Einer für alle - Michael Fischer

02.10.2018 15:46 von Eva Werthmann

Michael Fischer hat immer ein offenes Ohr. Als einer von sechs Teambetreuern begleitet er seit drei Jahren die Athletinnen und Athleten der DTU-Altersklassen-Nationalmannschaft zu internationalen Meisterschaften – in seiner Freizeit. Er organisiert, informiert und motiviert. Wir haben in den Tagen der Sprintdistanz-Europameisterschaften von Glasgow mit dem 38-jährigen Rostocker gesprochen, der im „normalen“ Leben als Bauleiter bei der DB Netz AG arbeitet.

M​ichael, wann und wie bist du auf die Idee gekommen, die DTU-Altersklassenathleten als Teambetreuer zu begleiten?

Das war 2015 bei den Triathlon-Europameisterschaften in Genf. Durch Zufall habe ich dort Lisa Henkel und Bernd Kapp kennengelernt. Irgendwann fragte mich Bernd, ob ich nicht Bock darauf habe, ab und zu mal als Teambetreuer für die DTU-Athleten dabei zu sein. Nach einem halboffiziellen Einsatz bei der Duathlon-WM in Adelaide war ich bei der Triathlon-EM 2016 in Lissabon das erste Mal offiziell dabei. Seitdem begleite ich das Team jedes Jahr zu ein bis zwei Meisterschaften. In diesem Jahr durfte ich zur Duathlon-EM in Odense und zur Sprintdistanz-EM nach Glasgow.

Wie bereitest du dich auf deine Einsätze vor?

Einen großen Teil der Vorbereitung erledigt Lisa Henkel in der Geschäftsstelle der DTU. Sie steht in Kontakt mit den Veranstaltern und lässt mir alle wichtigen Infos zukommen. In den letzten zwei Wochen vor Glasgow haben wir fast telefoniert. Als Service für unsere Athleten habe ich dann am Donnerstag vor dem Rennen noch einen Teil der Startunterlagen abgeholt. Ansonsten schaue ich mir die Strecken vor Ort möglichst genau an. In Glasgow bin ich einen großen Teil der Radstrecke und die gesamte Laufstrecke abgelaufen. Das ist wichtig, um bei der Wettkampfbesprechung möglichst viele Fragen der Athletinnen und Athleten beantworten zu können.

Wie sieht der Renntag eines Teambetreuers aus?

In Glasgow zum Beispiel bin ich morgens um 4:30 Uhr aufgestanden und mit dem offiziellen Shuttle zur Wettkampfstrecke gefahren. Dort bin ich dann bis zu den Starts als Ansprechpartner für alle da, die noch Fragen und Sorgen haben. Danach suche ich mir möglichst einen perfekten Standort, von dem aus ich die Rennen beobachten und unsere Altersklassenathleten unterstützen kann. In Glasgow hatte ich direkten Blick auf eine Leinwand mit Livetiming, so dass ich genau wusste, wen ich noch extra anfeuern musste, damit vielleicht noch ein Platz auf dem Treppchen rauskommt. Am Ende stehe ich dann meist an der Zielgerade und drücke jedem deutschen Finisher ein Fähnchen in die Hand.

Bekommst Du von den Athleten etwas zurück?

Ja, auf jeden Fall. Am Tag selbst, aber auch danach: Manche schreiben mir nette Mail und bedanken sich bei mir. Das freut mich natürlich sehr. Ich mache das ehrenamtlich in meiner Freizeit. Einfach, weil es mir großen Spaß macht. Deshalb nehme ich dafür auch meinen Urlaub. Außerdem komme ich ein bisschen rum und lerne tolle Städte kennen.Ja, auf jeden Fall. Am Tag selbst, aber auch danach: Manche schreiben mir nette Mail und bedanken sich bei mir. Das freut mich natürlich sehr. Ich mache das ehrenamtlich in meiner Freizeit. Einfach, weil es mir großen Spaß macht. Deshalb nehme ich dafür auch meinen Urlaub. Außerdem komme ich ein bisschen rum und lerne tolle Städte kennen.

An welchen Deiner Einsätze in den vergangenen drei Jahren erinnerst Du Dich besonders gern?

Dieser hier in Glasgow war schon ziemlich aufregend. Von fünf deutschen und einer österreichischen Athletin fehlte bis zum Tag vor dem Wettkampf das Gepäck inklusive Fahrräder. Wir mussten also mit den Technical Officials organisieren, dass die Räder später eingecheckt werden können. Letztlich kamen die Räder dann zum Glück noch an, von einem leider nur der Rahmen. Aber wir hatten auch dafür einen Plan B, z.B. das Räder getauscht oder Einteiler ausgeliehen werden. Am frühen Abend hatten wir dann endlich alle Räder in der Wechselzone.

Was macht den „Job“ als Teambetreuer so besonders für dich?

Die Arbeit mit den Athleten, hier und da Probleme lösen, das ist schon gut, das macht auf jeden Fall Spaß. Probleme sind da, um gelöst zu werden. Das klingt ein bisschen banal, aber es ist so. Wir Triathleten sind eine große Familie. Man lernt bei jeder Reise etwas dazu und mit vielen Athleten bleibe ich auch nach den Wettkämpfen in Kontakt. Wenn man kommunikativ und ein bisschen Triathlon verrückt ist – und statt selbst zu starten, andere unterstützen möchte, hat man als Teambetreuer viel Freude. Deshalb bin und bleibe ich gern dabei.


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