Triathlondeutschland unterwegs – Hawaii und Östringen - Rückblick 8. Oktober

10.10.2016 11:43 von Jan Sägert

Die deutschen Lang-Distanz-Triathleten sind weiter das Maß aller Dinge. Bereits zum dritten Mal in Serie gewann ein Profi aus Deutschland die Ironman-WM in Kailua-Kona/ Hawaii (USA). Zum zweiten Mal nach 1997 glückte schwarz-rot-gold ein Dreifachsieg. Der Titel ging wie 2015 an den Triathlon-Olympiasieger von 2008, Jan Frodeno. Platz zwei sicherte sich erneut Sebastian Kienle (Mühlacker). Rang drei ging etwas überraschend an Patrick Lange (Griesheim). Bei den Damen gelang Anja Beranek (Fürth) als Vierte das beste Hawaiiergebnis ihrer Karriere. Bei den letzten DTU Deutschen Meisterschaften 2016 - im Crossduathlon - in Östringen (Baden-Württemberg) setzten sich Katharina Wolff (Tri-Team Heuchelberg) und Maximilian Saßerath (Auto Peters Team - SV Nikar Heidelberg) durch.

Ironman Hawaii, USA, 8. Oktober

Die deutschen Triathleten sind bei der 40. Austragung des Ironman Hawaii ihrer Favoritenrolle gerecht geworden. Schon auf der 3,86 Kilometer langen Schwimmstrecke im Pazifik mischten Jan Frodeno, Andreas Böcherer, Andreas Raelert, Christian Kramer und einige andere weit vorn mit. Nach etwas mehr als 48 Minuten holte sich allerdings der Brite Harry Wiltshire den Titel "First out of the water". Danach entspann sich auf Big Island ein spannendes Rennen. Bei teils starkem Wind und großer Hitze arbeiteten sich Vorjahressieger Sebastian Kienle und Boris Stein (Montabaur) nach vorn und übernahmen zwischenzeitlich sogar die Führung des Rennens. 

Weltmeister Jan Frodeno. (H. Kohlhaas/ ingokutsche.de) Kienle sprang schließlich nach den 180,2 Radkilometern mit knappem Vorsprung auf seine Verfolger vom Rad. Mit seiner Zeit von 4:23:55 Stunden war er hinter Boris Stein (4:23:04 Std.) der zweitschnellste Biker des Tages. Doch auch Jan Frodeno zeigte sich immer wieder ganz vorn. Der Champion von 2015 wechselte am schnellsten und nahm den Marathon als Führender in Angriff. Auf den ersten 15 Kilometern machten Frodeno und Kienle danach gemeinsame Sache. Als Frodeno im Anstieg zur Palani Road forcierte, musste Kienle passen. Etwa dreieinhalb Minuten Vorsprung lief der 35-Jährige auf den 42,195 Kilometer noch heraus - und nach 8:06:30 Stunden war der alte auch offiziell der neue Weltmeister über die Triathlon-Lang-Distanz.

 

Das überragende Ergebnis der Deutschen machten Sebastian Kienle (8:10:02 Std.) als Zweiter und Patrick Lange (8:11:14 Std.) auf Platz drei perfekt. Der Griesheimer löschte zudem die 27 Jahre alte Marathon-Bestmarke von Mark Allen (1989) aus. In 2:39:45 Stunden war er genau 19 Sekunden schneller als der US-Amerikaner. Andreas Böcherer und Boris Stein sorgten auf den Rängen fünf und sieben für zwei weitere Top-Platzierungen und damit das beste Herren-Ergebnis in der Geschichte des Rennens. 

Ryf dominiert bei den Damen, Beranek stark

Das Rennen der Damen stand einmal mehr im Zeichen der Schweizerin Daniela Ryf. Die Titelverteidigerin verbesserte nach Tagesbestzeiten auf dem Rad (4:52:26 Std.) und beim Laufen (2:56:51 Std.) den Streckenrekord von Mirinda Carfrae (AUS, 2013) um satte fünfeinhalb Minuten - auf jetzt 8:46:46 Stunden. Carfrae wurde nach ihrem Aus 2015 Zweite (9:10:30 Std.), Platz drei ging an die US-Amerikanerin Heather Jackson (9:11:32 Std.) Das beste Hawaiiergebnis ihrer Karriere holte die Fürtherin Anja Beranek, die nach 9:14:26 Stunden als Vierte den Alii Drive erreichte.

Doch nicht nur die deutschen Profis glänzten beim Rennen auf Hawaii. Die schnellsten Amateure der Welt kommen ebenfalls aus Deutschland. Die Saarländerin Svenja Thös war in der Zeit von 9:40:48 Stunden die schnellste aller Age Group Damen, Lukas Krämer (Peißenberg) schaffte es bei den Herren zum zweiten Mal nach 2014 auf den Thron. Dieses Mal in 8:55:24 Stunden.

DTU DM Crossduathlon, Östringen, 8. Oktober

Das Podium der Herren: Gerrit Rosenkranz, Maximilian Saßerath und Jonas Hoffmann (v.l.n.r.) Foto: Jörg Schüler Katharina Wolff (Tri-Team Heuchelberg) und Maximilian Saßerath (Auto Peters Team - SV Nikar Heidelberg) heißen die Gesamtsieger der letzten DTU Deutschen Meisterschaften der Multisport-Saison 2016. Wolff siegte nach 7 Kilometern Laufen, 24 Kilometern Mountainbike und weiteren 3,5 Laufkilometern rund um den Östringer Wald in einer Gesamtzeit von 1:52:49 Stunden und war damit fast zehn Minuten schneller als die zweitplatzierte Tanja Nehme (Ski-Club Meißner e.V) und Palina Dubino (3defacto Team asc Darmstadt) auf Platz drei. Der 23-jährige Saßerath überquerte die Ziellinie nach 1:35:10 Stunden - allerdings nur mit der Winzigkeit von acht Sekunden vor Gerrit Rosenkranz (RSV Daadetal). Jonas Hofmann vom DTU Deutschen Mannschaftsmeister EJOT Team Buschhütten hatte als Gesamtdritter etwa zweieinhalb Minuten Rückstand (1:37:52 Std.).

Alle DTU Deutschen Meister im Überblick

Die hier vorgestellten internationalen Events und aufgezählten Athleten stellen nur eine Auswahl dar. Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

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