Bianca Bogen: Zwischen Nervosität und Vorfreude

29.06.2018 08:58 von Jan Sägert

Mit 19 Jahren ist Bianca Bogen die jüngste DTU-Starterin in Hamburg. Nach nur drei Jahren Triathlon feiert die Schwimmspezialistin aus Leipzig am 14. Juli ihr Debüt in der ITU World Triathlon Series. Dass sie international konkurrenzfähig ist, stellte sie in dieser Saison schon unter Beweis. Wie sie die Rolle des "Kükens" empfindet und was sie sich für ihr bisheriges Karriere-Highlight vorgenommen hat, hat sie uns gut zwei Wochen vor dem Rennen verraten. Unser Team für Hamburg - Teil 2...

Bianca, was bedeutet es für Dich, ausgerechnet in Hamburg zum ersten Mal bei einem Rennen der wichtigsten Kurzdistanzserie der Welt am Start stehen zu dürfen?
Es ist eine große Ehre für mich, als Nachwuchsathletin dort starten zu dürfen und ich freue mich riesig darauf. Beim Weltcup in Chengdu habe ich mich über die Sprintdistanz für das Finale im Supersprint qualifiziert und bin in meinem ersten Weltcuprennen Vierte geworden. Das war für mich die interne Qualifikation für die World Triathlon Series. Dass ich nun sogar beim Heimrennen in Hamburg vor dieser tollen Zuschauerkulisse an den Start darf, ist einfach klasse. 

Was überwiegt wenige Wochen vor dem Rennen… der Respekt bzw. die Nervosität oder die Vorfreude?
Da wechseln sich meine Gefühle ab. Natürlich habe ich großen Respekt vor Namen wie Flora Duffy oder Katie Zaferes, aber auch vor der kurvenreichen Radstrecke. Aktuell überwiegt aber die Vorfreude, immerhin ist Hamburg das Triathlonevent Nummer 1 in Deutschland und wird live im Fernsehen übertragen. Kurz vor dem Start wird dann sicher wieder die Nervosität überwiegen. Trotzdem werde ich mich voll konzentrieren, um so wenige Fehler wie möglich zu machen.

Wie schätzt Du Deine bisherige Saison ein und mit welchen Erwartungen gehst Du die Herausforderung Hamburg an?
Ich hatte bisher eine Saison mit Höhen und Tiefen. Mein erster Wettkampf war der Weltcup in Chengdu. Dort lief es sehr gut für mich. Eine Woche später bin ich in der französischen Liga gestartet. Dieses Rennen war schwierig, beim Schwimmen wurde sehr hart gekämpft und bei Temperaturen unter zehn Grad hatte ich zeitweise kein Gefühl mehr in meinen Füßen. Mit dem zehnten Platz und dem Podium mit der Mannschaft war ich nach den Reisestrapazen dann aber doch zufrieden. Beim Mixed Team Relay in Nottingham (England) war ich als Ersatz dabei. Von dort aus ging es dann zum Europacup nach Weert, wo ich mir das EM-Ticket für Tartu holen wollte. Letztlich bin ich dort aus verschiedenen Gründen 14. geworden und war darüber natürlich enttäuscht. Besser lief es dann bei einem weiteren Europacup in Belgien. Dort bin ich zwar beim Wechsel zum Laufen gestürzt, habe mir am Ende aber noch den siebten Platz geholt. Jetzt hoffe ich, dass die aufgeschlagenen Knie schnell heilen, damit ich bei den Deutschen Meisterschaften der Elite in Düsseldorf wieder angreifen kann.

Du bist die jüngste Athletin im DTU-Team für Hamburg. Welche Rolle spielt das für Dich und was denkst Du, wie Du von den Erfahrungen der anderen profitieren kannst?
Mit Anja Knapp starte ich seit dem vergangenen Jahr für die SG Triathlon Witten in der 1. Triathlon-Bundesliga. Von ihr habe ich schon viel gelernt. Auch die anderen Kaderathleten kenne ich schon von gemeinsamen Lehrgängen und Wettkämpfen. Wenn ich Fragen habe, wird mir immer geholfen, was sehr schön ist. Wir verstehen uns alle sehr gut.
 
Wie sieht Stand heute Dein Fahrplan in Richtung Hamburg aus?
Nach den Deutschen Meisterschaften an diesem Wochenende in Düsseldorf wird weiter trainiert. Danach treffen wir uns mit einem Teil des Kaders zu einem Mixed-Team-Relay-Lehrgang in Kienbaum. Von dort aus fahren wir dann direkt nach Hamburg. 

Zurück