Was macht eigentlich...? Ralf Eggert

07.11.2017 09:15 von Jan Sägert

Zwei der insgesamt acht deutschen WM-Medaillen im Triathlon (Elite/Kurz-Distanz) gehen auf sein Konto. In den 1990er Jahren gehörte Ralf Eggert zum Besten, was Triathlondeutschland auf der olympischen Distanz zu bieten hatte. Mittlerweile lebt und arbeitet der 45-jährige waschechte Hamburger mit seiner Familie in der Schweiz. Seine Leidenschaft für den Sport hat er bis heute nicht verloren. Teil 3 unserer Serie "Was macht eigentlich...?".

Ralf, wie lange warst Du als Triathlet aktiv und wann hast Du Deine Karriere beendet (vielleicht auch kurz warum)?

Ich habe 1987 in Barmstedt (bei Hamburg) an meinem ersten Triathlon teilgenommen und bin seitdem vom Sport angefressen. Olympisch war ich zehn Jahre im Kader und bin nach der verpassten Olympia-Quali für Sydney 2000 bei ein paar Langdistanz-Rennen gestartet – unter anderem war ich drei Mal beim Ironman auf Hawaii dabei. Ab 2000 habe ich parallel zum Sport mein BWL-Studium wieder aufgenommen und dieses dann 2003 abgeschlossen. Mit dem Job beim Ironman in Frankfurt war für mich das Thema aktiver Leistungssport abgeschlossen. Eine Entscheidung, die ich nach wie vor nicht bereue. Ich hätte sicher noch weiter machen können, auch weil ich das Gefühl hatte, dass mein Körper noch nicht ausgereizt war. Dafür bin ich bis heute - zum Glück - noch kein Sportinvalide.

Was waren Deine größten Erfolge und an welches Rennen erinnerst Du Dich heute noch besonders gern?

Nachdem ich es in den Kader der DTU geschafft hatte, ging´s recht flott mit den Erfolgen. Steffen Grosse, der damalige DTU-Bundestrainer, hat ordentlich drauf gehauen und wir haben voll mitgezogen. Die WM-Bronze-Medaillen 1994 (Wellington, NZL) und 1995 (Cancun, MEX) sind mir sehr gut in Erinnerung geblieben. Dazu insgesamt sieben Deutsche Meistertitel (4 x Elite, 2 x Duathlon, 1 x Junioren). Besonders spannend fand ich aber die Übersee-Rennen im ITU-Weltcup der 1990er Jahre. Da wusste man wirklich nie, was auf einen zukam. Heute ist alles planbar und man ist an jedem Ort der Welt erreichbar - damals gab´s halt nur ein Fax für die Buchung.

Wo lebst Du heute und was machst Du mittlerweile beruflich?

Ich lebe seit 2012 mit meiner Frau und unseren beiden Kindern in der Schweiz. Der Sport hat mich nie losgelassen: so arbeite ich mittlerweile als Verkaufsleiter bei Mizuno Schweiz (über einen Generalimporteur). Mit anderen Marken im Vertrieb habe ich immer noch recht viel Kontakt auch zur hiesigen Triathlonszene. Übrigens: Weder meine Frau Nina noch ich sprechen die Schweizer Mundart, dafür wachsen unsere Kinder mit dem „ch“ im Hals auf.

Wie häufig bist Du heute noch sportlich aktiv – und in welchen Sportarten?

Da wir Triathleten waren und sind, können wir nichts anderes: etwa drei bis vier Mal Joggen und eine Schwimmeinheit mit dem Triathlon Club Solothurn pro Woche kommt noch zusammen. Für einen Ironman reicht das nicht mehr. Dass meine Frau und ich gemeinsam Sport machen, ist leider äußerst selten. Wenn es doch mal klappt, zelebrieren wir das mit einer Radausfahrt zum Buchiberg oder durchs angrenzende Emmental. Nina zeigt mir dann, was sie in den Trainingslagern mit den jungen Athleten alles gelernt und ich verlernt habe.


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