Paralympics-Champion Martin Schulz: "Ich wusste, dass ich in der Form meines Lebens bin"

14.09.2016 07:46 von Jan Sägert

Martin, das Rennen Deines Lebens liegt erst ein paar Tage zurück. Wie fühlt es sich an, der erste Triathlon-Champion in der Geschichte der Paralympics zu sein?
Es ist ein unbeschreiblich gutes Gefühl. Am Samstag ist mein großer Traum in Erfüllung gegangen und das Interesse an meiner Person ist so groß wie nie.

Du hast das Gold im Vorfeld als persönliches Ziel ausgegeben. Was hat Dich so sicher gemacht, dass Du Dir diesen Traum tatsächlich erfüllst?
Ich wusste, dass ich in der Form meines Lebens bin. Trotz einiger Verletzungen im Vorfeld war ich mir sicher, dass ich schwer zu schlagen sein werde, wenn während des Wettkampfs alles klappt und ich meine Leistung zu 100 Prozent abrufen kann.

Wie beurteilst Du das Rennen aus sportlicher Sicht? Im ARD-Studio klang es ein bisschen wie: „Hauptsache gewonnen – wie ist am Ende egal“…
Beim Laufen hatte ich wirklich ein paar Probleme und das war für meine Verhältnisse nicht die beste Leistung. Beim Schwimmen und vor allem auf dem Rad habe ich aus meiner Sicht aber eine echte Topleistung gezeigt. Damit bin ich sehr zufrieden. Auch weil ich mich dadurch in eine gute Ausgangslage bringen und den nicht wirklich optimalen Lauf etwas kompensieren konnte.

Wo siehst Du im Rückblick auf die vier Jahre voller Entbehrungen und Opfer den bzw. die wichtigsten Schlüssel zum größten Erfolg Deiner Karriere?
Große Unterstützung – sowohl finanziell als auch materiell – habe ich vor allem vom Deutschen Behinderten-Sportverband und meinem Heimatverein BV Leipzig erfahren. Zudem hat mir mein Arbeitgeber viele Möglichkeiten eingerichtet, sodass ich die letzten Jahre fast unter professionellen Bedingungen trainieren konnte. Ein besonderer Dank geht auch an meinen Heimtrainer Eric Werner und die DTU-Verantwortlichen Tom Kosmehl (Cheftrainer) und Nadine Rucktäschel (Co-Trainerin), die immer da waren, wenn ich sie brauchte.

Du bist fünffacher Europameister, dreifacher Weltmeister und Paralympics-Champion. Welche sportlichen Ziele hast Du im Alter von 26 Jahren noch?
Sportlich lasse ich in den nächsten Wochen erst einmal alles auf mich zukommen. Ich möchte den Moment genießen und mache nach den Paralympics ein bisschen Urlaub. Trotzdem habe ich noch Mega-Lust auf Triathlon und will noch Einiges erreichen. Ich bin sicher, dass ich noch großes Potenzial habe. Um das auszuschöpfen, brauche ich allerdings die Möglichkeit, mich zu 100 Prozent auf den Sport konzentrieren zu können.

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