Was macht eigentlich...? Maik Petzold

28.11.2017 06:47 von Jan Sägert

Als einer der dienstältesten Kurz-Distanz-Athleten verabschiedete sich Maik Petzold vor vier Jahren aus dem Profi-Triathlon. Was in den 1990er Jahren als Teenager in Sachsen begann, fand seine Höhepunkte 2009 mit der WM-Bronzemedaille in Australien und zwei Olympiateilnahmen 2004 und 2012. Zurück zu den Wurzeln zog es den 39-Jährigen nach dem Leistungssport. Folge 6 unserer Serie "Was macht eigentlich...?".

Maik, wie lange warst Du als Triathlet aktiv und wann hast Du Deine Karriere beendet (vielleicht auch kurz warum)?

Tja, mit dem Triathlon angefangen habe ich 1990 - da war ich zwölf Jahre alt. 1998 wurde aus dem Hobby mein Traumberuf, den ich dann bis ins Jahr 2013 fast ohne größere Verletzungen genießen konnte. Nach 15 Profijahren, zwölf WM-Teilnahmen (Elite), zwei Olympischen Spielen, einer Mitteldistanz (Challenge Kraichgau) und einer Langdistanz (Challenge Roth) war mein Heißhunger auf Triathlon endgültig gestillt.

Was waren Deine größten Erfolge und an welches Rennen erinnerst Du Dich heute noch besonders gern?

Das ist mit großem Abstand die WM-Bronze-Medaille von 2009. Das war meine beste Saison in einem für mich perfekten Serienformat, der ITU World Triathlon Series. Auch das WM-Silber im Team mit Daniel Unger und Jan Frodeno 2006 in Cancun, sowie der emotionale dritte Platz bei der Mixed-Team-WM in Lausanne 2011 mit Anja Dittmer, Svenja Bazlen und Steffen Justus sind für mich unvergesslich. Besonders Madrid und Hamburg werden mir immer in bester Erinnerung bleiben, dort habe ich viele Höhen (mehrere Top-5-Ergebnisse, Führung in WTS-Serie 2009) aber auch einige Tiefpunkte (verpasste Olympia-Quali für Peking, DNF bei der Heim-WM 2007) erlebt.

Wo und wie lebst Du aktuell und was machst Du mittlerweile beruflich?

Ich lebe wieder zu 100 Prozent in meiner sächsischen Heimat - in Bautzen/Oberlausitz. Hier habe ich mir zusammen mit meiner Frau Nadine und unseren beiden Kindern Jolanda (4 Jahre) und Leonardo (2,5 Jahre) den Traum vom eigenen Haus verwirklicht. Nach drei Jahren Studium an der BA Bautzen habe ich erst vor wenigen Wochen meine Urkunde zum Diplom-Betriebswirt in Empfang genommen. Aktuell bin ich auf Bewerbungstour, doch bevor der neue Lebensabschnitt startet, geht es mit der Familie auf eine kleine Weltreise durch Asien und Neuseeland.

Wie häufig bist Du heute noch sportlich aktiv – und in welchen Sportarten? 

Ich versuche im Alltag jeden Weg mit dem Rad zu erledigen und dann stehen meistens noch drei bis fünf Einheiten pro Woche an. Hier verbinde ich meine Trainertätigkeit im Bautzener LV „Rot-Weiß 90“ e.V., um neben den „Trias“ auch mich selbst fit zu halten. Ich konnte zum Glück sehr gut abtrainieren und fühle mich mit fünf bis sieben Stunden Training pro Woche sehr wohl (1 x Schwimmen 1 h, 1 x Rad/MTB 1:30-2 h, 2 x Lauf 1-2 h, 1 x Athletik/Klettern/SUP/Inlinern/...1 h). Die Kombination der drei Sportarten empfinde ich immer noch als die perfekte Balance, auch wenn es für mich jetzt nicht mehr um Medaillen geht.

     
ITU Triathlon-Weltcup Hamburg 2005 Heim-WM in Hamburg 2007 WM Mixed Team 2011 in Lausanne

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