wie der aktuelle Welt- und Europameistertitel haben sicher auch zum Erfolg in Rio beigetragen.

Beim Laufen schmolz der Vorsprung auf den Kanadier Stephan Daniel doch recht deutlich. Hand aufs Herz: Gab es einen Moment, in dem Sie an Martins Sieg gezweifelt haben?
Nein, Zweifel waren nicht da. Ich wusste, dass es knapp werden kann, aber ich wusste auch, dass Martin ein Wettkampftyp ist, weil er das auch schon oft bewiesen hat. Er wollte diese Goldmedaille. Dafür hatte er den abgesprochenen Fahrplan vor Augen und hat diesen letztlich auch umgesetzt.

Sie arbeiten seit Herbst 2014 mit Martin Schulz zusammen – kennen ihn also sehr gut. Was schätzen Sie am meisten an ihm?
Martin ist ein Athlet, mit dem man super zusammenarbeiten kann. Er spult nicht nur einfach das Training ab, sondern denkt mit, bringt sich ein, zieht durch, wenn es mal hart wird und gibt sich häufig auch mit kleinen Dingen zufrieden. Martin stellt keine hohen Ansprüche.

Mit Stefan Lösler war noch ein zweiter DTU-Athlet am Start. Wie bewerten Sie seinen achten Platz in der PT 2?
Stefan hat sich nach der knappen Qualifikation sehr auf die Teilnahme an den Paralympics gefreut. Dennoch hatten wir den Anspruch, nicht einfach nur dabei zu sein, sondern zu versuchen, die Favoriten ein wenig zu ärgern. Wir wollten zeigen, dass der vierte Platz bei der WM in Rotterdam keine Eintagsfliege war. Aktuell sind wir noch dabei, das Rennen zu analysieren. Nur so viel: Im Training vor den Paralympics hatte Stefan eine deutliche Leistungssteigerung gezeigt. An diese konnte er am Samstag leider nicht anknüpfen.

Die Premiere der Triathleten bei den Paralympics ist Geschichte. Was ist Ihr persönliches Fazit der Tage von Rio?
Die vielen Eindrücke lassen sich nur schwer in Worte fassen. Es ist nicht nur ein Mega-Event, die Athleten sind wie eine große Familie. Die Hilfsbereitschaft im paralympischen Dorf war unglaublich. Die Athleten haben gemeinsam gelacht, sich zum richtigen Zeitpunkt aber auch zurückziehen können, um sich auf den Wettkampf zu konzentrieren. Der Zusammenhalt zwischen Nationen, Kulturen und Sportarten war faszinierend. Auch organisatorisch hat alles super funktioniert. Essen, Unterbringung, Wettkampfablauf – alles spitze.

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