Was macht eigentlich...? Joelle Franzmann

31.10.2017 09:30 von Jan Sägert

Als eine von zwei Athletinnen war Joelle Tesche - damals unter ihrem Mädchennamen Franzmann - bei der olympischen Triathlon-Premiere 2000 in Sydney dabei. In unserer Serie 'Was macht eigentlich?' erinnert sie sich an damals und erzählt von heute.

Joelle, wie lange warst Du als Triathletin aktiv und wann hast Du Deine Karriere beendet (vielleicht auch kurz warum)?

Ich habe 1993 als 14-Jährige mit dem Triathlon angefangen und im Olympiajahr 2008 meine letzte Saison bestritten, also 16 Jahre lang Höhen und Tiefen erlebt. Ende 2008 war dann Schluss, weil ich nach der verpassten Olympia-Quali für London (ich war in der Form meines Lebens) menschlich von vielen in meinem Umfeld so enttäuscht worden bin, dass ich nicht mehr aus dem Loch heraus gefunden habe. Ein Beispiel: Kurz nach der verpassten Quali - die Enttäuschung war natürlich sehr groß - wurde mir mitgeteilt, dass ich in der weiteren Saison keine Triathlon-Weltcups mehr bestreiten dürfe [Anm. d. Red.: nur noch eigenfinanziert]. Der Weltcup war damals noch die wichtigste und höchste internationale Rennserie. Ich wollte einfach nicht mehr.

Welche waren Deine größten Erfolge und an welches Rennen erinnerst Du Dich heute noch besonders gern?

Meine größten Erfolge waren die Top-5-Platzierungen bei den Weltmeisterschaften 2003 in Queenstown (5.) und 2004 auf Madeira (4.), mein Weltcupsieg 2006 in Tiszaujvaros (HUN) sowie der 2. Platz im Gesamtweltcup im gleichen Jahr. Absolutes Highlight meiner Karriere war allerdings die olympische Triathlonpremiere 2000 in Sydney. Ein Wahnsinn, wie viele Menschen dort an der Strecke standen und ich wurde zwei Wochen nach dem Rennen noch von Australiern (und vor allem auch Amerikanern) auf der Straße angesprochen und gefeiert, weil sie meinen Mut beim Radfahren so toll fanden.

Wo lebst Du heute und was machst Du mittlerweile beruflich?

Ich lebe mittlerweile mit meiner Familie in Saarbrücken und absolviere gerade ein duales Studium (Sportökonomie) an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement und beim Landessportverband für das Saarland. Nach der Geburt meiner Töchter 2010 und 2011 habe ich mich zunächst komplett der Kindererziehung gewidmet und im August 2015 dann mit der Ausbildung begonnen. Somit bin ich täglich am Olympiastützpunkt und dem Triathlon auch wieder etwas näher gekommen.

Wie häufig bist Du heute noch sportlich aktiv – und in welchen Sportarten? 

Nach meinem Rücktritt hatte ich erstmal die Schnauze so richtig voll und habe drei, vier Jahre gar nichts gemacht. Danach habe ich wieder etwas Spaß am Laufen gefunden und mittlerweile kommt der Wahnsinn schon wieder etwas durch. Ich versuche vier Mal die Woche eine Stunde zu laufen, was mit Ausbildung, Kindern, etc. schon stramm ist. Ansonsten stecke ich meine Energie in die Kids und versuche sie, sportlich in alle Richtungen zu motivieren.


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